Ist die Ehe notwendig?

by Doreen Kajulu | 28 Juli 2020 08:46 p.m.07

Shalom! Herzlich willkommen – lasst uns gemeinsam die Bibel studieren.

Eine der Freiheiten, die Gott dem Menschen geschenkt hat, ist die Möglichkeit zu heiraten. Gott hat die Ehe als einen heiligen Bund zwischen einem Mann und einer Frau eingesetzt. Sie ist gedacht für Gemeinschaft, gegenseitige Hilfe und für die Zeugung und Erziehung von Kindern. Wer gemäß Gottes Ordnung heiratet, darf mit seinem Segen rechnen.

Matthäus 19,4–5 (Lutherbibel 2017):
„Habt ihr nicht gelesen: Der Schöpfer hat sie am Anfang als Mann und Frau geschaffen und gesagt: Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau hängen, und die zwei werden ein Fleisch sein?“

Diese Worte machen deutlich, dass die Ehe Teil von Gottes ursprünglichem Plan für die Menschheit ist. Es geht dabei nicht nur um Zusammenleben, sondern um tiefe Einheit. Das „ein Fleisch sein“ weist zugleich auf das Geheimnis der Beziehung zwischen Christus und seiner Gemeinde hin (Epheser 5,31–32). Die Ehe ist somit eine göttliche Institution, die bereits vor dem Sündenfall eingesetzt wurde.


Ehe ist nicht für jeden zwingend

Gleichzeitig lehrt die Bibel, dass nicht jeder Gläubige zur Ehe berufen ist. Manche Menschen sind von Gott dazu bestimmt, unverheiratet zu bleiben – aus geistlichen Gründen. Der Apostel Paulus schreibt dazu:

1. Korinther 7,32–34 (Lutherbibel 2017):
„Ich möchte, dass ihr frei seid von Sorgen. Wer unverheiratet ist, sorgt sich um die Sache des Herrn, wie er dem Herrn gefalle; wer aber verheiratet ist, sorgt sich um die Dinge der Welt, wie er seiner Frau gefalle, und ist geteilt. Ebenso sorgt sich die unverheiratete Frau oder Jungfrau um die Sache des Herrn, damit sie heilig sei an Leib und Geist; die verheiratete Frau aber sorgt sich um die Dinge der Welt, wie sie ihrem Mann gefalle.“

Paulus zeigt hier, dass das Alleinsein eine ungeteilte Hingabe an Gott ermöglichen kann. Theologisch wird die Ehelosigkeit als eine Gnadengabe verstanden (1. Korinther 7,7), die es erlaubt, dem Herrn ohne Ablenkung zu dienen. Die Ehe ist gut und ehrenvoll, bringt jedoch notwendigerweise Verantwortung und geteilte Aufmerksamkeit mit sich.


Praktische Herausforderungen der Ehe

Die Ehe ist etwas Wunderschönes, aber sie ist auch mit Verpflichtungen verbunden. Wer verheiratet ist:

Das Leben als Single bietet hingegen eine besondere Flexibilität für den Dienst. Ein unverheirateter Gläubiger kann leichter reisen, fasten und sich über längere Zeiträume dem Gebet oder der Verkündigung widmen, ohne Rücksicht auf familiäre Verpflichtungen nehmen zu müssen. Das kann eine große Bedeutung für das Reich Gottes haben.


Biblische Beispiele für Ehelosigkeit im Dienst

Mehrere bedeutende Diener Gottes lebten unverheiratet und widmeten sich ganz ihrem Auftrag:

Ehelosigkeit ist daher kein zweitklassiger Weg, sondern eine vollwertige Berufung – je nach Gottes Plan für den Einzelnen.


Die Ehe als Schutz für Selbstbeherrschung

Die Bibel macht jedoch auch klar, dass die Ehe Gottes guter Weg für Menschen ist, die nicht enthaltsam leben können:

1. Korinther 7,8–9 (Lutherbibel 2017):
„Den Unverheirateten und den Witwen sage ich: Es ist gut, wenn sie bleiben wie ich. Können sie sich aber nicht enthalten, so sollen sie heiraten; denn es ist besser zu heiraten als vor Begierde zu brennen.“

In diesem Sinne ist die Ehe Gottes weise Ordnung, um menschliche Sexualität in einem heiligen Rahmen zu leben. Die Ehe ist keine Sünde – sündig ist vielmehr das Ausleben von Begierde außerhalb von Gottes Willen (Hebräer 13,4).


Warnung vor Zusammenleben ohne Ehe

Das Zusammenleben ohne Ehe wird in der Bibel klar als Sünde bezeichnet – selbst dann, wenn Paare bereits lange zusammenleben oder Kinder haben. Gottes Ruf ist Umkehr und ein verbindlicher, öffentlicher Ehebund:

Hebräer 13,4 (Lutherbibel 2017):
„Die Ehe soll in Ehren gehalten werden bei allen, und das Ehebett unbefleckt; denn die Unzüchtigen und Ehebrecher wird Gott richten.“

Bei der Ehe geht es nicht in erster Linie um Feier, Tradition oder Romantik, sondern um Gehorsam, Bundestreue und Verantwortung vor Gott und Menschen. Eine Beziehung nicht verbindlich zu ordnen, ist letztlich eine Frage der Rechenschaft vor Gott.


Erlösung hat oberste Priorität

Für alle, die sich nach einer Ehe sehnen, gilt: Die Erlösung steht an erster Stelle. Keine irdische Ehe kann unsere Beziehung zu Christus ersetzen. Ohne ihn sind wir verloren. Zudem lehrt Jesus, dass es im Himmel keine Ehe mehr geben wird (Matthäus 22,30). Das ewige Leben ist auf die Gemeinschaft mit Gott ausgerichtet, nicht auf irdische Ordnungen.

Alles beginnt mit der Erlösung – und alles andere, auch die Ehe, ordnet sich ihr unter.


Fazit

Die Ehe ist ein von Gott eingesetzter Segen und spiegelt seine treue Bundesbeziehung zu seinem Volk wider. Gleichzeitig ist auch die Ehelosigkeit eine legitime und wertvolle Berufung, die eine ungeteilte Hingabe an den Herrn ermöglicht. Beide Lebenswege haben geistliche Bedeutung. Entscheidend sind Gehorsam, Treue und die klare Ausrichtung des Lebens auf Gott.

 

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