FRAGE: Was war Davids Sünde beim Zählen des Volkes, und warum starben daraufhin 70.000 Israeliten?

by Ester yusufu | 2 September 2019 08:46 p.m.09

ANTWORT:

In 1. Chronik 21,7 heißt es:

„Dieses Gebot aber war dem HERRN böse, und er strafte Israel deswegen.“

König David befahl eine Volkszählung, um herauszufinden, wie viele kampffähige Männer Israel hatte. Auf den ersten Blick wirkt das vielleicht wie eine praktische militärische Maßnahme. Doch die Bibel macht deutlich: Gott missfiel diese Handlung sehr. Die Konsequenz war eine schwere Plage, bei der 70.000 Menschen starben.

Die Frage ist: Warum war diese Volkszählung so schwerwiegend? Und warum mussten so viele Unschuldige für den Fehler eines einzelnen Mannes leiden?

1. Stolz und falsches Vertrauen
Das Zählen an sich ist nicht sündhaft; entscheidend ist die Motivation. Laut 2. Mose 30,11–12 musste bei einer Volkszählung jeder ein Lösegeld an den HERRN zahlen, „damit bei euch keine Plage komme, wenn ihr sie zählt.“ David unterließ dies.

Noch wichtiger: Seine Entscheidung zeigte, dass er nicht mehr auf Gott, sondern auf militärische Stärke vertraute. Er wollte die Zahlen sehen, anstatt im Glauben zu handeln.

Joab, sein Heerführer, erkannte sofort die Gefahr und warnte:

„Warum soll mein Herr Schuld über Israel bringen?“
—1. Chronik 21,3

David ignorierte die Warnung, bereute aber später:

„Ich habe sehr gesündigt, dass ich dies getan habe… Ich habe etwas sehr Torches getan.“
—1. Chronik 21,8

Die Wurzel der Sünde war Stolz und Selbstvertrauen – Eigenschaften, die die Bibel überall verurteilt (vgl. Sprüche 16,18; Jeremia 17,5).

2. Warum mussten andere leiden?
David selbst fragte:

„War ich nicht es, der das Volk zählen ließ? Ich, der Hirte, habe gesündigt… Sie sind doch nur Schafe. Was haben sie getan?“
—1. Chronik 21,17

Es scheint unfair – bis man erkennt, dass Gott bereits über Israel zornig war. 2. Samuel 24,1 sagt:

„Da entbrannte der Zorn des HERRN wieder über Israel, und er reizte David gegen sie und sprach: ‚Zähle nun Israel und Juda!‘“

Die Volkszählung war also nicht die Ursache des Gerichts, sondern der Anlass, den Gott nutzte, um Sein gerechtes Urteil über ein rebellisches Volk zu vollstrecken. Israel hatte eine lange Geschichte von Götzendienst, Ungerechtigkeit und unschuldigem Blutvergießen (vgl. Jesaja 1,2–4; Micha 6,8–13; Hosea 4,1–6).

Gott erlaubte, dass Davids Fehler zu einem Tor für Sein gerechtes Gericht wurde. Selbst menschliche Fehler können göttliche Zwecke erfüllen – ohne dass Gott der Urheber des Bösen ist (vgl. Römer 9,17–22; 1. Mose 50,20).

3. Satan und menschliche Verantwortung

  1. Chronik 21,1 sagt:

„Satan erhob sich gegen Israel und reizte David, Israel zu zählen.“

War es also Gott oder Satan, der David handeln ließ? Beides: Gott erlaubte es, Satan führte es aus – wie auch bei Hiob (Hiob 1–2). Gott kann Versuchung zulassen, um Korrektur, Disziplin oder Gericht zu bewirken (vgl. Jakobus 1,13).

4. Moderne Anwendung: Führer als Werkzeuge des Gerichts
Diese Geschichte lehrt: Gott kann Führer – auch fehlerhafte – benutzen, um Seine Disziplin über ein Volk zu bringen.

Ein Beispiel ist Nebukadnezar:

„Mein Knecht Nebukadnezar“
—Jeremia 27,6

Gott benutzte ihn, um Nationen, einschließlich Israel, für Ungehorsam zu bestrafen. Nebukadnezar wusste nicht, dass er ein Werkzeug Gottes war, aber Gottes Plan wurde erfüllt.

Auch heute kann man fragen: Ist schlechtes, hartes oder irrationales Führungsverhalten nur menschliches Versagen – oder erlaubt Gott es, um Menschen zurück zu sich zu führen?

Sprüche 29,2 erinnert:

„Wenn die Gerechten überhandnehmen, freut sich das Volk; herrschen aber die Gottlosen, stöhnt das Volk.“

Nicht jedes Leid ist Strafe, aber Prüfungen können ein Weckruf sein, zu Gott zurückzukehren.

Schlussfolgerung
Die Volkszählung war falsch, nicht weil Zählen an sich sündhaft ist, sondern weil sie aus Stolz, falschem Vertrauen und Ungehorsam gegenüber Gottes klarer Anweisung geschah. Die daraus resultierende Plage war mehr als eine Strafe für David – sie war ein göttliches Urteil über ein rebellisches Volk.

Gott ließ die Volkszählung zu einem Mittel werden, um Israel für seine verborgenen Sünden verantwortlich zu machen. Diese Geschichte erinnert uns daran, demütig zu leben, auf Gott zu vertrauen und für unsere Führer und Nationen zu beten – damit auch wir nicht unter Gericht geraten.

„Wenn mein Volk, über das mein Name genannt ist, sich demütigt, betet, mein Angesicht sucht und sich von seinen bösen Wegen bekehrt, so werde ich vom Himmel hören, ihre Sünde vergeben und ihr Land heilen.“
—2. Chronik 7,14

Mögen wir in Weisheit, Demut und Umkehr vor dem Herrn wandeln.

Seid gesegnet

WhatsApp
DOWNLOAD PDF

Source URL: https://wingulamashahidi.org/de/2019/09/02/frage-was-war-davids-suende-beim-zaehlen-des-volkes-und-warum-starben-daraufhin-70-000-israeliten/