by Dorcas Kulwa | 6 November 2023 08:46 a.m.11
Warum sollten wir darauf verzichten, uns zu rächen?
Weil Rache nicht in unserer Hand liegt — sie gehört Gott. Er allein ist vollkommen gerecht und hat das Recht, Böses zu vergelten, wann und wie Er will. Wenn wir selbst Vergeltung suchen, nehmen wir Gottes Rolle als Richter ein und gefährden unser eigenes Herz, das dadurch hart und bitter werden kann.
Römer 12,19–21 (ESV)
„Geliebte, rächt euch nicht selbst, sondern lasst Raum für den Zorn Gottes; denn es steht geschrieben: ‚Die Rache ist mein, ich will vergelten, spricht der Herr.‘
Vielmehr: ‚Wenn dein Feind hungrig ist, gib ihm zu essen; wenn er durstig ist, gib ihm zu trinken; denn wenn du das tust, wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln.‘
Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit dem Guten.“
Paulus zitiert hier 5. Mose 32,35 und macht deutlich: Gott übersieht Ungerechtigkeit nicht. Er ist geduldig, aber Er handelt zum richtigen Zeitpunkt. Menschliche Rache führt dagegen fast immer zu mehr Konflikt, mehr Sünde und mehr Spaltung. Sie vergiftet das Herz und gibt Raum für Bitterkeit — ein Nährboden für den Feind.
In 1. Mose 4 sehen wir, wie Gott selbst mit schwerer Schuld umgeht. Nachdem Kain Abel ermordet hatte, sprach Gott ein Urteil über ihn — aber Er tötete ihn nicht. Stattdessen setzte Gott ein Zeichen an Kain, das ihn vor weiteren Angriffen schützen sollte.
1. Mose 4,15 (ESV)
„Da sprach der Herr zu ihm: ‚Nicht so! Wer Kain erschlägt, soll siebenfache Rache erleiden.‘ Und der Herr machte ein Zeichen an Kain, damit ihn niemand erschlüge, der ihn fände.“
Hier wird klar: Selbst im Gericht zeigt Gott Barmherzigkeit. Er begrenzt Gewalt und macht deutlich, dass nur Er allein das Recht hat, Gerechtigkeit zu üben.
Jesus führt dieses Prinzip in der Bergpredigt weiter. Er ruft uns nicht nur dazu auf, auf Vergeltung zu verzichten, sondern aktiv unsere Feinde zu lieben und für sie zu beten.
Matthäus 5,38–39.44 (ESV)
„Ihr habt gehört: ‚Auge um Auge, Zahn um Zahn.‘
Ich aber sage euch: Leistet dem Bösen keinen Widerstand. Wenn dich jemand auf die rechte Wange schlägt, dann halte ihm auch die andere hin.
… Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen.“
Das ist keine Schwäche, sondern geistliche Stärke — ein Ausdruck von Gottes Charakter. So wie Gott „langsam zum Zorn und groß an Gnade“ ist (Psalm 103,8), sollen auch wir Gnade üben, selbst wenn wir verletzt wurden.
Rache zeigt sich nicht nur in Taten, sondern auch in Gedanken und Einstellungen. Die Bibel warnt uns sogar davor, uns über das Unglück unserer Feinde zu freuen.
Sprüche 24,17–18 (ESV)
„Freue dich nicht, wenn dein Feind fällt, und dein Herz sei nicht froh, wenn er strauchelt; sonst sieht der Herr es und missfällt ihm, und er wendet seinen Zorn von ihm ab.“
Statt Bitterkeit zuzulassen oder Vergeltung zu suchen, ruft uns die Schrift auf:
Von Herzen zu vergeben (Matthäus 18,21–22)
Die zu segnen, die uns verfluchen (Lukas 6,28)
Gottes gerechtem Handeln zu vertrauen (Psalm 37,7–9)
So spiegeln wir Christus wider, der selbst im Leiden nicht zurückschlug:
1. Petrus 2,23 (ESV)
„Als er geschmäht wurde, schmähte er nicht zurück; als er litt, drohte er nicht, sondern übergab es dem, der gerecht richtet.“
Nur wer in Christus neu geworden ist, bekommt ein Herz, das Gottes Willen sucht.
2. Korinther 5,17 (ESV)
„Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“
Regelmäßiges Gebet richtet unser Herz aus und hilft uns, dem Fleisch zu widerstehen.
Galater 5,16 (ESV)
„Wandelt im Geist, so werdet ihr die Begierden des Fleisches nicht erfüllen.“
Die Schrift erneuert unsere Gedanken und gibt uns Weisheit im Umgang mit Verletzungen.
Römer 12,2 (ESV)
„Lasst euch verwandeln durch die Erneuerung eures Sinnes…“
Ein hilfreicher Vers dazu:
Prediger 7,21–22 (ESV)
„Nimm dir nicht alles zu Herzen, was Menschen sagen… denn dein eigenes Herz weiß, dass auch du andere oft verflucht hast.“
Das erinnert uns an Demut und daran, wie sehr wir selbst Gottes Gnade brauchen.
Wenn du auf Rache verzichtest und stattdessen vergibst, segnest und betest, befreist du nicht nur den anderen — du befreist vor allem dich selbst. Du wirst zu einem Werkzeug von Gottes Barmherzigkeit statt zu einem Träger von Zorn.
Lass Gott der Richter sein. Vertraue auf Seine Gerechtigkeit. Lebe in Liebe, Wahrheit und Frieden.
Römer 12,21 (ESV)
„Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit dem Guten.“
Maranatha — der Herr kommt.
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