WENN GOTTES VERHEISSUNGEN UNS PRÜFEN

by Rogath Henry | 7 Oktober 2020 08:46 p.m.10

 

Gepriesen sei der Name unseres Herrn Jesus Christus in Ewigkeit! Heute hat der Herr uns gnädig einen weiteren Lebenstag geschenkt, und ich lade dich ein, tief über Sein Wort nachzudenken, während der Tag unserer Erlösung näher rückt.

Wenn Gott uns eine Verheißung gibt, ist sie oft mit einer Zeit der Prüfung verbunden. Seine Verheißungen erfüllen sich nicht immer sofort, denn Gott möchte, dass unser Glaube und unser Charakter wachsen, während wir warten. Die Schrift zeigt uns, dass Gott Prüfungen zulässt – nicht um uns zu bestrafen, sondern um uns auf die Erfüllung Seiner Verheißungen vorzubereiten und Seine Souveränität zu offenbaren (Jakobus 1,2–4).

Betrachten wir das Leben Josefs. Als Gott ihm eine Vision gab, dass sein Vater, seine Mutter und seine Brüder sich vor ihm verneigen würden (1. Mose 37,5–10), erwartete Josef natürlich, dass dies schnell geschehen würde. Doch das Leben entwickelte sich anders, als er es erwartet hatte. Zuerst verkauften ihn seine Brüder in die Sklaverei. Dann wurde er von Potifars Frau falsch beschuldigt und in das königliche Gefängnis geworfen (1. Mose 39).

Diese Prüfungen kamen nicht vom Teufel, sondern waren Gottes souveräne Prüfung Josefs. Sie waren Teil von Gottes Plan, ihn darauf vorzubereiten, nicht nur Ägypten, sondern auch seine eigene Familie vor der Hungersnot zu retten (1. Mose 45,7–8). Gottes Verheißungen gehen immer mit Prozessen einher, die unseren Charakter läutern und uns Vertrauen lehren (Römer 8,28).

Psalm 105,17–19 (ESV)
„Er sandte einen Mann vor ihnen her: Josef wurde als Sklave verkauft. Sie zwangen seine Füße in Fesseln, sein Hals kam ins Eisen. Bis zu der Zeit, da sein Wort eintraf, prüfte ihn das Wort des HERRN.“

Die Geschichte Josefs veranschaulicht ein Prinzip, das zentral für die christliche Theologie ist: Gottes Vorsehung und Prüfung wirken zusammen. Verheißungen erfüllen sich nach Seinem Zeitplan, nicht nach unserem. Seine Prüfung ist ein Ausdruck Seiner Liebe und bereitet uns darauf vor, das zu empfangen, was Er verheißen hat.

Ebenso zeigt das Leben Abrahams Gottes Prüfung des Glaubens. Gott versprach Abraham, dass er der Vater vieler Nationen sein würde und dass seine Nachkommen so zahlreich wie die Sterne sein sollten (1. Mose 15,5). Doch die Verheißung erfüllte sich nicht sofort. Viele Jahre vergingen, und Abraham blieb bis ins hohe Alter kinderlos. Dann prüfte Gott ihn, indem Er ihn aufforderte, Isaak als Opfer darzubringen (1. Mose 22,1–3).

Diese Prüfung war kein Widerspruch zu Gottes Verheißung, sondern eine Bestätigung von Abrahams Glauben (Hebräer 11,17–19). Abraham gehorchte und vertraute völlig darauf, dass Gott Seinen Bund erfüllen würde. Diese Tat weist prophetisch auf das höchste Opfer Christi hin (Römer 8,32) und zeigt, dass Gottes Plan oft Prüfungen beinhaltet, die die Treuen auf größere Herrlichkeit vorbereiten.

Theologische Betrachtung

Das Muster ist eindeutig: Gottes Verheißungen sind wahr, doch sie verlangen treues Ausharren. Prüfungen sind kein Beweis des Scheiterns; sie sind Gelegenheiten, im Vertrauen, in Geduld und in Heiligkeit zu wachsen. Das Neue Testament nennt dies „Ausharren“ oder „Standhaftigkeit“ im Glauben (Römer 5,3–5). So wie Josef, Abraham und Hiob geprüft wurden, begegnen auch Gläubige heute Herausforderungen, die ihren Glauben läutern.

Als Gemeinde haben wir sogar größere Verheißungen empfangen als jene, die Abraham oder Josef gegeben wurden. Wir sind Erben des Himmelreichs, berufen, mit Christus zu herrschen (Römer 8,16–17), Säulen in Seinem geistlichen Haus zu sein (Offenbarung 3,12) und die ewige Herrlichkeit im neuen Jerusalem zu erben (Offenbarung 21,1–4).

Dennoch lässt Gott Prüfungen zu, um zu bestätigen, ob wir Sein Reich wirklich begehren. Unsere Prüfungen sind keine Hindernisse für Seine Verheißungen; sie sind Werkzeuge göttlicher Vorbereitung. Wenn also Widerstand kommt, zweifle nicht an Gottes Wort. Richte deine Augen fest auf Seine Verheißungen, so wie Abraham und Josef es taten. Selbst wenn noch keine sichtbaren Zeichen vorhanden sind, halte an der Hoffnung auf das ewige Leben und an der Herrlichkeit fest, die uns erwartet.

Jesaja 40,29–31 (ESV)
„Er gibt dem Müden Kraft und Stärke genug dem Unvermögenden. Knaben werden müde und matt, und junge Männer straucheln und fallen; aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.“

Theologische Einsicht

Dieser Abschnitt betont die göttliche Befähigung zum Durchhalten. Gott stärkt die Schwachen und erhält diejenigen, die auf Ihn vertrauen. Prüfungen sind keine Zeichen des Verlassenseins – sie sind Gelegenheiten, in denen Seine Kraft in unserer Schwachheit vollkommen wird (2. Korinther 12,9).

Letztlich lehren uns die Geschichten von Josef, Abraham und Hiob, dass Gottes Verheißungen zuverlässig sind, selbst wenn die Umstände unmöglich erscheinen. Prüfungen dienen Gottes Absicht, läutern unseren Charakter und bereiten uns auf die Herrlichkeit vor. So wie Christus das Kreuz zu unserer Erlösung erduldete (Hebräer 12,2), sind auch wir berufen, mit Geduld und Glauben auszuharren, im Wissen, dass die Erfüllung von Gottes Verheißungen gewiss ist.

Maranatha!

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