by Ester yusufu | 3 Oktober 2019 08:46 p.m.10
- Thessalonicher 3,10:
„Denn auch als wir bei euch waren, geboten wir euch dies: Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen.“
Auf den ersten Blick klingt das vielleicht hart. Doch im richtigen Kontext zeigt sich: Es geht nicht um Grausamkeit, sondern darum, Verantwortung innerhalb der Gemeinde Christi zu fördern.
In der Urgemeinde lebten die Gläubigen oft gemeinschaftlich. Jeder teilte, was er hatte, um die anderen zu unterstützen, besonders die Bedürftigen.
Apostelgeschichte 2,44–45:
„Alle aber, die glaubten, waren beieinander und hatten alle Dinge gemeinsam; sie verkauften Habe und Güter und verteilten sie unter alle, je nachdem, wer etwas nötig hatte.“
Die Christen damals waren nicht eigennützig – ihre Großzügigkeit war bekannt. Doch diese Freigiebigkeit zog auch Menschen an, die nicht arbeiten wollten, aber dennoch von der Gemeinde profitieren wollten.
Das belastete die Gemeinschaft. Statt mitzuwirken, wurden manche träge und lebten von der Arbeit und dem Geben anderer.
Paulus erkannte diese Gefahr. Er gab klare Anweisungen: Wer arbeiten kann, es aber ablehnt, sollte nicht erwarten, von der Gemeinde unterstützt zu werden.
Arbeit ist keine Strafe, sondern eine von Gott gegebene Aufgabe. Schon als Gott Adam erschuf, setzte er ihn in den Garten Eden „um ihn zu bebauen und zu bewahren“ (1. Mose 2,15). Arbeit war Teil von Gottes Plan für den Menschen – schon vor dem Sündenfall.
Paulus schreibt weiter:
- Thessalonicher 3,11–12:
„Wir hören aber, dass einige unter euch unordentlich leben und nichts tun, sondern nur herumschnüffeln. Solche gebieten wir und ermahnen wir im Herrn Jesus Christus, dass sie still arbeiten und ihr eigenes Brot essen.“
Faulheit erzeugt Abhängigkeit und führt zu Unordnung in der Gemeinde.
Paulus war keineswegs gegen Hilfe für Bedürftige. Er gab klare Anweisungen, wie die Gemeinde sich um Witwen, Alte und Hilflose kümmern sollte:
- Timotheus 5,3.9–10:
„Ehrt die Witwen, die wirklich bedürftig sind… Keine Witwe soll aufgenommen werden, außer sie ist über sechzig Jahre alt, hat ihrem Mann treu gedient und ist für ihre guten Werke bekannt…“
Die Gemeinde soll echte Not priorisieren, nicht Faulheit unterstützen. Gottes Gerechtigkeit und Barmherzigkeit gehen Hand in Hand.
Wir sollen Gottes Charakter widerspiegeln – auch in unserer Arbeit.
Kolosser 3,23–24:
„Alles, was ihr tut, das tut von Herzen als dem Herrn und nicht den Menschen; denn ihr wisst, dass ihr vom Herrn als Lohn das Erbe empfangen werdet. Denn ihr dient dem Herrn Christus.“
Wenn wir mit dem richtigen Herzen arbeiten, wird Arbeit zu einem Akt der Anbetung. Sie ehrt Gott, unterstützt andere und gibt uns Würde. Faulheit hingegen schadet anderen und hemmt unser geistliches Wachstum.
Die Botschaft von „Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen“ ist also nicht herzlos. Sie soll eine gesunde, verantwortungsbewusste und Gott ehrende Gemeinschaft fördern:
In Christus sind wir aufgerufen, zu dienen, fleißig zu arbeiten und füreinander zu sorgen – mit Mitgefühl und Verantwortung.
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