by Janet Mushi | 6 Januar 2021 08:46 a.m.01
Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus!
Heute wollen wir über einen der wichtigsten, aber oft missverstandenen Aspekte des christlichen Lebens nachdenken: die Heiligung. Viele Gläubige nehmen die Erlösung an, bleiben jedoch stehen und verfolgen nicht die tägliche Verwandlung, die Gott für sie vorgesehen hat. Um im Sieg zu leben und den Charakter Christi widerzuspiegeln, müssen wir den Prozess der Heiligung verstehen und aktiv darin leben.
Heiligung ist der Prozess, durch den Gläubige Schritt für Schritt heilig gemacht werden – ausgesondert für Gottes Zwecke und verwandelt in das Bild Christi. Während die Rechtfertigung in dem Moment geschieht, in dem wir an Jesus glauben (vgl. Römer 5,1), ist die Heiligung ein fortlaufender Prozess während des ganzen christlichen Lebens.
„Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, dass ihr meidet die Unzucht …“
(1. Thessalonicher 4,3)
In der biblischen Theologie lassen sich drei Aspekte der Heiligung unterscheiden:
Nach der Schrift ist jeder Gläubige ein Heiliger – nicht aufgrund menschlicher Anerkennung, sondern durch Gottes Erklärung. Das griechische Wort hagios (ἅγιος), das mit „Heilige“ übersetzt wird, bedeutet „die Abgesonderten“ oder „die Geheiligten“.
„An die Gemeinde Gottes in Korinth, an die Geheiligten in Christus Jesus, die berufenen Heiligen …“
(1. Korinther 1,2)
Ein Mensch wird nicht durch jahrelange religiöse Leistungen ein Heiliger, sondern durch Buße, Glauben an Jesus Christus und das Empfangen des Heiligen Geistes. Von diesem Moment an ist er berufen, seine Heiligkeit im Alltag auszuleben.
Viele Christen glauben fälschlicherweise, dass nach der Bekehrung keine weitere Veränderung notwendig sei. Doch die Bibel lehrt klar: Ohne Heiligung stagniert das geistliche Leben – oder es verkümmert sogar.
„Jagt dem Frieden nach mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird.“
(Hebräer 12,14)
Das ist eine ernste Wahrheit: Heiligkeit ist keine Option. Sie ist der Beweis echter Erlösung und der Weg zur ewigen Gemeinschaft mit Gott.
Jesus warnte davor, dass in den letzten Tagen viele vom Glauben abfallen und zu einem sündigen Lebensstil zurückkehren würden. Das Streben nach Heiligkeit muss fortwährend sein, sonst droht geistlicher Niedergang:
„Wer böse ist, der sei fernerhin böse, und wer unrein ist, der sei fernerhin unrein; wer gerecht ist, der übe fernerhin Gerechtigkeit, und wer heilig ist, der sei fernerhin heilig.“
(Offenbarung 22,11)
Wie eine Batterie, die sich entlädt, wenn sie nicht aufgeladen wird, wird auch die Seele kraftlos, wenn die Heiligung vernachlässigt wird.
Das Wort Gottes ist das wichtigste Werkzeug der Heiligung. Wenn wir es lesen und ihm gehorchen, erneuert der Heilige Geist unser Denken und unser Herz.
„Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit.“
(Johannes 17,17)
„Ihr habt eure Seelen gereinigt im Gehorsam der Wahrheit …“
(1. Petrus 1,22)
Der tägliche Umgang mit der Schrift erneuert unseren Sinn (Römer 12,2) und befähigt uns, der Sünde zu widerstehen.
Gebet erhält unsere geistliche Verbindung zu Gott, und Fasten schwächt das Fleisch, damit der Geist führen kann. Gemeinsam schenken sie geistliche Kraft und Unterscheidungsvermögen.
„Wachet und betet, dass ihr nicht in Anfechtung fallt. Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach.“
(Matthäus 26,41)
Fasten erinnert uns daran, dass der Mensch nicht vom Brot allein lebt, sondern von jedem Wort, das aus dem Mund Gottes kommt (Matthäus 4,4).
Heiligung erfordert bewusste Hingabe. So wie Sportler ihren Körper trainieren, sollen wir uns in der Gottesfurcht üben.
„Übe dich selbst aber in der Frömmigkeit. Denn die leibliche Übung ist wenig nütze; die Frömmigkeit aber ist zu allen Dingen nütze …“
(1. Timotheus 4,7–8)
Mit der Zeit wird der Gehorsam leichter, wenn sich gottesfürchtige Gewohnheiten bilden.
Heiligung wächst, wenn wir anderen dienen und das Evangelium weitergeben. Während wir uns hingeben, erfüllt uns der Heilige Geist immer neu.
„Und dienet einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade Gottes.“
(1. Petrus 4,10)
„Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker …“
(Matthäus 28,19)
Evangelisation erinnert uns an unseren Auftrag und vertieft unsere Abhängigkeit vom Geist Gottes.
Gottes letztliches Ziel ist es, uns dem Bild seines Sohnes gleichzugestalten:
„Denn welche er zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Bild seines Sohnes gleich zu sein …“
(Römer 8,29)
Je mehr wir in der Heiligung wachsen, desto klarer spiegeln wir Jesus in dieser Welt wider. Das verherrlicht Gott und zieht andere zu ihm.
Heiligung bedeutet nicht Vollkommenheit, sondern Ausrichtung. Es geht darum, sich täglich dem Heiligen Geist zu unterstellen, dem Wort Gottes zu gehorchen und Christus mit ganzem Herzen nachzufolgen.
„Denn wenn diese Dinge bei euch vorhanden sind und zunehmen, lassen sie euch nicht träge noch unfruchtbar sein in der Erkenntnis unseres Herrn Jesus Christus.“
(2. Petrus 1,8)
Lasst uns nicht passiv im Glauben sein, sondern dem Ziel der Heiligkeit nachjagen – in dem Wissen, dass Jesus bald wiederkommt.
Maranatha! Komm, Herr Jesus!
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