by Ester yusufu | 18 Januar 2024 08:46 a.m.01
Frage: Was bedeutet es, „zu rudern“?
Ein Ruder ist ein Werkzeug, mit dem ein Boot durch das Wasser bewegt wird. Die Mehrzahl lautet Ruder. Es handelt sich um lange, paddelähnliche Stangen, mit denen Seeleute oder Ruderer sich gegen das Wasser stemmen, um ein Schiff vorwärtszubewegen. Ruder sind besonders dann notwendig, wenn kein Wind zum Segeln vorhanden ist oder wenn man sich durch stürmische und gefährliche Gewässer bewegen muss.
In Jona 1,13 lesen wir:
„Doch die Männer ruderten mit aller Kraft, um wieder ans Land zu kommen; aber sie konnten es nicht, denn das Meer tobte immer heftiger gegen sie.“
(Lutherbibel 2017)
Die Seeleute versuchten verzweifelt, sich selbst und Jona zu retten, indem sie mit aller Kraft zurück ans Ufer ruderten. Doch so sehr sie sich auch bemühten – ihre menschliche Anstrengung reichte nicht aus. Im Gegenteil: Der Sturm wurde immer stärker. Das hebräische Wort, das hier mit „rudern“ übersetzt wird, bedeutet wörtlich „graben“. Es beschreibt eindrücklich, wie erschöpfend, verzweifelt und aussichtslos ihr Kampf war.
Diese Szene aus dem Buch Jona offenbart eine tiefe geistliche Wahrheit: Menschliche Anstrengung stößt an ihre Grenzen, wenn sie dem Willen Gottes entgegensteht. Die Seeleute wollten alles tun, um Jona nicht über Bord werfen zu müssen. Doch Gott hatte bereits entschieden, welcher Weg notwendig war.
Ihr Ringen zeigt uns, dass weder unsere Kraft noch unsere Weisheit oder guten Absichten Gottes Plan außer Kraft setzen können. Die Bibel bestätigt das an vielen Stellen:
Sprüche 19,21:
„Viele Gedanken sind im Herzen eines Menschen; aber der Ratschluss des HERRN hat Bestand.“
Psalm 127,1:
„Wenn der HERR nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen. Wenn der HERR nicht die Stadt behütet, so wacht der Wächter umsonst.“
Die Seeleute waren keine gottlosen Menschen – sie wollten das Richtige tun. Doch selbst gut gemeinte, aufrichtige Anstrengung muss sich letztlich dem souveränen Willen Gottes unterordnen.
Auch an anderen Stellen der Schrift wird das Rudern als Bild für menschlichen Kampf und Begrenztheit verwendet:
Markus 6,48:
„Und er sah, dass sie sich abmühten beim Rudern; denn der Wind stand ihnen entgegen …“
Selbst die Jünger Jesu kämpften, als sie gegen Kräfte ruderten, die sie nicht beherrschen konnten – bis Jesus kam und Frieden brachte.
Johannes 6,19:
„Als sie nun etwa fünfundzwanzig oder dreißig Stadien gerudert hatten, sahen sie Jesus auf dem Meer gehen und nahe an das Boot kommen …“
Auch hier wird deutlich: Menschliche Kraft bringt uns nur bis zu einem gewissen Punkt – bis Jesus uns mitten im Sturm begegnet.
Auch Jesaja 33,21 und Hesekiel 27,6 greifen das Bild von Schiffen und Rudern in poetischer und prophetischer Sprache auf.
Die Geschichte Jonas erinnert uns daran, dass es Zeiten gibt, in denen Loslassen und Hingabe an Gottes Willen kraftvoller sind als noch mehr Anstrengung. Ob es um Entscheidungen, Prüfungen oder Lebensstürme geht – wir sollten uns ehrlich fragen:
Rudere ich gegen Gottes Willen an, oder vertraue ich seiner Führung?
Nimm dir Zeit, Jona Kapitel 1 zu lesen und über deine eigenen Stürme nachzudenken. Vertraust du auf deine eigene Stärke – oder suchst du über allem den Willen Gottes?
Schalom.
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