Jesu Worte verstehen: „Wer hat, dem wird gegeben; wer aber nicht hat, dem wird auch genommen, was er hat“

by Dorcas Kulwa | 15 August 2024 08:46 p.m.08

 


Jesu Worte verstehen: „Wer hat, dem wird gegeben; wer aber nicht hat, dem wird auch genommen, was er hat“

Auf den ersten Blick klingt dieser Vers vielleicht unfair. Warum sollte Jesus sagen, dass jemand, der nichts besitzt, selbst das Wenige verlieren könnte, das er hat, während derjenige, der schon viel hat, noch mehr bekommt? Ist das nicht ungerecht?

Schauen wir uns den Text noch einmal genauer an:

Lukas 19,24–26 (LUT)
„Da sagte er zu denen, die dabei standen: ‚Nehmt ihm die Mine weg und gebt sie dem, der zehn Minen hat.‘
Sie aber sagten zu ihm: ‚Herr, er hat doch zehn Minen.‘
Er aber sprach zu ihnen: ‚Ich sage euch: Jedem, der etwas hat, wird gegeben; und wer nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat.‘“

Diese Worte stammen aus dem Gleichnis von den Minen, das Jesus erzählt, um zu erklären, wie das Reich Gottes funktioniert – besonders in Bezug auf Verantwortung, geistliche Fruchtbarkeit und den treuen Umgang mit Gottes Gaben. Es geht dabei um göttliche Gerechtigkeit und verantwortliche Jüngerschaft.


1. Es geht nicht um Geld, sondern um geistliche Verantwortung

Jesus spricht hier nicht über materiellen Besitz. Er nutzt ein Bild, um zu zeigen, wie Gott Menschen hinsichtlich ihres geistlichen Wachstums, ihrer Berufung und ihres Gehorsams behandelt.

Im Gleichnis werden Diener mit Minen betraut – Geld, das für Gaben, Chancen und Aufgaben im Reich Gottes steht. Wer treu mit dem umgeht, was ihm anvertraut wurde, wird belohnt – egal, ob es wenig oder viel ist. Wer jedoch untätig oder nachlässig ist, verliert sogar das Wenige, das er hatte.


2. Fruchtbarkeit wird im Reich Gottes erwartet

Jesus erklärt dies auch an einem anderen Bild:

Johannes 15,1–2 (LUT)
„Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Weingärtner. Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, nimmt er weg; jede aber, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie noch mehr Frucht bringt.“

Hier geht es um geistliche Produktivität. So wie ein Winzer unfruchtbare Zweige entfernt, damit die fruchtbaren besser gedeihen, entfernt Gott alles, was geistlich nicht trägt, damit diejenigen, die wachsen, noch mehr gedeihen können.

Es geht also nicht um Bevorzugung, sondern darum, das Wachstum für Sein Reich zu fördern.


3. Untreue führt zum Verlust von Chancen

Dieses Prinzip zeigt sich auch im Gleichnis von den Talenten (Matthäus 25,14–30). Der Diener, der sein Talent vergrub und nicht einsetzte, verlor es:

Matthäus 25,28–29 (LUT)
„Darum nehmt ihm das Talent und gebt es dem, der zehn Talente hat. Denn wer hat, dem wird gegeben, und er wird Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat.“

„Haben“ bedeutet hier nicht nur besitzen, sondern aktiv nutzen. Wer seine Gaben, seine Zeit und Möglichkeiten für Gott einsetzt, dem wird noch mehr anvertraut. Wer sie verschwendet, verliert die Chance, aktiv im Reich Gottes zu wirken.


4. Gnade hat Grenzen

Jesus macht deutlich, dass Untätigkeit nicht unbegrenzt toleriert wird:

Lukas 13,6–9 (LUT)
„Ein Mann hatte einen Feigenbaum in seinem Weinberg gepflanzt, und er kam, um Frucht an ihm zu suchen, und fand keine… ‚Schneidet ihn ab! Warum soll er den Boden noch unnütz beanspruchen?‘“

Gott ist geduldig, aber nicht passiv. Gnade lädt uns ein zu reagieren – nicht, Jahr für Jahr unverändert zu bleiben. Je länger wir die Gelegenheit zur geistlichen Entwicklung vernachlässigen, desto näher kommen wir daran, sie ganz zu verlieren.


5. Zusammenfassung: Verantwortung und Rechenschaft

Dieses Gleichnis zeigt wichtige Wahrheiten:

Gottes Gnade gibt uns allen Chancen. Doch wie wir diese Chancen nutzen, entscheidet. Deshalb sagte Jesus:

Matthäus 3,10 (LUT)
„Schon jetzt liegt die Axt an der Wurzel der Bäume. Darum wird jeder Baum, der keine gute Frucht bringt, abgehauen und ins Feuer geworfen.“


Abschließende Ermutigung

Wenn du das Evangelium gehört und Gottes Gaben empfangen hast – bleibe nicht untätig. Gnade bedeutet nicht Passivität. Nutze, was Gott dir gegeben hat. Diene. Wachse. Antworte im Glauben. Gott freut sich, die Treuen zu segnen.

Hebräer 6,10 (LUT)
„Denn Gott ist nicht ungerecht, dass er euer Werk und die Liebe, die ihr zu seinem Namen gezeigt habt, vergisst…“

Möge der Herr dich segnen und uns allen helfen, im Reich Gottes fruchtbar zu sein.

 

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