DIE KRAFT DES NASIRÄERS DES HERRN.

by Dorcas Kulwa | 26 März 2021 08:46 a.m.03

 


DIE KRAFT DES NASIRÄERS DES HERRN

Gepriesen sei der Name unseres Erlösers Jesus Christus.

WER IST EIN NASIRÄER?

Ein Nasiräer ist ein Mensch, der sich bewusst von bestimmten Dingen absondert, um ein Gelübde oder eine Verheißung zu erfüllen, die er Gott gegeben hat.
Im Alten Testament waren mit einem Gelübde vor Gott klare Anweisungen verbunden. Diese sollten sicherstellen, dass das Gelübde nicht vergessen oder gebrochen wurde.

Das erste und grundlegende Gebot für jeden, der unter einem solchen Gelübde stand, lautete:
Kein Wein und kein anderes berauschendes Getränk.

4. Mose 6,1–4
Der HERR sprach zu Mose:
„Rede zu den Israeliten und sprich zu ihnen: Wenn ein Mann oder eine Frau ein besonderes Gelübde ablegt, ein Nasiräergelübde, um sich dem HERRN zu weihen,
so soll er sich von Wein und starkem Getränk fernhalten. Er soll weder Weinessig noch Essig aus starkem Getränk trinken, keinen Traubensaft trinken und keine Trauben essen, weder frische noch getrocknete.
Während der ganzen Zeit seiner Absonderung soll er nichts zu sich nehmen, was vom Weinstock stammt – weder Kerne noch Schalen.“

WARUM VERBOT GOTT BERAUSCHENDE GETRÄNKE?

Weil Alkohol den Verstand benebelt und die geistliche Wachsamkeit schwächt.
Ein berauschter Mensch vergisst leicht seine Verpflichtungen und handelt schnell gegen das Gelübde, das er vor Gott abgelegt hat. Das führt zu Sünde und bringt Schande.

Darum muss jeder, der sich Gott weiht, nüchtern, wachsam und selbstbeherrscht bleiben. Nichts darf sein klares Urteilsvermögen oder sein geistliches Bewusstsein rauben.

DAS ZWEITE GESETZ DES NASIRÄERS: DAS HAAR DARF NICHT GESCHNITTEN WERDEN

4. Mose 6,5
„Während der ganzen Zeit seines Weihegelübdes soll kein Schermesser auf sein Haupt kommen. Bis die Tage erfüllt sind, die er dem HERRN geweiht hat, soll er heilig sein und das Haar auf seinem Haupt frei wachsen lassen.“

Das Haar war ein sichtbares Zeichen der Gegenwart Gottes und seines Schutzes.
So wie das Haar Tag für Tag weiterwächst, so erneuern sich auch Gottes Gnade und Barmherzigkeit fortwährend über seinem Volk.

Klagelieder 3,22–23
„Die Gnade des HERRN ist nicht zu Ende, sein Erbarmen hört niemals auf.
Jeden Morgen ist es neu; groß ist deine Treue.“

Deshalb durfte kein Nasiräer sein Haar schneiden, bis das Gelübde erfüllt war.
(Auch im Neuen Testament finden wir Hinweise auf solche Gelübde – siehe Apostelgeschichte 18,18 und 21,23.)

DIE HEILIGKEIT UND KRAFT DES NASIRÄERS

Neben dem Verzicht auf Wein und dem Nichtschneiden der Haare musste der Nasiräer sich von jeder Art der Verunreinigung fernhalten.
Wurde er unrein oder brach eines der Gebote, verlor das Gelübde seine Gültigkeit und wurde zur Sünde.

Doch auf denen, die ihr Gelübde treu hielten, lag ein besonderer Segen:
die übernatürliche Kraft der Gegenwart Gottes. Sie schützte sie vor geistlichen Feinden und verlieh ihnen eine Stärke, die weit über das Natürliche hinausging.

SIMSON – VON MUTTERLEIB AN ABGESONDERT

Ein herausragendes Beispiel ist Simson – ein Mann, der bereits im Mutterleib unter das Nasiräergelübde gestellt wurde.
Solange er in seiner Weihe blieb, wirkte Gottes Kraft mächtig durch ihn. Doch als er seine Absonderung vergaß und das Gelübde brach, wich die Kraft von ihm.

Die Bibel macht deutlich: Simson war ein von Gott selbst erwählter Nasiräer – noch vor seiner Geburt.

Richter 13,3–5
„Der Engel des HERRN erschien der Frau und sprach zu ihr:
Siehe, du bist unfruchtbar und hast keine Kinder geboren, aber du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären.
Darum hüte dich nun und trinke keinen Wein und kein starkes Getränk und iss nichts Unreines.
Denn siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären. Kein Schermesser soll auf sein Haupt kommen, denn der Knabe wird ein Nasiräer Gottes sein von Mutterleib an. Er wird beginnen, Israel aus der Hand der Philister zu retten.“

Simsons Haar durfte nicht geschnitten werden – nicht, weil er von Natur aus besonders war, sondern weil er unter einem göttlichen Gelübde stand.
Weinverzicht und ungeschnittenes Haar waren äußere Zeichen einer inneren Weihe.

DAS WAHRE GEHEIMNIS VON SIMSONS STÄRKE

Viele glauben, Simsons Kraft habe allein in seinem Haar gelegen.
Doch in Wahrheit lag sie im Wort Gottes, das sein Leben regelte.

Hätte Delila ihn dazu gebracht, Wein zu trinken, statt ihm die Haare zu schneiden, wäre seine Kraft genauso gewichen. Denn auch das Trinken von Wein hätte das göttliche Gebot für Nasiräer gebrochen.

4. Mose 6,1–5 (zur Erinnerung)
„… er soll sich von Wein und starkem Getränk fernhalten … kein Schermesser soll sein Haupt berühren …“

Ob durch das Schneiden der Haare oder durch das Trinken von Wein – das Brechen des Gelübdes bedeutete den Verlust der göttlichen Kraft.
Genau das geschah bei Simson: Er verriet seine Weihe, und seine Stärke verließ ihn.

DAS GEGENBILD IM NEUEN BUND – UNSERE GEISTLICHEN GELÜBDE

Im Alten Bund waren Gelübde sichtbar und äußerlich.
Im Neuen Bund stehen auch wir unter Gelübden – geistlicher Natur.

Einige davon legen wir selbst ab, etwa wenn wir Gott versprechen, ihm zu dienen oder ihn zu ehren.
Andere jedoch legt Gott selbst auf uns.

Wer von neuem geboren wird, wird durch den Heiligen Geist von Gott abgesondert. Dieses neue Leben in Christus ist ein Gelübde der Heiligkeit.
Wenn wir entgegen dem Wort Gottes leben, öffnen wir dem Feind die Tür, unsere geistliche Stärke zu rauben – unser „geistliches Haar“ abzuschneiden.

WIE SATAN UNSERE GEISTLICHE KRAFT RAUBT

Durch sexuelle Sünde
Wenn ein Gläubiger nach seiner Wiedergeburt in Unmoral fällt, gibt er seine geistliche Kraft dem Feind preis.
Das war Simsons größter Fallstrick.

Sprüche 31,3
„Gib deine Kraft nicht den Frauen …“

 

1. Korinther 6,18
„Flieht die Unzucht! Jede andere Sünde ist außerhalb des Leibes; wer aber Unzucht treibt, sündigt gegen seinen eigenen Leib.“

Die Schrift sagt: Flieht – nicht verhandelt, nicht zögert.
Doch viele Christen, besonders junge Menschen, lassen sich auf Beziehungen ein, die sie geistlich verunreinigen.
Dann wundern sie sich, warum ihre Gebete kraftlos werden, Versuchungen sie leicht überwinden und die Freude am Wort Gottes verschwindet.
Der Grund ist klar: Die geistliche Kraft wurde bereits geraubt.

Durch Götzendienst
Alles, was den Platz Gottes in unserem Herzen einnimmt, wird zum Götzen.
Das kann ein Mensch sein, Geld, Ansehen oder das eigene Ego.
Götzen rauben geistliche Kraft und zerstören unsere Weihe.

Und es gibt viele weitere, oft verborgene Wege, durch die Sünde uns von unserer heiligen Berufung trennt.

EIN RUF ZUR UMKEHR UND WIEDERHERSTELLUNG

Vielleicht wurde auch deine geistliche Kraft bereits geraubt.
Einst warst du stark im Gebet, voller Glauben und Eifer – doch heute fühlst du dich schwach und gebunden wie Simson.

Doch es gibt Hoffnung.

Demütige dich vor Gott. Kehre von Herzen um.
Trenne dich von jeder Sünde – sei es Unzucht, Lüge oder Götzendienst.
Gott ist reich an Barmherzigkeit. Er wird dich wiederherstellen, so wie er Simson wiederhergestellt hat, als dessen Haar wieder zu wachsen begann.

Als Simson Buße tat, kehrte seine Kraft zurück – und er vollbrachte am Ende mehr als in seinem ganzen Leben zuvor.

So wird Gott auch deine geistliche Stärke erneuern, wenn du zu deiner ersten Liebe zurückkehrst.

LETZTER AUFRUF

Wenn du die Welt noch liebst und dein Leben Jesus Christus noch nicht übergeben hast, dann bedenke:
Du bist wie ein Gefangener, dessen Augen vom Feind geblendet wurden.

Doch heute ruft Christus noch. Komm zu ihm.
Es wird eine Zeit kommen, in der du dir nur noch eine einzige Gelegenheit wünschst – und sie wird nicht mehr da sein.

Jesaja 55,6

„Sucht den HERRN, solange er zu finden ist; ruft ihn an, solange er nahe ist.“

Möge der Herr dich segnen, dich erneuern und dir Kraft schenken, treu in deiner heiligen Berufung zu wandeln.

Amen.

 

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