KANNST DU DEINE GELÜBNISSE AN DEN HERRN NICHT ERFÜLLEN? KANN ER DIR NICHT VERGEBEN?

by MarryEdwardd | 1 November 2021 08:46 p.m.11

Viele Menschen stellen diese Frage, besonders diejenigen, die in der Vergangenheit Gelübde vor Gott abgelegt haben, später jedoch feststellen, dass sie sie nicht erfüllen können. Zu verstehen, was ein Gelübde ist und wie Gott es sieht, ist für jeden Gläubigen entscheidend.

1. Ein Gelübde verstehen

Ein Gelübde ist ein freiwilliges Versprechen an Gott, ein Akt des freien Willens. Gott zwingt niemanden, ein Gelübde abzulegen; deshalb erwartet Er sorgfältige Überlegung und Unterscheidungsvermögen. Ein übereiltes Gelübde kann gefährlich sein, weil es geistliche Konsequenzen mit sich bringt.

Prediger 5,4-5 (LUT):
„Wenn du ein Gelübde vor Gott ablegst, so zögere nicht, es zu erfüllen. Denn er hat keinen Gefallen an Narren. Erfülle deine Gelübde. Es ist besser, kein Gelübde zu tun, als ein Gelübde zu tun und es nicht zu erfüllen.“

Theologischer Einblick:
Gottes Missfallen gegenüber unerfüllten Gelübden spiegelt Seine Heiligkeit und Gerechtigkeit wider. Gelübde sind keine bloßen Worte; sie sind heilige Verpflichtungen, die die Integrität eines Menschen vor Gott zeigen. Sie ohne Reue nicht zu erfüllen, kann als eine Form der Missachtung Gottes angesehen werden.

Sprüche 20,25 (LUT):
„Es ist eine Falle, etwas übereilt zu weihen und erst später über seine Gelübde nachzudenken.“

Einblick: Gelübde ohne sorgfältige Überlegung abzulegen, ist geistlich gefährlich. Es ist besser, zu beten und Gottes Führung zu suchen, bevor man sich verbal oder zeremoniell verpflichtet.


2. Kann Gott gebrochene Gelübde vergeben?

Viele fürchten, dass die Nichterfüllung eines Gelübdes sie außerhalb von Gottes Vergebung stellen könnte. Die Bibel macht jedoch klar, dass die einzige unverzeihliche Sünde die Lästerung gegen den Heiligen Geist ist (Markus 3,29 LUT):
„Wer den Heiligen Geist lästert, der hat keine Vergebung in Ewigkeit, sondern ist der ewigen Sünde schuldig.“

Theologischer Einblick:
Das bedeutet, dass Gottes Barmherzigkeit weitreichend ist und sogar gebrochene Gelübde vergeben werden können, wenn wir aufrichtig Buße tun. Vergebung verhindert jedoch nicht immer irdische Konsequenzen des gebrochenen Gelübdes. Zum Beispiel kann ein übereiltes Gelübde zu Schwierigkeiten, Verlust oder anderer Zucht von Gott führen (Hebräer 12,6 LUT).


3. Biblische Beispiele

David und Nabal (1. Samuel 25,22 LUT):
David gelobte, dass, wenn er Nabal nicht töte, Gott ihn bestrafen solle. Doch David erfüllte das Gelübde nicht, und Gott bestrafte ihn nicht.

Saul und Jonathan (1. Samuel 14,24-45 LUT):
Sauls übereiltes Gelübde, dass niemand essen solle, bis der Sieg über die Philister errungen sei, führte dazu, dass Jonathan es unwissentlich brach. Saul wollte ihn bestrafen, doch Gott griff nicht ein, was zeigt, dass Gott manchmal Strafe in Seiner souveränen Weisheit zurückhält.

Jephthahs Gelübde (Richter 11,30-40 LUT):
Jephthah gelobte, dass alles, was ihm bei seiner siegreichen Rückkehr zuerst aus dem Haus entgegenkommt, als Brandopfer dargebracht werden solle. Tragischerweise war es seine Tochter. Im Gegensatz zu David oder Saul erfüllte Jephthah das Gelübde und zeigt, wie menschliches Missverständnis von Gottes Willen tragische Folgen haben kann.

Theologischer Einblick:
Diese Beispiele zeigen, dass Gott gebrochene Gelübde bestrafen kann oder auch nicht – es liegt in Seiner Entscheidung. Sie verdeutlichen auch die Gefahren übereilter Gelübde und die Bedeutung sorgfältiger Verpflichtung.


4. Gottes Regelung für törichte Gelübde

Gott erkennt die menschliche Schwäche und gibt Anweisungen für den Umgang mit übereilten oder törichten Gelübden.

3. Mose 5,4-6 (LUT):
„Wenn jemand ein unüberlegtes Gelübde tut, etwas Falsches oder Gutes ohne Überlegung verspricht und es ihm verborgen bleibt, und er es erkennt, ist er schuldig. Er soll dem HERRN ein Sündopfer bringen – ein weibliches Lamm oder eine Ziege aus seiner Herde. Der Priester wird für seine Sünde Sühne leisten.“

Theologischer Einblick:
Selbst übereilte Gelübde können durch Buße und Opfer korrigiert werden. Gott legt Wert auf aufrichtige Reue und Wiederherstellung, nicht nur auf Strafe. Dies zeigt Gottes Gerechtigkeit in Balance mit Seiner Barmherzigkeit.


5. Praktische Anwendung

Wenn du heute Gelübde gemacht hast, die du nicht erfüllen kannst:

  1. Aufrichtig Buße tun: Wahre Buße ist nicht kurz; sie erfordert ein ernsthaftes Eingeständnis des Versagens vor Gott. (1. Johannes 1,9 LUT: „Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.“)
  2. Geistliche Wiedergutmachung leisten: Bringe ein Opfer oder eine symbolische Handlung zur Erfüllung deines Gelübdes, um Demut und Ehrfurcht zu zeigen.
  3. Auf Gottes Barmherzigkeit vertrauen: Gott vergibt denen, die Ihn ernstlich suchen, aber erinnere dich, dass Konsequenzen in diesem Leben trotzdem auftreten können.

Schlussfolgerung

Gottes Weisheit erlaubt menschliches Versagen und bietet gleichzeitig einen Weg zur Wiederherstellung. Gelübde sind ernst, doch Gottes Vergebung ist durch Buße, Reflexion und aufrichtiges Handeln zugänglich. Gelübde mit Bedacht, Gebet und Verständnis zu machen, verhindert geistliche Fallstricke.

Schalom.

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