by Salome Kalitas | 26 Februar 2022 08:46 p.m.02
Dürfen wir Christen die „40 Tage für einen Verstorbenen“ begehen?
Dürfen wir Christen sogenannte „40-Tage-Feiern“ für Verstorbene durchführen oder nach der Beerdigung Grabbesuche in diesem Zusammenhang machen?
Die Tradition der 40 Tage hat heidnischen Ursprung und ist nicht christlich. Sie stammt aus dem alten Ägypten. Dort wurden bedeutende Persönlichkeiten (z. B. Könige oder berühmte Menschen) nach ihrem Tod vierzig Tage lang mit speziellen Substanzen einbalsamiert – jeden Tag einmal, bis die vierzig Tage erfüllt waren. Danach wurde der Leichnam in Leinen gewickelt und in einen besonderen Sarg gelegt, sodass der Körper über Hunderte von Jahren nahezu unversehrt blieb.
Genau dies tat Josef mit seinem Vater Jakob.
1. Mose 50,1–3
„Und Josef fiel auf das Angesicht seines Vaters und weinte über ihm und küsste ihn.
Und Josef befahl seinen Dienern, den Ärzten, dass sie seinen Vater einbalsamierten. Und die Ärzte balsamierten Israel.
Und es wurden vierzig Tage erfüllt, denn so viele Tage braucht man zum Einbalsamieren; und die Ägypter beweinten ihn siebzig Tage.“
Das waren jedoch ägyptische Bräuche, nicht israelitische. Josef übernahm diese Praxis, weil er den größten Teil seines Lebens in Ägypten verbracht hatte – auch seine Frau war Ägypterin, und sogar sein Name war ihm von Pharao in einen ägyptischen Namen geändert worden.
Nachdem aber das Gesetz durch Mose gegeben worden war, hörten solche Bräuche auf. Nirgendwo hat Gott Israel geboten, Tote 40 Tage lang einzubalsamieren.
Es gab zwar Vorschriften zur Verwendung von Wohlgerüchen (Salbölen/Parfüm) für den Leichnam, aber nicht über vierzig Tage hinweg – und es handelte sich um Salböl, nicht um medizinische Einbalsamierung.
Warum also wurde diese Tradition später im Christentum eingeführt, als wäre sie ein geistliches Fest?
Die ursprüngliche Praxis der Einbalsamierung wandelte sich zu einer Gedenkfeier für Verstorbene. Dies geschah, als eine kleine Gruppe nichtchristlicher Menschen die 40 Tage, in denen der Herr Jesus nach seiner Auferstehung den Jüngern erschien, mit dem Tod eines Menschen verglich – und mit seiner Himmelfahrt nach diesen 40 Tagen.
Aus diesem Vergleich entstand die Behauptung, dass die Seele eines Verstorbenen 40 Tage lang umherwandle, bevor sie entweder ins Paradies oder in die Hölle gehe.
Daraus leiten manche Konfessionen ab, dass diese 40 Tage die entscheidende Zeit seien, um für den Verstorbenen zu beten, damit er ein gutes Endschicksal erlange. Wenn nicht gebetet werde, so meine man, könne der Verstorbene – falls er in Sünde starb – nicht in den Himmel kommen, sondern gehe verloren.
Doch hat das irgendeine biblische Grundlage?
Die Antwort ist klar: Nein.
Die Heilige Schrift bezeugt, dass der Mensch unmittelbar nach dem Tod sein endgültiges Los empfängt: Wer in Sünde stirbt, geht ins Totenreich; wer in Gerechtigkeit stirbt, geht ins Paradies.
Lukas 16,22–23
„Der Arme aber starb und wurde von den Engeln in Abrahams Schoß getragen. Der Reiche aber starb auch und wurde begraben.
Und als er im Totenreich seine Augen aufschlug, da er Qualen litt, sah er Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß.“
Hebräer 9,27
„Und wie den Menschen bestimmt ist, einmal zu sterben, danach aber das Gericht.“
Es gibt keine 40-tägige Wartezeit.
Zudem war der Herr Jesus in den 40 Tagen, in denen er erschien, kein Verstorbener – er war auferstanden und lebendig. Er war kein Geist. Geister lassen ihre Gebeine im Grab zurück; doch im Grab Jesu blieb nichts außer den Leinentüchern.
Darum sind „40-Tage-Feiern“ heidnisch, und Christen sollten sie nicht begehen, denn Christus ist darin nicht gegenwärtig.
Vielleicht fragst du: Was soll ich tun, wenn mich Verwandte zu einer solchen Feier einladen?
Wenn es deine Angehörigen sind, deren Augen für diese Wahrheit noch nicht geöffnet sind, kannst du hingehen – aber beteilige dich in keiner Weise an ihren religiösen Handlungen, denn es sind Kulte für Tote. Dein Ziel soll nicht das Essen sein, sondern das Evangelium zu bezeugen und ihnen die Liebe Christi in aller Weisheit zu zeigen, damit sie Christus, seine Kraft und die Wahrheit über das Leben nach dem Tod erkennen.
Ebenso haben Christen keine Erlaubnis, Gräber zu besuchen, um dort religiöse Rituale zu vollziehen, das Schicksal der Verstorbenen zu ändern oder Segen von ihnen zu empfangen.
Grabpflege darf nur einem Zweck dienen: Sauberkeit und Ordnung, als Ausdruck von Respekt und guter Zeugenschaft gegenüber der Öffentlichkeit – ähnlich wie die Pflege des eigenen Hauses, Gartens oder Grundstücks.
Für eine ausführliche Erklärung darüber, was nach dem Tod geschieht, siehe hier:
👉 Was geschieht nach dem Tod?
Maranatha!
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