by Dorcas Kulwa | 20 April 2022 08:46 p.m.04
(vergrößert und theologisch vertieft, mit deutschen Bibelzitaten)
Es ist etwas ganz Natürliches: In jeder Familie haben Kinder unterschiedliche Beziehungen zu ihren Eltern. Manche werden in bestimmten Aufgaben mehr vertraut, andere stärker geliebt oder in besonderen Verantwortungen gebraucht. Doch das macht die anderen nicht weniger zu Kindern ihrer Eltern.
So ist es auch in der himmlischen Familie Gottes. Unter den Heiligen (den Erlösten) gibt es nicht bei allen dieselbe Nähe, denselben Dienst oder dieselbe Offenbarung, aber alle sind Gottes Kinder durch den Glauben an Jesus Christus.
In der Schrift ist Liebe (griech. agápē) die höchste christliche Tugend:
1. Korinther 13,13 (LUT 2017):
„Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“
Diese Liebe ist nicht nur Gefühl, sondern eine geistliche Tugend, die wir durch Gottes Gnade empfangen und leben. Die Kirche lehrt — besonders durch kirchliche Traditionen (z. B. caritas in der römisch‑katholischen Theologie) — dass Liebe sowohl zu Gott als auch zu den Mitmenschen gehört. Sie wird als eine der theologischen Tugenden verstanden, die uns mit Gott vereint und uns befähigt, unseren Nächsten zu lieben.
Bei Johannes, dem Jünger, der beim Abendmahl an Jesu Brust lehnte, wird deutlich, dass Liebe zu Jesus Nähe zu Gott bewirkt (Joh 21,20–21; LUT 2017).
1. Korinther 13,4–8 (LUT 2017): Diese Worte beschreiben die Praxis der Liebe:
„Liebe ist langmütig und freundlich, Liebe eifert nicht, sie stellt sich nicht ungebärdig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu… Liebe hört niemals auf.“
Diese Art von Liebe ist nicht menschliche Freundlichkeit allein, sondern ein Ausdruck von Gottes Wesen, denn:
1. Johannes 4,8 (LUT 2017):
„Wer nicht liebt, hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist Liebe.“
Das bedeutet: Gott liebt zuerst — und befähigt auch uns zu lieben.
Standhaftigkeit bedeutet, den Glauben trotz Herausforderungen nicht preiszugeben.
Daniel ist ein herausragendes Beispiel. Schon als junger Mann in einem fremden Königreich hielt er sich an Gott — er weigerte sich, unrein königliche Speisen zu essen, selbst wenn sein Leben davon abhing. (vgl. Dan 1)
Daniel 10,11 (LUT 2017):
„… Daniel, sehr geliebter Mann, steh auf und sei fest! Denn ich bin jetzt zu dir gesandt.“
Seine Haltung zeigt: Glaubenstreue führt zu Gottes Liebe und Ehre. Gemeint ist hier nicht, dass Gott Liebe „verdient“, sondern dass unsere Treue zeigt, wie sehr wir auf Ihn vertrauen — und deshalb schenkt Gott Seine Nähe.
Theologisch ist das wichtig: Heiligung (der Prozess, im Glauben zu wachsen) beinhaltet Ausdauer. Jesus selbst sagte:
Matthäus 24,13 (LUT 2017):
„… wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden.“
Gottes Liebe zu uns zeigt sich gerade dort, wo wir trotz Widerstand an Ihm festhalten.
Weisheit unterscheidet sich von bloßem Wissen. Sie ist die Fähigkeit, Gottes Willen im Alltag umzusetzen, besonders im Umgang mit Menschen und Situationen.
Salomo bat Gott um Weisheit, und Gott gab sie ihm — mehr, als er selbst erwartet hatte:
2. Chronik 1,11–12 (Hoffnung für alle):
„… du hast nicht um langes Leben oder um Reichtum gebeten, sondern du hast mich um Weisheit und Einsicht gebeten… darum gebe ich dir Weisheit und Einsicht.“
➡️ Salomo schrieb dann viele Sprüche als Anleitung zum weisen Leben:
Sprüche 1,7 (Elberfelder):
„Die Furcht des HERRN ist der Anfang der Erkenntnis; Toren verachten Weisheit und Zucht.“
Theologisch ist Weisheit selbst ein Geschenk Gottes, nicht etwas, das wir allein durch menschliche Anstrengung erlangen. Wenn der Heilige Geist in uns wirkt, wächst in uns geistliche Urteils‑ und Lebensfähigkeit, die Liebe, Frieden und Gerechtigkeit hervorbringt (vgl. Jakobus 3,17).
Diese drei Eigenschaften — Liebe, Standhaftigkeit und Weisheit — sind keine isolierten Tugenden, sondern fruchtbare Manifestationen des Wirkens Gottes in uns:
👉 Christliche Theologie betont:
Liebe ist die höchste christliche Tugend (vgl. 1 Kor 13).
Standhaftigkeit ist ein Kennzeichen des wahren Glaubens (vgl. Hebr 10,36).
Weisheit ist eine Gabe Gottes, die den Glaubenden leitet (vgl. Jakobus 1,5; Sprüche 2).
Diese Tugenden “schmiegen” uns an Gottes Herz, weil sie zeigen, dass Gottes Geist in uns wirkt — nicht durch Leistung, sondern durch Gnade.
Möge der Herr dich stärken in Liebe,
dich festmachen im Glauben,
und dir göttliche Weisheit schenken,
damit du nicht nur Gottes Kind bist —
sondern jemand, der in besonderer Weise Seine Liebe widerspiegelt.
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