by Neema Joshua | 8 Januar 2024 08:46 p.m.01
Der Ausdruck „Fenster des Himmels“ in der Bibel trägt je nach Zusammenhang unterschiedliche Bedeutungen. Theologisch weist er oft auf Gottes souveräne Herrschaft über die natürliche und die geistliche Welt hin – sei es, um Gericht zu bringen oder Segen auszuschütten.
In 1. Mose 7,11–12 bezieht sich die Formulierung auf die Quellen der großen Tiefe und die Schleusen des Himmels, die Gott während der Sintflut öffnete. Dieses Ereignis zeigt Gottes gerechtes Gericht über eine verdorbene Welt (1. Mose 6,5–7) und Seine Macht über die Schöpfung:
„Im sechshundertsten Lebensjahr Noahs, am siebzehnten Tag des zweiten Monats – an diesem Tag brachen alle Quellen der großen Tiefe auf, und die Schleusen des Himmels öffneten sich. Und Regen fiel auf die Erde vierzig Tage und vierzig Nächte.“
Hier stehen die „Fenster des Himmels“ für Gottes Fähigkeit, die Naturkräfte als Werkzeuge göttlichen Gerichts einzusetzen (vgl. Psalm 104,3–9). Zugleich betont dieses Bild Gottes Souveränität in Schöpfung und Gericht.
Diese Bildsprache verbindet sich mit 1. Mose 1,6–7, wo Gott die Wasser über der Himmelsfeste von den Wassern darunter trennt:
„Und Gott sprach: Es werde eine Wölbung mitten im Wasser, und sie scheide das Wasser vom Wasser. Und Gott machte die Wölbung und schied das Wasser unter der Wölbung von dem Wasser über der Wölbung.“
Die „Wasser oben“ symbolisieren Gottes Bereich, den Er bis zur Sintflut zurückhielt, als Er diese Wasser freigab, um die Erde zu reinigen.
**Die „Fenster des Himmels“ als Symbol göttlichen Segens**
Der Ausdruck steht auch für Gottes überreichen Segen, den Er über Sein Volk ausgießt. Das wird deutlich in 2. Könige 7,2, wo die „Fenster des Himmels“ Gottes wunderbare Versorgung während einer Hungersnot beschreiben:
„Da antwortete der Offizier, auf dessen Arm sich der König stützte, dem Elischa: Siehe, selbst wenn der Herr Fenster im Himmel machte – wie könnte so etwas geschehen? Elischa aber sprach: Siehe, du wirst es mit eigenen Augen sehen, aber essen wirst du nichts davon.“
Diese Stelle hebt hervor, dass Gott selbst in verzweifelten Zeiten übernatürlich versorgen kann (vgl. Philipper 4,19). Der Unglaube des königlichen Beamten steht im Kontrast zu Elischas prophetischer Gewissheit und erinnert daran, dass Gottes Segen oft über menschliche Vorstellungen hinausgeht – doch die Teilhabe an diesem Segen kann vom Glauben und Gehorsam abhängen.
Ebenso verwendet Maleachi 3,10 das Bild der „Fenster des Himmels“, um Gottes Zusage hervorzuheben, großzügig zu segnen, wenn Sein Volk treu im Geben ist:
„Bringt den ganzen Zehnten ins Vorratshaus … Prüft mich doch darin!, spricht der Herr der Heerscharen, ob ich euch nicht die Schleusen des Himmels öffne und Segen in überreicher Fülle herabschütte.“
Hier stehen die „Fenster des Himmels“ für Gottes Bundestreue und Seine reiche Versorgung als Antwort auf den Gehorsam Seiner Kinder (vgl. Sprüche 3,9–10). Es zeigt das theologische Prinzip, dass Großzügigkeit gegenüber Gottes Werk göttlichen Segen nach sich zieht.
Biblisch gesehen können die „Fenster des Himmels“ Folgendes darstellen:
• Gottes Gericht durch Naturereignisse (z. B. die Sintflut), wodurch Seine Heiligkeit und Gerechtigkeit offenbar wird.
• Gottes überreichen Segen, der Seine Barmherzigkeit, Versorgung und Treue zum Bund zeigt.
Der Ausdruck unterstreicht Gottes völlige Souveränität über die Schöpfung und Seine Fähigkeit, Segen zu öffnen oder zurückzuhalten – gemäß Seinem Willen und in Reaktion auf die Haltung des Menschen.
Möge der Herr dich reich segnen, während du über Sein Wort nachdenkst!
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