by Janet Mushi | 30 November 2020 08:46 p.m.11
Korazin und Bethsaida waren Städte, die am Ufer des Sees Genezareth lagen. Obwohl er oft als „Meer“ bezeichnet wird, ist der See Genezareth technisch gesehen ein See, da er – anders als Meere – Süßwasser enthält. Im Vergleich zum Victoriasee ist er deutlich kleiner, dennoch handelt es sich um ein bedeutendes Gewässer. Der See Genezareth liegt im Norden Israels und ist bis heute ein prägendes geografisches Merkmal.
Rund um diesen See befanden sich drei wichtige Städte: Korazin, Bethsaida und Kapernaum. Ihre Lage lässt sich gut mit Städten wie Mwanza, Mara und Kagera rund um den Victoriasee vergleichen. Zur Zeit Jesu gehörten diese drei Städte zu den ersten Orten, in denen er wirkte. Das ist besonders bedeutsam, weil sie sich in unmittelbarer Nähe zu Nazareth befanden, der Heimatstadt Jesu. Dadurch waren sie in besonderer Weise privilegiert: Sie erlebten viele seiner Wunder aus nächster Nähe und hätten daher die Ersten sein sollen, die Buße tun und ihn als den Retter annehmen.
Doch das Gegenteil geschah. Statt umzukehren, lehnten sie das Evangelium ab. Als Reaktion auf diese Ablehnung sprach Jesus Worte des Gerichts über sie.
20 Da fing er an, die Städte zu schelten, in denen die meisten seiner Taten geschehen waren; denn sie hatten nicht Buße getan:
21 Wehe dir, Korazin! Wehe dir, Bethsaida! Wenn in Tyrus und Sidon die Taten geschehen wären, die bei euch geschehen sind, sie hätten längst in Sack und Asche Buße getan.
22 Doch ich sage euch: Es wird Tyrus und Sidon erträglicher ergehen am Tage des Gerichts als euch.
23 Und du, Kapernaum, wirst du bis zum Himmel erhoben werden? Du wirst bis in die Hölle hinabgestoßen werden. Denn wenn in Sodom die Taten geschehen wären, die bei dir geschehen sind, es stünde noch heute.
24 Doch ich sage euch: Es wird dem Land Sodom erträglicher ergehen am Tage des Gerichts als dir.
Diese Worte Jesu sind eine ernste Warnung. Er verurteilt Städte, die das Vorrecht hatten, seine mächtigen Werke zu sehen, sich aber dennoch weigerten, Buße zu tun. Jesus macht deutlich, dass Städte wie Tyrus und Sidon – bekannt für ihre Gottlosigkeit – längst umgekehrt wären, wenn sie dieselben Wunder erlebt hätten. Doch die Menschen in Korazin, Bethsaida und Kapernaum verhärteten ihre Herzen, obwohl sie die Macht Gottes mit eigenen Augen gesehen hatten.
Der Ausdruck „Wehe dir“ ist ein Ausruf tiefen Schmerzes und zugleich ein Wort des Gerichts. Jesus trauerte über ihren Unglauben und über die verpasste Gelegenheit zur Rettung. Die Schwere dieses Gerichts wird durch den Vergleich mit Tyrus, Sidon und sogar Sodom unterstrichen – Städten, die in der Bibel als Sinnbilder schwerer Sünde gelten. Jesu Aussage ist eindeutig: Ihre Schuld war größer, weil sie die Wahrheit Gottes in Kraft erlebt und dennoch verworfen hatten.
Dieser Abschnitt fordert uns auf, über das Wesen des göttlichen Gerichts nachzudenken. Jesus spricht vom „Tag des Gerichts“ – einer zukünftigen Realität, in der jeder Mensch vor Gott Rechenschaft ablegen muss. Die Bibel lehrt, dass es unterschiedliche Grade des Gerichts gibt, abhängig davon, wie viel Erkenntnis jemand von Gottes Wahrheit hatte und wie er darauf reagierte. In Lukas 12,47–48 sagt Jesus:
47 Der Knecht aber, der den Willen seines Herrn kennt und sich nicht vorbereitet oder nicht tut nach seinem Willen, der wird viele Schläge erleiden.
48 Wer ihn aber nicht kennt und tut, was Schläge verdient, der wird wenige Schläge erleiden. Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr fordern.
(Lukas 12,47–48 – Luther 2017)
Dieses Prinzip gilt auch für Korazin, Bethsaida und Kapernaum. Ihre Ablehnung des Evangeliums trotz der erlebten Wunder führte zu einem schwereren Gericht als für diejenigen, die nie eine solche Gelegenheit zur Umkehr hatten.
In Vers 24 vergleicht Jesus ihr zukünftiges Gericht mit dem von Sodom – einer der berüchtigtsten Städte der Bibel, bekannt für ihre schwere Unmoral und ihre Zerstörung durch Feuer (1. Mose 19,24–25). Sodom gilt oft als Symbol für Gottes Zorn über unbußfertige Sünde. Doch Jesus lehrt hier, dass das Gericht über jene, die Gelegenheit zur Umkehr hatten und sie nicht nutzten, noch schwerer sein wird. Das zeigt, wie ernst die Sünde der Verwerfung Christi ist.
Dieser Abschnitt gibt uns auch einen ernüchternden Einblick in die ewigen Konsequenzen der Ablehnung Christi. In Offenbarung 20,14–15 lesen wir:
14 Und der Tod und sein Reich wurden geworfen in den feurigen Pfuhl. Das ist der zweite Tod: der feurige Pfuhl.
15 Und wenn jemand nicht gefunden wurde geschrieben in dem Buch des Lebens, der wurde geworfen in den feurigen Pfuhl.
(Offenbarung 20,14–15 – Luther 2017)
So schwer irdische Strafen auch sein mögen, die Bibel macht deutlich, dass die ewige Strafe im Feuersee ungleich schlimmer ist. Der Feuersee ist das endgültige Gericht für alle, die ohne Christus sterben. Jesu Warnung an Korazin, Bethsaida und Kapernaum unterstreicht, dass die Ablehnung des Evangeliums ernste und ewige Folgen hat.
Diese Lehre deutet auch darauf hin, dass es unterschiedliche Grade der Strafe in der Hölle gibt. Nicht alle Menschen werden im gleichen Maß leiden. Wer mehr Erkenntnis hatte und das Evangelium bewusst verworfen hat, wird strenger gerichtet werden als jemand, der diese Möglichkeit nie hatte. Das wird unter anderem in Matthäus 11,24 deutlich, wo Jesus sagt, dass es Sodom „erträglicher“ ergehen wird als den Städten, die ihn abgelehnt haben. Die Bibel zeigt, dass das Gericht nicht pauschal ist, sondern dem Maß der Verantwortung entspricht.
Für uns heute ist dieser Text eine eindringliche Mahnung zur Umkehr. Auch wir leben in einer Zeit, in der Gottes Wort, seine Gnade und sein Wirken leicht zugänglich sind. Wie Korazin, Bethsaida und Kapernaum haben auch wir das Vorrecht, das Evangelium zu hören und Gottes Kraft zu erfahren. Die Bibel warnt uns eindringlich davor, diese Gnade zu verwerfen. In Hebräer 10,29 heißt es:
Wie viel schlimmere Strafe, meint ihr, wird der verdienen, der den Sohn Gottes mit Füßen tritt und das Blut des Bundes für unrein hält, durch das er geheiligt wurde, und den Geist der Gnade schmäht?
(Hebräer 10,29 – Luther 2017)
Wer Gottes Gnade erfahren hat, trägt eine umso größere Verantwortung, mit Buße und Glauben zu antworten. Wenn wir über Jesu Worte nachdenken, sollten wir uns selbst prüfen: Nehmen wir das Evangelium mit einem bußfertigen Herzen an? Oder gleichen wir den Städten Galiläas, die die Botschaft der Rettung hörten, sie aber ablehnten?
Jesu Warnungen in Matthäus 11,20–24 sind nicht nur historische Berichte – sie sind eine Warnung für uns heute. Wir leben in einer Zeit, in der das Evangelium so zugänglich ist wie nie zuvor. Dieses Vorrecht dürfen wir nicht auf die leichte Schulter nehmen. Die Ablehnung der Wahrheit Gottes führt zu schwerem Gericht, doch Gott ruft uns zur Umkehr und zum Glauben. Mögen wir nicht denen gleichen, die Wunder sahen und dennoch nicht Buße taten, sondern die Gnade Gottes annehmen und ein Leben führen, das ihn ehrt.
Möge Gott uns helfen, heute die richtige Entscheidung zu treffen.
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