DIE KINDER DES REICHS WERDEN AUSGESCHLOSSEN – WARUM?

by Dorcas Kulwa | 30 Juni 2022 08:46 p.m.06

 

DIE KINDER DES REICHS WERDEN AUSGESCHLOSSEN – WARUM?
Matthäus 8,11–12

„Ich sage euch: Viele werden kommen von Osten und Westen und mit Abraham, Isaak und Jakob im Himmelreich zu Tisch sitzen; die Kinder des Reiches aber werden hinausgeworfen in die äußerste Finsternis. Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.“

Diese Worte Jesu gehören zu den überraschendsten, die er je sprach. Sie stellen uns vor eine unbequeme Frage:
Wie können „Kinder des Reiches“ ausgeschlossen werden? Sind sie nicht die rechtmäßigen Erben des Reiches?
Hat Jesus sich geirrt?

Auf keinen Fall. Jesus wollte uns vor einer tiefen geistlichen Wahrheit warnen: Privilegien ohne Gehorsam führen zum Gericht.

Wer sind die „Kinder des Reiches“?

Im Judentum des ersten Jahrhunderts bezeichnete dieser Ausdruck die ethnischen Israeliten – Menschen, die glaubten, allein durch ihre Abstammung von Abraham automatisch einen Platz im Reich Gottes zu haben.

Jesus stellt diese Annahme auf den Kopf: Nicht jeder, der sich zum Reich zugehörig fühlt, wird hineinkommen.
Dieses Prinzip gilt nicht nur für Juden des ersten Jahrhunderts, sondern auch heute: Wer denkt, religiöse Vertrautheit sei gleichbedeutend mit Erlösung, irrt.

Gleichnis vom Hochzeitsmahl

Matthäus 22,2–10

Jesus erzählt das Gleichnis eines Königs (Gott), der ein Hochzeitsmahl für seinen Sohn (Christus) ausrichtet. Die ursprünglich Eingeladenen (die Juden und bekennende Gläubige) lehnten ab. Sie waren abgelenkt von persönlichen Interessen – Feldern, Geschäften – und einige lehnten die Boten sogar gewaltsam ab.

„Sie aber achteten nicht darauf und gingen auseinander, der eine auf sein Feld, der andere zu seinem Geschäft …“ (V.5)

Der König zerstörte daraufhin ihre Stadt (eine prophetische Anspielung auf die Zerstörung Jerusalems 70 n. Chr.) und lud andere ein – Außenseiter –, um den Festsaal zu füllen. Diese Außenseiter stehen für Heiden und reuige Sünder, die ursprünglich nicht Teil des Bundes waren, aber die Einladung annahmen.

„Geht auf die Straßen und ladet zu dem Hochzeitsmahl ein, wen ihr findet.“ (V.9)

Das Reich Gottes wird nicht durch Abstammung geerbt, sondern durch Gehorsam.

Was das für uns bedeutet

1. Geistliches Privileg bedeutet nicht automatisch Erlösung
Viele Menschen sind wie die „Kinder des Reiches“ – aufgewachsen in der Kirche, Bibeln zu Hause, vertraut mit christlichen Ritualen. Doch ohne echten Glauben, der sich im Gehorsam zeigt, stehen sie in Gefahr, ausgeschlossen zu werden.

Matthäus 7,21

„Nicht jeder, der zu mir sagt: ‚Herr, Herr!‘, wird in das Himmelreich eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut.“ – 

2. Gott achtet auf Reaktion, nicht auf Ausreden
Jesus zeigt, wie leicht Menschen Ausreden finden, um nicht auf Gott zu reagieren:

„Ich habe keine Zeit.“ „Jetzt ist nicht der richtige Moment.“ „Meine Familie würde es nicht erlauben.“

Die Bibel ist klar: Ausreden rechtfertigen keinen Ungehorsam.

Lukas 9,61–62

„Ein anderer sagte: ‚Ich will dir folgen, Herr, aber lass mich zuerst von denen Abschied nehmen, die zu Hause sind.‘ Jesus aber sprach: ‚Wer seine Hand an den Pflug legt und zurückblickt, der ist nicht tauglich für das Reich Gottes.‘“ – 

 

Matthäus 10,38

„Wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachfolgt, ist meiner nicht wert.“ – 

Gnade ist frei, aber Jüngerschaft hat ihren Preis. Christus nachzufolgen bedeutet Selbstverleugnung und Gehorsam.

3. Hören allein reicht nicht
Es reicht nicht, gute Predigten zu hören oder die Bibel zu lesen. Gottes Wort fordert eine Reaktion – ein Leben im Gehorsam und in der Veränderung.

Jakobus 1,22

„Seid Täter des Wortes und nicht nur Hörer, die sich selbst betrügen.“ 

Wer hört, aber nicht handelt, ist wie jemand, der in einen Spiegel schaut und sein Spiegelbild vergisst – geistlich getäuscht.

Jakobus 1,25

„Wer aber in das vollkommene Gesetz des Lebens hineinschaut und darin beharrlich bleibt, wird gesegnet sein in seinem Tun.“ – 

4. Das Reich ist für die Willigen, nicht nur für die Vertrauten
Jesus sagt, viele werden von „Osten und Westen“ kommen – Menschen aus allen Nationen –, die nie als Teil von Gottes Bund angesehen wurden. Weil sie aber glaubten und gehorchten, werden sie mit Abraham, Isaak und Jakob im Reich essen.

Diejenigen jedoch, die sich ihres Zugangs sicher wähnten, werden „in die äußerste Finsternis hinausgeworfen“ – ein Ort tiefen Bedauerns, Symbol für die endgültige Trennung von Gott (vgl. Matthäus 25,30).

Was wir tun müssen

„Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten.“ – Johannes 14,15

Wahre Liebe zu Jesus zeigt sich nicht nur in Worten, sondern in aktivem Gehorsam.

Handle, bevor es zu spät ist

Wir leben in den letzten Momenten vor der Wiederkunft Christi. Lasst uns nicht wie die Gäste sein, die die Einladung ablehnten. Lasst uns wie die sein, die dem Ruf demütig und bereit antworteten, unabhängig von ihrem Hintergrund.

Hebräer 3,15

„Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verstockt eure Herzen nicht.“ 

Verleugne dich selbst. Gehorche Christus. Die Entrückung naht. Sei bereit.

Der Herr kommt bald.

 

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