by Janet Mushi | 31 Dezember 2020 08:46 p.m.12
WACHEN UND ANBETEN AN DER SCHWELLE EINES NEUEN ANFANGS
Jedes Jahr, wenn die letzten Stunden des Dezembers verrinnen, stehen wir an einer geistlichen Schwelle. Dieser Moment – der Silvesterabend – ist nicht bloß eine kulturelle Tradition oder eine festliche Unterbrechung des Alltags. Für den Gläubigen ist er eine heilige Gelegenheit. Es ist eine Zeit der Rückschau, der Neuorientierung und der bewussten Antwort an Gott – in Dankbarkeit und Ehrfurcht. Leider wird diese Gelegenheit allzu oft übersehen, als gewöhnliche Nacht behandelt oder mit Ablenkungen und Ausschweifungen gefüllt.
Doch die Bibel erinnert uns daran: Gott wirkt mächtig in den Nachtwachen. Er begegnet seinem Volk nicht nur im hellen Licht des Tages, sondern auch in der Stille der Mitternacht.
Als Gott die Israeliten aus Ägypten befreite, geschah dies nicht am helllichten Tag – sondern um Mitternacht. Der Augenblick der Erlösung aus der Unterdrückung kam in der Dunkelheit, während die Treuen wachsam und gehorsam waren.
„So sollt ihr es essen: gegürtet eure Lenden, Schuhe an euren Füßen und den Stab in eurer Hand, und sollt es essen als die, die fliehen; es ist des HERRN Passa.“
(2. Mose 12,11)
„Denn ich will in derselben Nacht durch Ägypten gehen und alle Erstgeburt schlagen im Lande Ägypten, vom Menschen an bis zum Vieh, und an allen Göttern Ägyptens will ich Gericht halten. Ich bin der HERR.“
(2. Mose 12,12)
In jener Nacht lagen sie nicht entspannt oder schlafend da. Sie waren wachsam. Sie waren nicht für Bequemlichkeit gekleidet, sondern bereit zum Aufbruch. Sie aßen hastig – bereit, in die Freiheit zu ziehen. Geistlich gesehen markierte dieser Moment den Übergang von Knechtschaft zu Erlösung, von einem alten System zu einer neuen Identität im Bund mit Gott.
Was wäre geschehen, wenn sie diese Nacht ignoriert hätten? Wenn sie sie für gewöhnlich gehalten hätten? Sie hätten das Wunder verpasst.
Die „Mitternachtsstunde“ ist in der Schrift oft ein Symbol für Übergang, göttliches Eingreifen und Befreiung. Denken wir an Paulus und Silas im Gefängnis:
„Um Mitternacht aber beteten Paulus und Silas und lobten Gott. Und die Gefangenen hörten sie. Plötzlich aber geschah ein großes Erdbeben … und sogleich wurden alle Türen aufgetan und von allen fielen die Fesseln ab.“
(Apostelgeschichte 16,25–26)
Nicht am Tage, sondern um Mitternacht öffnete der Lobpreis die Gefängnistüren. Mitternacht ist mehr als nur eine Uhrzeit – sie kennzeichnet einen geistlichen Umschlagpunkt, einen göttlichen Moment, in dem Gott auf die Treue seines Volkes antwortet.
Wenn wir uns dem neuen Jahr nähern, ist der Ruf eindeutig: Verschlafe nicht die Schwelle des Wandels. Sei geistlich wach. Jesus warnte seine Jünger:
„Darum wachet; denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt.“
(Matthäus 24,42)
„Wachet und betet, dass ihr nicht in Anfechtung fallt! Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach.“
(Matthäus 26,41)
Der Silvesterabend ist eine Zeit, Gott für seine tragende Gnade zu danken, ihm die eigenen Pläne zu übergeben und seine Herrschaft über die kommenden Tage zu bekennen. Der Wechsel des Kalenders sollte uns nicht müßig, abgelenkt oder fern von Gott antreffen – sondern gegenwärtig in seiner Gegenwart.
Denke an die Prüfungen und Ungewissheiten des vergangenen Jahres. Dass du heute an dieser Schwelle stehst, ist kein Zufall. Du bist hier aus Gnade.
„Die Güte des HERRN ist’s, dass wir nicht gar aus sind, seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß.“
(Klagelieder 3,22–23)
Gott hat dich bewahrt – nicht durch deine eigene Kraft, Weisheit oder deinen Besitz, sondern durch seine Barmherzigkeit. Ein neues Jahr zu beginnen, ohne seine Hand anzuerkennen, heißt, den eigentlichen Sinn zu verfehlen.
Ob du dich in einer Gemeinde versammelst oder zu Hause bist – diese Nacht ist heilig. Schalte den Lärm ab. Lege Ablenkungen beiseite. Versammle dein Haus, so wie es die Israeliten taten, und suche Gott gemeinsam. Bete an. Bete. Denke nach. Weihe das kommende Jahr dem Herrn.
Selbst dort, wo öffentliche Gottesdienste eingeschränkt sind, kann dein Zuhause zu einem heiligen Ort werden. Der Geist Gottes ist nicht an Gebäude gebunden.
„Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.“
(Matthäus 18,20)
Diese Botschaft ist nicht dazu bestimmt, für dich allein zu bleiben. Erinnere andere an die Bedeutung dieser Nacht. Ermutige sie, mit dankbarem Herzen und wachsamen Geist zum Herrn zurückzukehren.
Möge dein neues Jahr geprägt sein von geistlicher Erneuerung, göttlicher Gunst und tiefer Gemeinschaft mit dem Herrn. Mögest du in Freiheit wandeln, Frucht bringen in jedem guten Werk und mit festem Blick auf Christus leben, den Anfänger und Vollender des Glaubens
(vgl. Hebräer 12,2).
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