Müde und zerstreut wie Schafe ohne Hirten.

by Dorcas Kulwa | 24 September 2022 08:46 p.m.09

 


Müde und zerstreut wie Schafe ohne Hirten

Ich grüße euch im Namen unseres Herrn und Erlösers, Jesus Christus. Danke, dass ihr wieder dabei seid, während wir gemeinsam über das Wort Gottes nachdenken.

Ein Blick in Jesu Herz
Einer der bewegendsten Momente im Wirken Jesu steht in Matthäus 9,35–36:

„Jesus zog durch alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen, verkündete das Evangelium vom Reich und heilte jedes Gebrechen und jede Krankheit. Als er die Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen, weil sie erschöpft und hilflos waren, wie Schafe ohne Hirten.“

Diese Worte zeigen uns nicht nur ein Ereignis – sie öffnen ein Fenster in das Herz Christi. Sein Mitgefühl war nicht nur emotional; es war tief in seiner Identität als der Gute Hirte verwurzelt (vgl. Johannes 10,11). Er kümmerte sich besonders um die Schwachen, die Verletzten, die Irregeführten und die Verlassenen – diejenigen, die eigentlich Schutz und Führung verdient hätten.

Die Begriffe „erschöpft und hilflos“ bedeuten im Griechischen wörtlich: bedrängt, niedergedrückt, weggeschoben. Diese Menschen waren nicht nur körperlich müde – sie waren unter der Last religiöser Regeln, Gesetzeszwänge und geistlicher Manipulation zerbrochen. Ein Bild, das uns eindrücklich vor Augen führt, was es heißt, „Schafe ohne Hirten“ zu sein – ein Bild für geistliche Orientierungslosigkeit und Verlorenheit (vgl. Hesekiel 34,5–6).

Ein Spiegel unserer Zeit
Auch heute gibt es diese Not. Viele Gläubige sind geistlich erschöpft. Sie wurden von falschen Lehrern in die Irre geführt, die Wohlstand, Heilung oder Durchbrüche im Tausch gegen Geld versprechen. Sie lernten Rituale, Zeremonien und menschengemachte Lehren statt der rettenden Gnade Jesu Christi (vgl. Epheser 2,8–9).

Anstatt das echte Evangelium zu hören – die Botschaft von Umkehr, Glauben und neuem Leben in Christus – werden ihnen Salböle, sogenanntes Wunderwasser oder manipulative Lehren angeboten, die Angst, Schuldgefühle oder Aberglaube fördern. Das ist geistlicher Missbrauch. Und die Folgen sind spürbar: Menschen fühlen sich verraten, enttäuscht und zerstreut. Viele ziehen sich lieber zurück, als erneut getäuscht zu werden.

Diese Situation schmerzt das Herz Gottes zutiefst.

Eine Warnung an Hirten und Leiter
Wenn du Pastor, Prediger oder Leiter einer Gemeinde bist, höre gut zu: Die Aufgabe eines Hirten ist heilig. Leiter sollen die Herde nicht ausbeuten, sondern sie in Wahrheit nähren, schützen und führen (vgl. 1. Petrus 5,2–4).

Jeremia 23,1–4 spricht deutlich über untreue Hirten:

„Wehe den Hirten, die die Schafe meiner Weide verderben und zerstreuen!“
„Weil ihr meine Herde zerstreut habt und euch nicht um sie gekümmert habt, werde ich euch bestrafen für das Böse, das ihr getan habt“, spricht der Herr.
„Ich selbst werde den Rest meiner Herde sammeln… und Hirten über sie setzen, die sie weiden werden. Dann werden sie keine Angst mehr haben, und niemand wird fehlen“, spricht der Herr.

Gott macht Hirten verantwortlich. Dienst ist kein Geschäft und keine Karriereleiter. Es ist ein heiliger Ruf, das eigene Leben für die Herde hinzugeben – so wie Christus sein Leben für uns gegeben hat (vgl. Johannes 10,11).

Hoffnung für die Müden und Zerstreuten
An euch, die ihr euch erschöpft und zerstreut fühlt: Gott sieht euch. Jesus hat euch nicht verlassen. Er ist der wahre Hirte, der die neunundneunzig Schafe lässt, um das eine verlorene zu suchen (vgl. Lukas 15,4–7).

Und an die treuen Diener: Lasst euch ermutigen. Gott erweckt Hirten nach seinem Herzen (vgl. Jeremia 3,15) – Leiter, die die Wahrheit lehren, demütig leben und aus Liebe dienen. Die Kirche Christi wird gereinigt. Was Menschen zerstört haben, wird Gott wiederherstellen.

Ein Aufruf zur Selbstprüfung
Lasst uns ehrlich fragen:

Zeigen wir den Menschen auf Jesus oder auf uns selbst?

Ernähren wir Gottes Volk mit dem Wort oder nutzen wir es für unseren eigenen Vorteil?

Bringen wir Heilung oder verursachen wir Schaden?

Kehren wir zurück zur Einfachheit und Kraft des Evangeliums:

1.Korinther 2,2)„

Denn ich habe beschlossen, unter euch nichts zu wissen, außer Jesus Christus, und ihn gekreuzigt.“ 

Möge der Herr uns helfen, treue Hirten, weise Nachfolger und liebevolle Mitglieder seiner Herde zu sein. Amen.

 

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