Warum erschienen Mose und Elia Jesus und nicht andere Propheten?

by Ester yusufu | 8 Juni 2023 08:46 a.m.06

FRAGE: Auf dem hohen Berg, auf den Jesus ging, um mit seinen Jüngern zu beten, warum erschienen Mose und Elia ihm und nicht andere alttestamentliche Propheten wie Jesaja oder Samuel?

ANTWORT:
Zunächst einmal geschah ihr Erscheinen nicht in erster Linie für Jesus, sondern für die drei Jünger – Petrus, Jakobus und Johannes –, die ihn begleiteten. Gott arrangierte diesen Moment, um tiefgehende theologische Wahrheiten und prophetische Erwartungen sichtbar zu machen. Die Verklärung erfüllte mehrere göttliche Zwecke:


1. Erfüllung wichtiger messianischer Prophezeiungen

a) Jesus als der Prophet wie Mose
Gott hatte durch Mose versprochen, dass er einen Propheten wie ihn erwecken würde – einen, auf den das Volk hören müsse:

5. Mose 18,15 (LUT 2017)
„Einen Propheten wie mich wird dir der HERR, dein Gott, erwecken aus deiner Mitte, aus deinen Brüdern; auf ihn sollt ihr hören.“

Diese Prophezeiung weckte unter den Juden die Erwartung, dass eines Tages eine neue, mosaische Gestalt erscheinen würde. Das Erscheinen Moses auf dem Berg war eine göttliche Bestätigung: Jesus ist dieser Prophet – derjenige, der im Gesetz verheißen wurde.

Der Apostel Petrus bestätigt dies später:

Apostelgeschichte 3,22–24 (LUT 2017)
„Denn Mose hat wahrlich gesagt zu den Vätern: ‚Einen Propheten wie mich wird euch der HERR, euer Gott, erwecken aus euren Brüdern. Auf ihn sollt ihr hören in allem, was er zu euch sagen wird.‘ Alle Propheten aber, die von nun an reden werden, haben von diesen Tagen vorhergesagt.“

So wurde durch Moses Erscheinen Jesu Identität als verheißenen Erlöser im Rahmen des Neuen Bundes bestätigt (Hebräer 8,6–13).

b) Jesus als Erfüllung von Elias Rolle als Vorläufer
Die jüdischen Schriftgelehrten lehrten, dass Elia vor dem Kommen des Messias zurückkehren würde (Maleachi 4,5–6). Das verwirrte die Jünger, die fragten, ob Jesus wirklich der Messias sei, wenn Elia noch nicht gekommen sei.

Als Elia bei der Verklärung erschien, zeigte dies, dass die Prophezeiung über Elia erfüllt wurde – nicht buchstäblich, sondern durch Johannes den Täufer, der „im Geist und in der Kraft Elias“ kam (Lukas 1,17).

Matthäus 17,10–13 (LUT 2017)
„Da fragten ihn seine Jünger und sprachen: ‚Warum sagen denn die Schriftgelehrten, dass Elia zuerst kommen müsse?‘
Er antwortete und sprach: ‚Elia ist schon gekommen, und sie haben ihn nicht erkannt, sondern haben mit ihm getan, was sie wollten. So wird auch der Menschensohn an ihnen leiden.‘ Da verstanden die Jünger, dass er von Johannes dem Täufer zu ihnen gesprochen hatte.“


2. Jesus ist größer als alle Propheten

Früher hatte Jesus seine Jünger gefragt:

Matthäus 16,13–14 (LUT 2017)
„Wer sagen die Leute, dass der Menschensohn sei?“
Sie antworteten: „Einige sagen Johannes der Täufer, andere Elia, wieder andere Jeremia oder einer der Propheten.“

Das Volk sah Jesus als einen weiteren Propheten, wenn auch einen mächtigen. Bei der Verklärung aber standen Mose (repräsentiert das Gesetz) und Elia (repräsentiert die Propheten) demütig vor Jesus – ein deutliches Zeichen, dass er die Erfüllung von Gesetz und Propheten ist (Matthäus 5,17).

Matthäus 17,5 (LUT 2017)
„Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe; auf ihn sollt ihr hören!“


3. Die Natur von Jesu Tod und Verherrlichung

Lukas berichtet, dass Mose und Elia mit Jesus über „sein bevorstehendes Ende“ sprachen – seinen nahenden Tod und seine Auferstehung:

Lukas 9,30–31 (LUT 2017)
„Und siehe, es redeten zwei mit ihm; es waren Mose und Elia, die in Herrlichkeit erschienen und von seinem Hinscheiden sprachen, das er in Jerusalem erfüllen sollte.“


4. Herrlichkeit ist nur den Intimen offenbart

Matthäus 17,1 (LUT 2017)
„Sechs Tage später nahm Jesus Petrus, Jakobus und Johannes mit sich und führte sie auf einen hohen Berg allein.“

Nicht alle Jünger sahen diese Vision – nur die, die Jesus am nächsten standen. Dies lehrt eine zeitlose Wahrheit:

Nur wer Jesus mit tiefem Herzen und geistlichem Hunger sucht, wird seine Herrlichkeit sehen.

Jeremia 29,13 (LUT 2017)
„Und ihr werdet mich suchen und finden, wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet.“

Wer Jesus liebt, sollte bewusst Zeit in seiner Gegenwart verbringen. Dort wird man die Tiefe seiner Herrlichkeit und Wahrheit erleben, genau wie die Jünger.

Jakobus 4,8 (LUT 2017)
„Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch.“

Schalom.

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