Vermeide religiöse Streitigkeiten

by Doreen Kajulu | 28 Dezember 2019 08:46 p.m.12

Shalom.
Herzlich willkommen – lasst uns gemeinsam einen Blick in die Bibel werfen.

In 1. Timotheus 6,20 (Lutherbibel 2017) heißt es:

„O Timotheus, bewahre, was dir anvertraut ist, und meide das ungeistliche, leere Geschwätz und die Widersprüche der fälschlich sogenannten Erkenntnis.“

Eine der größten Gefahren für den Glauben eines Menschen – und auch für jeden geistlichen Dienst – sind religiöse Streitigkeiten. Wo es nur noch darum geht, recht zu behalten und sich durchzusetzen, verliert man leicht den eigentlichen Kern des Glaubens aus dem Blick.

Oft beginnt alles mit Wissen. Wenn jemand meint, etwas besser zu wissen als andere, oder überzeugt ist, dass andere im Irrtum sind, kann dieses Wissen schnell zu Stolz führen. Und Stolz wiederum führt zu Überheblichkeit – und schließlich zu Streit.

Die Bibel sagt in 1. Korinther 8,1 (Lutherbibel 2017):

„Wir wissen: Wir alle haben Erkenntnis. Die Erkenntnis bläht auf; aber die Liebe baut auf.“

Gerade in unserer Zeit erleben wir viele religiöse Auseinandersetzungen, zum Beispiel:

Solche Themen beschäftigen viele Menschen. Doch häufig entwickeln sich Gespräche darüber zu hitzigen Wortgefechten. Jeder möchte beweisen, dass er recht hat und die bessere Erkenntnis besitzt.

Wenn man jedoch ehrlich hinsieht, führen solche Diskussionen selten zu geistlichem Wachstum. Stattdessen entstehen Ärger, Verletzungen, Spott, Bitterkeit oder sogar dauerhafte Spannungen. Nach außen beruhigt sich die Situation vielleicht für eine Weile – doch innerlich schwelt der Konflikt weiter, bis er erneut ausbricht.

Wie oft führt ein solcher Streit dazu, dass jemand wirklich umkehrt und sagt: „Herr, danke, dass du mir die Augen geöffnet hast“? Sehr selten. Statt Frieden, Freude und Liebe entstehen Unruhe und Trennung.

Die Schrift warnt uns deshalb ausdrücklich vor solchen Auseinandersetzungen.

In 2. Timotheus 2,14 (Lutherbibel 2017) lesen wir:

„Erinnere sie daran und beschwöre sie vor Gott, dass sie sich nicht um Worte streiten, was nichts nützt, sondern die Zuhörer ins Verderben bringt.“

Wie soll man reagieren, wenn jemand streiten will?

Vielleicht möchtest du jemandem eine biblische Wahrheit weitergeben – und merkst schon nach wenigen Sätzen, dass dein Gegenüber nicht zuhören, sondern diskutieren will.

Was ist dann der richtige Weg?

Die Antwort lautet: Demut und Sanftmut.

Ein ruhiger, respektvoller Ton kann mehr bewirken als das beste Argument. Wenn du sachlich bleibst, nicht zurückschimpfst und dich nicht provozieren lässt, verliert der andere oft die Grundlage für den Streit. Wer keine Gegenwehr bekommt, wird früher oder später stiller.

Die Bibel ermutigt uns in 1. Petrus 3,15 (Lutherbibel 2017):

„Seid allezeit bereit zur Verantwortung gegenüber jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist, und das mit Sanftmut und Ehrfurcht.“

Sobald wir anfangen, uns zu verteidigen wie in einem Wettkampf, oder Bibelverse wie Waffen einzusetzen, entsteht eine Atmosphäre des Gegeneinanders. Selbst wenn unsere Aussagen richtig sind, werden sie dann kaum noch gehört.

In 1. Korinther 14,33 (Lutherbibel 2017) heißt es:

„Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens.“

Wo Chaos, Lautstärke und Streit dominieren, ist kein Raum für das Wirken des Heiligen Geistes. Gott wirkt im Frieden – nicht im Durcheinander.

Wenn Diskussionen absichtlich provoziert werden

Es gibt auch Menschen, die Diskussionen nicht führen, um zu lernen, sondern um zu provozieren. Sie suchen den Streit bewusst, um andere bloßzustellen oder ihren Ruf zu schädigen.

In solchen Fällen müssen wir nicht endlos weiterreden. Die Bibel gibt uns eine klare Orientierung.

In Titus 3,9 (Lutherbibel 2017) steht:

„Törichte Fragen aber, Geschlechtsregister, Streit und Zank über das Gesetz meide; denn sie sind unnütz und nichtig.“

Manchmal ist es weiser, ein Gespräch zu beenden, als es weiterzuführen. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von geistlicher Reife.

Auch 2. Timotheus 2,23–25 (Lutherbibel 2017) erinnert uns:

„Die törichten und unnützen Streitfragen aber weise zurück; du weißt, dass sie Streit erzeugen. Ein Knecht des Herrn aber soll nicht streiten, sondern freundlich sein gegen jedermann, im Lehren geschickt, geduldig, und die Widerspenstigen mit Sanftmut zurechtweisen; vielleicht gibt ihnen Gott die Umkehr zur Erkenntnis der Wahrheit.“

Unser Ziel ist nicht, Diskussionen zu gewinnen – sondern Menschen für die Wahrheit zu gewinnen. Und das geschieht nicht durch Härte, sondern durch Liebe, Geduld und ein demütiges Herz.

Möge der Herr uns dabei helfen.

Der Herr segne dich.

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