Was ist ein Pfand in der Bibel?

by Neema Joshua | 16 Februar 2024 08:46 p.m.02

Was bedeutet ein Pfand nach biblischem Verständnis? Und dürfen wir Christen überhaupt etwas als Pfand hinterlegen oder annehmen?

Ein Pfand ist ein Besitzstück, das als Sicherheit für ein gewährtes Darlehen hinterlegt wird. Das bedeutet: Wenn der Kredit nicht zurückgezahlt wird, darf dieses Gut genommen werden, um die Schuld zu begleichen.

In der Bibel (im Alten Testament) war das Geben und Nehmen eines Pfandes erlaubt – jedoch unter Berücksichtigung der Lebenssituation des Betroffenen. Wenn jemand reich war und genügend Besitz hatte, durfte beim Leihen ein angemessenes Pfand verlangt werden, das im Notfall den Verlust des Darlehens abdecken konnte.

Aber wenn jemand sehr arm war und nichts hatte außer einem Mühlstein oder seinem Kleid, durfte man solch lebensnotwendige Dinge nicht als Pfand nehmen. Es galt als schwere Sünde, dem Armen seinen Mühlstein oder seine Kleidung abzunehmen.

5. Mose 24,6:

„Niemand darf den oberen oder unteren Mühlstein als Pfand nehmen; denn damit nimmt man einem Menschen sein Leben als Sicherheit.“

6. Mose 24,17–18:

„Du sollst das Recht des Fremden oder der Waise nicht beugen; und das Kleid der Witwe sollst du nicht als Pfand nehmen. Und denke daran, dass du Knecht in Ägypten gewesen bist und der Herr, dein Gott, dich von dort erlöst hat. Darum gebiete ich dir, dies zu tun.“

Warum es sündhaft war, den Mühlstein des Armen als Pfand zu nehmen, kannst du ausführlicher hier nachlesen >>> Warum verbot Gott, den Mühlstein als Pfand zu nehmen? (5. Mose 24,6).

Nun zur Frage: Dürfen auch wir Christen heute ein Pfand geben oder annehmen?

Antwort: Ein Pfand ist in der Bibel nicht grundsätzlich verboten. Wenn du jemandem etwas Wertvolles geliehen hast und diese Person weder dein Glaubensbruder noch ein leiblicher Verwandter ist, kannst du ein Pfand annehmen – als Motivation zur Rückzahlung, vorausgesetzt, es dient nicht zur Unterdrückung und die Person hat die Mittel dazu.

Wenn derjenige jedoch arm ist und bei dir um Hilfe bittet, ist es nicht gut, ein Pfand zu verlangen. Du kannst ihm auch ohne Pfand etwas leihen – das wird dir selbst zum Segen werden.

Wenn es sich um deinen Glaubensbruder oder einen Angehörigen handelt, ist es in keiner Situation gut, ein Pfand oder Zinsen zu verlangen – egal ob reich oder arm. Du kannst ihm in der Erwartung leihen, dass er dir zurückzahlen wird, ohne eine Sicherheit zu verlangen.

Wenn du selbst derjenige bist, der leiht – also ein Darlehen von einer Person oder Institution für ein bestimmtes Vorhaben aufnimmt – ist es keine Sünde, etwas als Pfand zu hinterlegen, wenn dies verlangt wird.

Der Herr segne dich.

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