Das Trankopfer verstehen: Bedeutung und Erfüllung

by Ester yusufu | 4 Juli 2022 08:46 a.m.07

  1. Was war das Trankopfer im Alten Testament?

Im Opferwesen des Alten Testaments nahm das Trankopfer eine besondere Stellung ein. Es bestand darin, Wein vor dem Herrn auf dem Altar auszuschütten. Dieser Akt symbolisierte völlige Hingabe, Dank und Weihe an Gott.

3. Mose 23,13
„… dazu das Trankopfer: eine viertel Kanne Wein.“ (Bibel TV)

Anders als bei anderen Gaben war der Wein nicht zum Trinken gedacht – er wurde ausgegossen, was zeigte, dass etwas Wertvolles ganz Gott übergeben wurde. Das Trankopfer begleitete andere Opfer wie Brand- und Speisopfer und war Teil des kultischen Dienstes Israels. (Bibel TV)

Wein galt in der jüdischen Kultur als Zeichen von Freude und Fülle – ein Symbol für das ganze, freudige Ausschütten des Herzens in der Anbetung Gottes (vgl. Psalm 104,15). (Knowing Jesus)


2. Warum wurde Wein verwendet?

Gott wies ausdrücklich an, Wein zu verwenden – weder Wasser noch ein anderes Getränk. Das war bewusst so, weil Wein in der Bibel starke Bedeutung hat, zum Beispiel als Symbol von:

Wein trägt tiefgreifende heils‑ und bundessymbolische Bedeutung und verweist auf das Blut Christi, das später für den neuen Bund vergossen wird – ein Hinweis, der schon im Alten Bund angelegt war. (Knowing Jesus)


3. Wo begann diese Praxis?

Auch wenn das Trankopfer im mosaischen Gesetz festgelegt wurde, ist die Idee älter als das Gesetz selbst. Die erste Darstellung finden wir bei Jakob nach Gottes Erscheinung in Bethel.

1. Mose 35,14–15
„Und Jakob goss ein Trankopfer darauf aus und salbte es mit Öl… und nannte den Ort Bethel.“

Dieser Augenblick war ein persönlicher Ausdruck von Anbetung: Jakob erkannte Gottes Verheißungen an und weihte diesen Ort ihm. Genau wie der Zehnte, den Abraham später gab (1. Mose 14,20), war auch das Trankopfer ursprünglich ein persönlicher Akt des Glaubens, nicht nur ein gesetzlicher Ritus.

So wie der Zehnte als Zeichen des Glaubens und der Hingabe begann, so war auch das Trankopfer eine visuelle Ausdrucksform des Opfers und der Hingabe an Gott – ein Prinzip, das auch im Zeitalter der Gnade weiter Gültigkeit hat.


4. Wofür steht das Trankopfer im Neuen Testament?

Das Trankopfer erreichte seine vollkommene Erfüllung in Jesus Christus. Beim letzten Abendmahl erklärte Jesus, dass der Wein sein Blut darstellt – das Blut, das am Kreuz vergossen werden würde.

Lukas 22,20
„…dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird.“

Das Wort „vergossen“ nimmt bewusst die Sprache der alten Trankopfer auf. Jesus’ Blut wurde das endgültige, vollkommene Opfer, das erfüllt, was das Trankopfer im Alten Bund über Jahrhunderte symbolisierte.

Auch Paulus benutzt dieses Bild:

Philipper 2,17
„…wenn ich als Trankopfer über euren Glauben ausgegossen werde…“

2. Timotheus 4,6
„Denn ich werde schon ausgegossen als Trankopfer…“

Sowohl Paulus als auch Jesus verbinden das Trankopfer mit völliger Hingabe – nicht nur als liturgisches Symbol, sondern als lebendiger Ausdruck von Leben und Tod für Christus.

Im Neuen Bund ist das Trankopfer nicht mehr nur symbolisch: Christus’ Blut wurde wirklich auf dem Altar des Kreuzes vergossen und bildet die Grundlage des neuen Bundes, den wir in jedem Abendmahl feiern.


5. Anwendung für Christen heute

Das Trankopfer lehrt uns, ein Leben der vollen Hingabe an Gott zu führen. Es erinnert daran, dass echte Anbetung Opfer bedeutet – nicht nur das Geben von Dingen, sondern das Hingeben unseres ganzen Lebens.

Römer 12,1
„Ich ermahne euch …, eure Leiber darzustellen als ein lebendiges, heiliges und Gott wohlgefälliges Opfer…“

Die Feier des Abendmahls erinnert uns immer wieder an das vergossene Blut Christi und zeigt, wie die alten Symbole durch die ewige Wirklichkeit erfüllt wurden.


Ein Schatten, der in Christus erfüllt wurde

Das Trankopfer, das erstmals in Genesis erscheint und später im Gesetz verankert wurde, sollte stets vorausweisen. In Christus wurde der Schatten zur Wirklichkeit. Sein Blut, symbolisiert im Wein, wurde ein für alle Mal für unsere Rettung vergossen.

Wenn wir also im Alten Testament Wein sehen und im Neuen im Kelch des Abendmahls, erinnert uns das an einen Gott, der alle Symbole in der Person und im Werk Jesu Christi erfüllt hat.

Möge der Herr dich segnen, während du im Licht seines vollbrachten Werkes wandelst.

Der Herr kommt!

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