by Dorcas Kulwa | 3 Oktober 2021 08:46 p.m.10
Hast du dich schon einmal gefragt, was das zentrale Argument war, das der Teufel benutzte, um Jesus so zu belasten, dass man ihn schließlich ans Kreuz bringen konnte? Diese Frage führt uns tief in die Theologie darüber, wie Satan gegen den Messias vorging — und wie er heute noch Verwirrung stiftet.
Wenn wir verstehen, wie das geschah, erkennen wir auch, wo der Satan heute arbeitet, um Christen in den letzten Tagen Prüfung, Täuschung und Leid zu bringen.
Beim Lesen der Bibel fällt auf: Die jüdischen Führer suchten viele Anklagegründe gegen Jesus, doch sie konnten nichts finden, bis sie in letzter Minute eine Anschuldigung erhielten, die sie als stichhaltig ansahen — eine Anschuldigung über den Tempel.
In Matthäus 26,59–61 (Lutherbibel 2017) heißt es:
„Die Hohenpriester aber und der ganze Rat suchten nach einem falschen Zeugen gegen Jesus, damit sie ihn zum Tode bringen könnten; und sie fanden keinen. Aber viele traten auf und legten falsches Zeugnis ab. Schließlich traten zwei auf und sagten: ‘Dieser hat gesagt: Ich kann den Tempel Gottes zerstören und in drei Tagen wieder aufbauen.’“ (Open Bible)
Die Anklage hat einen doppelten Hintergrund:
🔹 Wörtlich missverstanden: Die Zeugen stellten Jesu Aussage so dar, als wolle er den Jerusalemer Tempel zerstören — eine religiös und politisch explosive Behauptung. (kirche-mv.de)
🔹 Theologisch aber gezielt missinterpretiert: Jesus hatte zuvor gesagt: „Zerstört diesen Tempel, und in drei Tagen werde ich ihn aufrichten“ — wobei er von seinem Leib als Tempel sprach (Johannes 2,19–21). Dieser theologische Kern wurde absichtlich verdreht. (Bible Art)
In der jüdischen Religion war der Tempel das Zentrum der Anbetung und die sichtbare Gegenwart Gottes (vgl. 1. Könige 8). Doch im Neuen Testament wird klar:
Jesus selbst ist der wahre Tempel Gottes.
„Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig“ (Kolosser 2,9, Elberfelder). Damit weist Christus darauf hin, dass Gottes Gegenwart nicht länger an Mauern oder Rituale gebunden ist, sondern an seinen gekreuzigten und auferstandenen Leib. (Bible Hub)
Durch seinen Tod und seine Auferstehung vollendet Jesus das, wovon der Tempel Zeugnis gab: Er öffnet den direkten Zugang zu Gott durch seinen Leib und sein Blut. Die Mauer zwischen Gott und den Menschen fällt — symbolisiert auch dadurch, dass der Vorhang im Tempel zerriss (Matthäus 27,51). (jesus.ch)
Die Anklage gegen Jesus hatte keinen historischen Kern, sondern war ein verzerrter Vorwurf. Die „Zeugen“ haben seine Worte bewusst oder unbewusst falsch wiedergegeben — denn sie verstanden den wahren Sinn seiner Aussage nicht. (Bible Hub)
Aus theologischer Sicht zeigt dies, wie leicht das Wort Gottes missverstanden oder missbraucht werden kann, wenn man nicht sorgfältig im Kontext liest und vom Heiligen Geist geführt wird. Dieselbe Gefahr besteht noch heute: Menschen greifen Teile der Schrift heraus, ohne den größeren biblischen Zusammenhang zu sehen.
Die frühchristliche Kirche verstand diese Worte Jesu später als prophetische Aussage über seinen Tod und seine Auferstehung:
📌 Seine Gegner sagten: Er will den Tempel zerstören —
✔️ aber Jesus selbst sagte: Ich werde meinen Leib geben und aus dem Tod auferstehen.
In diesem Sinn ist die Anschuldigung in Matthäus 26 nicht nur falsch, sondern zeigt, wie tief geistliche Verblendung die Wahrheit verzerrt. Es ist ein Beispiel für die Taktik des Feindes: Gottes Wort so auszulegen, dass es verwirrt, trennt und verurteilt — anstatt zu befreien.
Die Schrift zeigt, dass Gottes Herrlichkeit nicht an einen Ort oder ein Gebäude gebunden bleibt:
In der Endzeitvision des Buches Offenbarung sieht Johannes keinen Tempel mehr, weil „der Herr, Gott, allmächtig, und das Lamm sein Tempel sind“ (Offenbarung 21,22).
Auch Paulus spricht davon, dass Gläubige selbst der Tempel des Heiligen Geistes sind (1. Kor 3,16). Dies bedeutet: Gottes Gegenwart wohnt in uns und nicht länger in einem Bau aus Stein.
Satan mag versuchen, Gottes Wort zu verzerren, um Verwirrung zu säen. Doch Gottes Plan ist erfüllt:
Christus ist der wahre Tempel Gottes,
Sein Opfer hat den Weg zu Gott geöffnet,
und sein Leib wurde am dritten Tag auferweckt, sodass wir Leben und Hoffnung haben.
Bist du Teil dieses lebendigen Tempels? Nicht durch Religion oder Tradition, sondern durch persönliches Vertrauen zu Jesus Christus: Buße, Taufe, Empfang des Heiligen Geistes und ein Leben im Glauben an den auferstandenen Christus.
Denn Christus kann jederzeit wiederkommen — Maranatha.
Source URL: https://wingulamashahidi.org/de/2021/10/03/wer-hat-ihn-ermaechtigt-dies-zu-tun/
Copyright ©2026 Wingu la Mashahidi unless otherwise noted.