by Dorcas Kulwa | 31 Mai 2021 08:46 a.m.05
Sind wir nur ein hallender Gong oder klirrende Zimbeln?
„Gnade und Frieden sei mit euch allen von unserem Herrn und Retter Jesus Christus.“
Lasst uns einen Moment innehalten und über eine wichtige Botschaft nachdenken, die uns der Apostel Paulus hinterlassen hat – eine Botschaft, die das Fundament unseres Glaubens auf den Prüfstand stellt.
In 1. Korinther 13,1–3 (LUT) schreibt Paulus:
„Wenn ich in den Sprachen der Menschen oder der Engel reden könnte, hätte aber die Liebe nicht, so wäre ich nur ein klingender Gong oder eine lärmende Zimbel.
Wenn ich prophetisch reden und alle Geheimnisse kennen könnte, wenn ich alles Wissen hätte und allen Glauben besäße, sodass ich Berge versetzen könnte – hätte ich aber die Liebe nicht, so wäre ich nichts.
Wenn ich alles, was ich habe, den Armen gäbe und meinen Leib hingäbe, um mich zu rühmen – hätte ich aber die Liebe nicht, so nützte es mir nichts.“
Die Gemeinde in Korinth war geistlich hochbegabt, doch Paulus erkannte: Ihren Gaben fehlte etwas Wesentliches – die Liebe. Die selbstlose, opferbereite, auf Gott ausgerichtete Liebe ist das Herzstück eines christlichen Lebens.
Paulus benutzt ein eindrückliches Bild: Selbst wenn wir himmlische Sprachen sprechen oder große Glaubenswerke tun – ohne Liebe erzeugen wir nur Lärm. Wie ein Gong oder klirrende Zimbeln hinterlassen wir vielleicht Eindruck, doch innerlich sind wir leer. Laut, aber bedeutungslos. Genauso verhält es sich mit geistlichen Gaben oder religiösen Handlungen ohne echte Liebe.
Jesus fasst in Matthäus 22,37–40 das gesamte Gesetz in zwei Geboten zusammen:
„Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Verstand.
Dies ist das größte und erste Gebot.
Ein zweites ist ihm gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“
Ohne diese doppelte Liebe – zu Gott und zu den Menschen – verlieren unser Gottesdienst, unser Einsatz für andere und unsere Opfer ihren wahren Wert.
Paulus beschreibt in 1. Korinther 13,4–8 die Eigenschaften echter Liebe:
„Die Liebe ist geduldig und freundlich. Sie ist nicht neidisch, prahlt nicht und ist nicht arrogant.
Sie behandelt andere respektvoll, ist nicht selbstsüchtig, lässt sich nicht leicht reizen und hält niemandem etwas vor.
Sie freut sich nicht über das Böse, sondern freut sich an der Wahrheit.
Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand.
Die Liebe hört niemals auf.“
Das ist die Liebe, die Gott uns durch Christus gezeigt hat:
Römer 5,8 LUT
„Gott aber beweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns starb, als wir noch Sünder waren.“
Wir haben sie nicht verdient – doch Gott schenkt sie uns frei. Das ist Agape – die Liebe, die wir weitergeben sollen.
Manchmal beginnen Menschen ihren geistlichen Weg voller Eifer, vor allem nach Wundern oder Durchbrüchen. Aber wenn dieser Eifer nicht aus Liebe zu Gott kommt, verblasst er schnell. Wie ein Gong ist er zuerst laut, verstummt dann aber. Jesus beschreibt das im Gleichnis vom Sämann: Manche nehmen das Wort freudig auf, aber in Zeiten der Prüfung fallen sie ab (Matthäus 13,20–21 LUT).
Ein Beispiel aus der Praxis: Ein bekannter Pastor in Jamaika, berühmt für prophetische Gaben, konnte tiefste Herzensgeheimnisse offenbaren. Doch während eines kraftvollen Gottesdienstes brach er in Tränen aus und gestand lang verborgenes Fehlverhalten. Seine Gaben blieben – doch sein Herz war nicht im Einklang mit Gott. Paulus würde sagen: er war eine „klirrende Zimbel“ – äußerlich beeindruckend, innerlich leer.
Jesus warnt ebenfalls:
Matthäus 7,21–23 LUT
„Nicht jeder, der zu mir sagt: ‚Herr, Herr!‘, wird in das Himmelreich eingehen … Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: ‚Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt …?‘ Dann werde ich ihnen antworten: ‚Ich habe euch nie gekannt.‘“
Wir sollten ständig unser Herz prüfen: Predigen wir, singen wir, evangelisieren wir oder dienen wir anderen aus echter Liebe zu Gott und den Menschen – oder geht es um Anerkennung, Tradition oder persönlichen Vorteil?
Wenn unsere Taten nicht aus Liebe geschehen, kann Gott sie nicht annehmen. Paulus schreibt in Galater 5,6:
„Denn in Christus Jesus kommt es auf die Liebe an, die sich im Glauben zeigt.“
Lasst uns nicht umsonst wirken. Wir wollen keine Christen sein, die geistlich klingen, aber innerlich leer sind. Wunder, Zungenreden oder volle Kirchen bedeuten nichts, wenn unser Herz fern von Gott ist.
Jesus sagt zur Gemeinde in Ephesus:
Offenbarung 2,4–5 LUT)
„Doch ich habe gegen dich, dass du deine erste Liebe verlassen hast. Gedenke nun, von wo du gefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke wieder.“
Lassen wir uns nicht von der Welt oder Routine von Gott abbringen. Lieben wir Gott nicht nur für das, was er tut, sondern für wer er ist. Lieben wir Menschen nicht nur, wenn sie uns lieben, sondern weil Christus uns zuerst geliebt hat.
Ohne Liebe ist alles, was wir für Gott tun, vergeblich. Stellen wir die Liebe an erste Stelle – geduldig, selbstlos, vergebend. Nur diese Liebe bleibt bestehen, wenn Gaben, Wissen und Sprachen vergehen.
1 Korinther 13,13 LUT
„Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; die Liebe ist die größte unter ihnen.“
Möge der Herr uns helfen, in einer Liebe zu leben, die sein Herz widerspiegelt.
Gott segne euch – teilt diese Botschaft mit anderen.
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