by Salome Kalitas | 1 März 2022 08:46 p.m.03
Hier ist die natürliche und flüssige Übersetzung ins Deutsche, so wie sie ein deutscher Muttersprachler schreiben würde, mit korrekt zitierten Bibelstellen (Lutherbibel 2017):
(Sprüche 25,15)
FRAGE:
Was meint die Bibel mit den Worten:
„Eine sanfte Zunge zerbricht Knochen“? (Sprüche 25,15)Sprüche 25,15:
„Durch Geduld lässt sich ein Fürst überreden, und eine sanfte Zunge zerbricht Knochen.“
ANTWORT:
Die Zunge ist eines der weichsten Glieder des menschlichen Körpers. Doch die Bibel offenbart uns, dass sie die Kraft besitzt, sogar Knochen zu zerbrechen. Wie ist das zu verstehen?
Natürlich handelt es sich hier um eine bildhafte, sprichwörtliche Redeweise, die deutlich machen soll, dass Worte eine viel größere Wirkung und tiefere Folgen haben können, als man es zunächst erwartet.
Schauen wir in der Bibel ein Beispiel, wo die Zunge missbräuchlich verwendet wurde:
Der Sohn Salomos (Rehabeam) verursachte die Spaltung der Nation Israel – allein durch unweise Worte. Als sich einige Israeliten darüber beklagten, dass Salomo ihnen schwere Lasten auferlegt hatte, baten sie um Erleichterung. Doch Rehabeam hörte nicht auf den Rat der Ältesten, sondern auf den der jungen Männer seines Alters. Statt das Volk mit freundlichen Worten zu besänftigen, antwortete er hart und stolz und erklärte, seine Herrschaft werde noch schwerer sein als die seines Vaters.
Diese Worte erzürnten viele Israeliten so sehr, dass sie sich vom Haus Davids lossagten. So entstanden zwei Reiche in einem Land – Israel und Juda – eine Spaltung, die viele Jahre bestehen blieb.
1. Könige 12,13–16:
„Da antwortete der König dem Volk hart und verließ den Rat, den ihm die Ältesten gegeben hatten,
und redete mit ihnen nach dem Rat der jungen Männer und sprach: Mein Vater hat euer Joch schwer gemacht; ich aber will euer Joch noch schwerer machen. Mein Vater hat euch mit Peitschen gezüchtigt; ich aber will euch mit Skorpionen züchtigen.
So hörte der König nicht auf das Volk; denn es geschah so von dem HERRN, damit er sein Wort erfüllte, das der HERR durch Ahija von Silo zu Jerobeam, dem Sohn Nebats, geredet hatte.
Als aber ganz Israel sah, dass der König nicht auf sie hörte, antwortete das Volk dem König und sprach: Was haben wir für einen Anteil an David? Wir haben kein Erbe am Sohn Isais! Auf, Israel, zu deinen Zelten! Sieh nun selbst zu deinem Hause, David! So ging Israel in seine Zelte.“
Dies ist ein klares Beispiel dafür, wie eine Zunge schädlich eingesetzt wurde.
Ein anderes Beispiel zeigt, wie eine sanfte Zunge böse Pläne zunichtemachte:
David hatte einem Mann namens Nabal große Güte erwiesen. Als David jedoch später um Nahrung bat, antwortete Nabal ihm mit beleidigenden und kränkenden Worten. David schwor daraufhin, Nabals ganzes Haus zu vernichten. Doch als Nabals Frau Abigail davon erfuhr, eilte sie David entgegen, demütigte sich und sprach beruhigende, weise Worte zu ihm. Dadurch hielt sie David davon ab, unschuldiges Blut zu vergießen.
1. Samuel 25,21–35 (Auszug):
„David hatte nämlich gesagt: Fürwahr, umsonst habe ich alles behütet, was dieser Mann in der Wüste hatte, sodass nichts von allem, was ihm gehörte, verloren ging; und er hat mir Böses vergolten für Gutes.
…
Als Abigail David sah, stieg sie eilends vom Esel, fiel vor David auf ihr Angesicht und neigte sich zur Erde.
…
Gelobt sei der HERR, der Gott Israels, der dich heute mir entgegen gesandt hat! Und gesegnet sei dein Verstand, und gesegnet seist du, dass du mich heute davon abgehalten hast, Blutschuld auf mich zu laden und mir mit eigener Hand zu helfen.“
Darum fasst die Bibel zusammen:
Jakobus 3,5–9:
„So ist auch die Zunge ein kleines Glied und rühmt sich großer Dinge. Siehe, ein kleines Feuer, welch großen Wald zündet es an!
Auch die Zunge ist ein Feuer, eine Welt voll Ungerechtigkeit. Die Zunge ist unter unseren Gliedern so eingesetzt, dass sie den ganzen Leib befleckt und den Lauf des Lebens entzündet und selbst von der Hölle entzündet wird.
Denn jede Art von Tieren und Vögeln, von Gewürm und Meerestieren wird gezähmt und ist gezähmt worden von der menschlichen Art;
die Zunge aber kann kein Mensch zähmen; sie ist ein unstetes Übel, voll tödlichen Giftes.
Mit ihr loben wir den Herrn und Vater, und mit ihr verfluchen wir die Menschen, die nach dem Bild Gottes gemacht sind.“
Darum lasst uns lernen, unsere Zunge richtig zu gebrauchen.
Denn durch unsere Worte können wir uns selbst segnen – oder uns selbst zugrunde richten.
Vergiss nicht:
Eine sanfte Zunge zerbricht Knochen.
Der Herr segne dich.
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