by Janet Mushi | 29 Januar 2021 08:46 p.m.01
Gepriesen sei der Name unseres Herrn Jesus Christus, jetzt und in Ewigkeit. Amen.
Herzlich willkommen – lasst uns gemeinsam Zeit nehmen, um die Worte des Lebens zu betrachten. Heute wollen wir uns mit dem Thema Berufung beschäftigen und damit, wie sie sich von Mensch zu Mensch unterscheidet, gemäß Gottes einzigartigem Plan für jeden Einzelnen.
Beginnen wir mit der Lesung dieser Bibelstellen:
„Johannes ist gekommen, aß nicht und trank nicht; so sagen sie: Er hat einen bösen Geist.
Der Menschensohn ist gekommen, isst und trinkt; so sagen sie: Siehe, was ist dieser Mensch für ein Fresser und Weinsäufer, ein Freund der Zöllner und Sünder! Und doch ist die Weisheit gerechtfertigt worden aus ihren Werken.“
Jesus stellt sich selbst Johannes dem Täufer gegenüber und macht deutlich, dass beide eine göttliche Berufung hatten, ihr Lebensstil jedoch sehr unterschiedlich war. Johannes lebte abgesondert von der Welt, in strenger Askese, als Zeichen der Buße (vgl. Matthäus 3,4). Jesus hingegen suchte bewusst die Nähe der Menschen, aß und trank mit ihnen. Seine Sendung bestand darin, Sünder durch Gemeinschaft und Liebe zur Umkehr zu rufen. Beide Lebensweisen waren Teil von Gottes Heilsplan – doch jede Berufung war einzigartig und diente einem anderen Zweck in Gottes großer Geschichte.
Wie wir wissen, bestand die Berufung Johannes des Täufers darin, dem Herrn den Weg zu bereiten (vgl. Lukas 3,4). Sein Leben in der Wüste, fern von weltlichen Freuden, machte die Notwendigkeit der Umkehr sichtbar. Jesus hingegen – obwohl wahrer Gott – lebte mitten unter den Menschen und hatte Gemeinschaft sogar mit Sündern. Das bedeutet nicht, dass Jesus die Sünde billigte; vielmehr kam er, um zu heilen und nicht zu verurteilen (vgl. Lukas 5,31–32).
Betrachten wir eine weitere Schlüsselstelle:
„Als aber die Boten des Johannes weggegangen waren, fing er an, zum Volk über Johannes zu reden: Was seid ihr hinausgegangen in die Wüste zu sehen? Wolltet ihr ein Rohr sehen, das im Wind schwankt?
Oder was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr einen Menschen sehen, der in weichen Kleidern geht? Siehe, die in prächtigen Kleidern gehen und üppig leben, sind in den Königspalästen.“
Jesus lenkt den Blick auf die Schlichtheit Johannes’ und fordert die Menschen heraus, darüber nachzudenken, was einen wahren Boten Gottes ausmacht. Johannes ließ sich nicht von Reichtum oder Macht beeindrucken, sondern blieb seiner Berufung treu. Damit macht Jesus deutlich: Wahre Größe im Reich Gottes zeigt sich nicht in äußerem Ansehen oder weltlichem Status, sondern im Gehorsam gegenüber Gottes Willen (vgl. Matthäus 5,3–12).
Das Leben Jesu mitten unter den Menschen zeigt uns, dass unsere Berufung nicht darin besteht, die Welt abzulehnen, sondern uns um des Reiches Gottes willen in sie hineinzugeben. Wie Jesus selbst betet, sind wir „in der Welt, aber nicht von der Welt“ (vgl. Johannes 17,14–16).
Johannes lebte bewusst in räumlicher Distanz zur Gesellschaft und rief zur Buße auf (vgl. Markus 1,6). Jesu Dienst hingegen war von Nähe geprägt: Nähe zu den Menschen, zu den Ausgegrenzten, zu den Verlorenen. Das Reich Gottes bedeutet Erlösung, nicht Ausgrenzung. Beide erfüllten Gottes Willen – auf unterschiedliche Weise.
„Ein jeder bleibe in dem Stand, in dem er berufen wurde.
Bist du als Sklave berufen? So lass es dich nicht kümmern; kannst du aber frei werden, so nutze es vielmehr.
Denn wer als Sklave im Herrn berufen ist, der ist ein Freigelassener des Herrn; ebenso ist, wer als Freier berufen ist, ein Knecht Christi.“
Paulus lehrt, dass unser äußerer Lebensstand – ob frei oder unfrei – nicht unsere geistliche Identität bestimmt. Er verharmlost die Realität der Sklaverei nicht, sondern macht deutlich, dass unser Wert und unsere Berufung in Christus liegen. Unsere Aufgabe ist es, Christus in der Situation zu dienen, in der wir uns befinden.
Dieses Prinzip gilt für alle: Wenn Gott dich in eine scheinbar geringe Position beruft, mindert das deinen Wert nicht. Du bist dennoch ein Diener Christi mit einer ewigen Berufung (vgl. Galater 3,28). Und wenn sich deine Umstände ändern, dann nutze diese Freiheit zur Ehre Gottes (vgl. 1. Petrus 2,16).
Im Buch Nehemia begegnen wir einem Mann, der seine Berufung inmitten seiner Position erkannte. Obwohl er Mundschenk des Königs war – ein Amt mit Verantwortung und Vertrauen – war sein Herz bewegt über den zerstörten Zustand Jerusalems (vgl. Nehemia 1,4). Gott gebrauchte genau diese Stellung, um Großes zu bewirken: den Wiederaufbau der Stadtmauern. Nehemias Leben zeigt uns, dass Gott uns an jedem Ort zu Werkzeugen seines Reiches machen kann.
„Bist du an eine Frau gebunden, so suche nicht, davon loszukommen. Bist du frei von einer Frau, so suche keine.
Wenn du aber heiratest, so sündigst du nicht; und wenn eine Jungfrau heiratet, so sündigt sie nicht. Solche aber werden Bedrängnis im Fleisch haben; ich aber möchte euch schonen.“
Paulus ermutigt die Gläubigen, Zufriedenheit in ihrem jeweiligen Lebensstand zu finden. Ob verheiratet oder ledig – jeder hat eine Berufung, Gott zu dienen. Paulus verurteilt die Ehe nicht, sondern weist darauf hin, dass irdische Bindungen auch Herausforderungen mit sich bringen können, die den Blick auf das Reich Gottes beanspruchen (vgl. Matthäus 19,29–30).
Paulus selbst lebte unverheiratet (vgl. 1. Korinther 7,8) und zeigt, dass die Ehelosigkeit besondere Freiheit für den Dienst am Herrn schenken kann. Zugleich ist die Ehe eine gute und ehrenvolle Berufung (vgl. Hebräer 13,4), in der Gott ebenso treu gedient werden soll.
„Er aber sprach zu ihnen: Dies Wort fasst nicht jedermann, sondern nur die, denen es gegeben ist.
Denn es gibt Verschnittene, die von Mutterleib so geboren sind, und es gibt Verschnittene, die von Menschen verschnitten sind, und es gibt Verschnittene, die sich selbst verschnitten haben um des Himmelreichs willen. Wer es fassen kann, der fasse es!“
Jesus macht hier deutlich, dass nicht jeder zur Ehe berufen ist. Manche sind dazu befähigt, um des Reiches Gottes willen ehelos zu leben, um sich ungeteilt dem Dienst für Gott zu widmen. Diese Aussage bestätigt, dass auch die bewusste Ehelosigkeit eine wertvolle und von Gott gegebene Berufung sein kann (vgl. Matthäus 6,33).
Gottes Berufung für unser Leben ist einzigartig und voller Sinn. So wie Johannes der Täufer dazu berufen war, den Weg für Jesus zu bereiten, und Jesus selbst den Auftrag hatte, durch sein Leben und seinen Tod Rettung zu bringen, so ist auch jeder von uns zu einem bestimmten Dienst berufen.
Der Schlüssel liegt nicht im Vergleich mit anderen, sondern darin, den Platz anzunehmen, an den Gott uns gestellt hat, und ihm dort treu zu dienen.
Denken wir an die Worte des Paulus in 1. Korinther 12,12–14: Der Leib Christi besteht aus vielen Gliedern, und jedes einzelne ist notwendig. Ob frei oder gebunden, verheiratet oder ledig – deine Berufung ist wichtig für den Aufbau von Gottes Reich. Jedes Glied hat seine Aufgabe.
Gott segne dich.
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