Erwarte, dass Gott durch kleine Dinge zu dir spricht.

by Dorcas Kulwa | 6 August 2021 08:46 p.m.08

 


Erwarte, dass Gott durch kleine Dinge zu dir spricht

Shalom und herzlich willkommen zu dieser Zeit im Wort Gottes.

Gottes liebevolle Warnungen vor dem Gericht

Die Bibel zeigt uns immer wieder: Gott lässt seine Kinder nicht ohne Warnung ins Verderben laufen. Aus seiner Barmherzigkeit gibt er Zeichen, kleine Hinweise oder direkte Worte, um uns auf den richtigen Weg zurückzuführen. Diese Warnungen kommen nicht immer in Form großer Visionen oder prophetischer Stimmen. Manchmal nutzt Gott die unscheinbarsten, unerwartetsten Mittel, um zu uns zu sprechen. Wenn wir geistlich unempfindlich sind, könnten wir seine Stimme völlig überhören.

Amos 3,7

„Sicherlich tut der HERR, der HERR, nichts, ohne dass er sein Geheimnis seinen Knechten, den Propheten, offenbart.“

Gott kann seinen Willen also nicht nur durch Propheten offenbaren, sondern auch durch die Schöpfung, unser Gewissen, die Umstände – und manchmal sogar durch Tiere.

Beispiel 1: Bileam und der Esel – Gott spricht durch das Unerwartete

In 4. Mose 22,21–35 begegnen wir Bileam, einem Mann, der berufen wurde, Israel zu verfluchen. Obwohl Gott ihm zunächst sagte, nicht zu gehen (4. Mose 22,12), bestand Bileam später darauf und bekam unter bestimmten Bedingungen die Erlaubnis. Doch sein Herz war längst nicht im Einklang mit Gottes Willen.

Um ihn zu warnen, ließ Gott seinen Esel ihn dreimal aufhalten – jedes Mal, als ein Engel des Herrn mit gezogenem Schwert im Weg stand:

4. Mose 22,28

„Da öffnete der HERR dem Esel den Mund, und er sprach zu Bileam: Was habe ich dir getan, dass du mich nun dreimal geschlagen hast?“

Erst als Gott Bileams Augen öffnete, erkannte er den Engel und das Ausmaß seines Ungehorsams. Dieses Beispiel zeigt uns: Gott kann sogar Tiere oder unbelebte Mittel nutzen, um unsere Aufmerksamkeit zu erwecken, wenn wir auf einem gefährlichen Weg sind.

Beispiel 2: Petrus und der Hahn – Gottes Warnung zur rechten Zeit

Petrus, ein enger Jünger Jesu, hatte selbstbewusst erklärt, dass er Jesus niemals verleugnen würde (Markus 14,29). Doch Jesus, der die menschliche Schwäche kennt, sagte:

Markus 14,30

„Wahrlich, ich sage dir: Noch diese Nacht, ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.“

Und genau so geschah es. Petrus verleugnete Jesus nicht einmal, sondern dreimal. Nach der ersten Verleugnung krähte der Hahn (Markus 14,68). Es war Gottes erste Warnung – doch Petrus verstand sie nicht. Erst beim zweiten Hahnenschrei erkannte er, was geschehen war:

Markus 14,72

„Sogleich krähte der Hahn ein zweites Mal. Und Petrus dachte an das Wort Jesu… und brach in Tränen aus.“

Lukas beschreibt es noch eindrucksvoller:

Lukas 22,61–62

„Da wandte sich der Herr um und sah Petrus an. Und Petrus erinnerte sich an das Wort des Herrn… und ging hinaus und weinte bitterlich.“

Dieser Blick Jesu war kein strafender, sondern ein mitfühlender. Er führte Petrus zur Umkehr. Theologisch zeigt dies, dass Gottes Gnade uns erreicht, selbst wenn wir scheitern, und uns die Möglichkeit gibt, zurückzukehren.

Gottes Wege sind oft anders als erwartet

Wir erwarten oft, dass Gott durch große Prediger, überwältigende Träume oder spektakuläre Offenbarungen spricht. Doch Gott ist nicht darauf beschränkt. Die Bibel ist voll von Beispielen, in denen er das Unscheinbare, Schwache und Unerwartete nutzt:

Durch einen brennenden Dornbusch rief er Mose (Exodus 3).

Durch Raben ernährte er Elia (1. Könige 17,6).

Fischer und Zöllner wählte er zu Aposteln (Matthäus 4,18–22; 9,9).

Ein Jungenmittagessen reichte, um Tausende zu speisen (Johannes 6,9–11).

Und ein leises Flüstern sprach zu Elia (1. Könige 19,11–12).

Paulus erinnert uns daran:

1. Korinther 1,27

„Gott aber hat das, was in der Welt töricht ist, erwählt, um die Weisen zu beschämen; und das, was schwach ist, hat Gott erwählt, um das Starke zu beschämen.“

Hörst du zu, wenn Gott spricht?

Heute kann Gott durch jemanden zu dir sprechen, den du am wenigsten erwartest – einen einfachen Prediger, ein Kind, einen Traum, ein zufälliges Gespräch oder eine alltägliche Situation. Wer auf ein dramatisches Erlebnis wartet, übersieht oft die leisen Hinweise, die Gott täglich gibt.

Matthäus 11,15

„Wer Ohren hat zu hören, der höre!“

Und unterschätze niemals die Botschaft wegen des Boten. Vielleicht wartest du auf eine Stimme, die du bewunderst – aber Gott spricht durch jemanden, den du übersehen hast.

1. Thessalonicher 5,20–21

„Prophezeiungen sollt ihr nicht verachten, sondern alles prüfen und das Gute behalten.“

Bleib demütig und wachsam

Sowohl Bileam als auch Petrus zeigen: Gott schweigt nie. Er spricht auf ungewöhnliche Weise, um zu warnen, zu lenken und zu retten. Ob wir seine Stimme hören, hängt von unserer geistlichen Sensibilität ab.

Unsere Verantwortung:

Hebräer 3,15

„Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht.“


Gebet

Herr, hilf uns, deine Stimme zu hören – auch in den kleinen und unerwarteten Dingen. Schenke uns Demut, um Korrektur anzunehmen, und geistliche Sensibilität, um deine Warnungen zu erkennen. Mögen wir deine Stimme nie überhören, sondern immer in Umkehr, Glauben und Gehorsam antworten. In Jesu Namen, Amen.

 

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