Was bedeutet Niederwerfen – und müssen Christen sich vor Gott niederwerfen?

by Doreen Kajulu | 1. Oktober 2024 8:43

Frage: Was ist Niederwerfen und sind wir als Christen dazu verpflichtet, uns vor Gott niederzuwerfen?

Niederwerfen ist der Akt des Sich‑Tief‑Beugens — oft durch Knien und das Senken des Kopfes — als Ausdruck von Ehrfurcht, Anbetung oder Respekt. In manchen Fällen bedeutet es, dass der Körper so weit gesenkt wird, dass Stirn oder Gesicht den Boden berühren (siehe 2. Chronik 7,3).

Die Bibel zeigt viele Beispiele von Menschen, die sich vor Gott niederwerfen, aber auch vor anderen Menschen, vor Engeln und sogar vor falschen Göttern.


1. Menschen, die sich vor Gott niederwerfen

In der Schrift lesen wir davon, dass Menschen sich demütig vor Gott beugen in Anbetung. Ein Beispiel ist der Knecht Abrahams, der ausgesandt wurde, um eine Frau für Isaak zu finden. Als er Rebekka traf und erkannte, dass sie die von Gott bestimmte Frau war, verneigte er sich und betete den Herrn an:

1. Mose 24,26–27 (Luther 2017)

Da neigte der Mann sein Haupt und betete den HERRN an und sprach:
„Gelobt sei der HERR, der Gott meines Herrn Abraham, der seiner Barmherzigkeit und Treue gegenüber meinem Herrn nicht entzogen hat.“

Weitere Beispiele sind Mose (2. Mose 34,8–9), das Volk Israel, als die Herrlichkeit Gottes über den Tempel kam (2. Chronik 7,3), und Esra zusammen mit den Leviten (Nehemia 8,6).


2. Menschen, die sich vor Engeln niederwerfen

Im Buch der Offenbarung begegnet der Apostel Johannes einem Engel und fällt nieder, um ihn anzubeten. Der Engel weist ihn aber zurück und sagt:

Offenbarung 22,8–9 (Luther 2017)

Und ich fiel vor seinen Füßen nieder zum Beten. Er aber sprach zu mir:
„Sieh zu, tu’s nicht! Ich bin ein Mitknecht wie du und wie deine Brüder, die die Worte dieses Buches bewahren. Gott sollst du anbeten!

Auch Josua fiel in Ehrfurcht vor einem himmlischen Boten nieder (Josua 5,14).


3. Menschen, die sich vor anderen Menschen niederwerfen

Die Bibel berichtet auch davon, dass Menschen sich vor anderen Menschen verneigten. Zum Beispiel verneigten sich Josephs Brüder vor ihm, als sie nach Ägypten kamen:

1. Mose 43,27–28 (Luther 2017)

Und er fragte nach ihrem Wohl. …
Sie antworteten:
„Dein Knecht unser Vater ist wohl; er lebt noch.“
Und sie fielen nieder und huldigten ihm.

Weitere Beispiele sind Joab (2. Samuel 14,22), Arauna (2. Samuel 24,20) und Haman, vor dem die Leute sich verneigten (Esther 3,2).


4. Menschen, die sich vor falschen Göttern niederwerfen

Leider zeigt die Bibel auch, dass Menschen sich vor falschen Göttern verbeugten oder sich dämonischen Kräften unterwarfen. Als die Israeliten sich dem Götzendienst der Moabiter anschlossen, verneigten sie sich vor deren Göttern:

4. Mose 25,2–3 (Luther 2017)

Israel verband sich mit den Göttern Moabs. Und das Volk aß und verneigte sich vor ihren Göttern.
Israel verband sich mit Baal‑Peor, und der Zorn des HERRN entbrannte.

Auch König Jerobeam führte das Volk zum Götzendienst (1. Könige 16,31).


Sollen Christen sich niederwerfen?

Die Antwort ist Ja – aber nur Gott allein ist würdig, angebetet zu werden. Menschen, Engel oder andere Geschöpfe sind nicht dazu bestimmt, angebetet zu werden.

Jesus selbst machte das während seiner Versuchung in der Wüste ganz deutlich:

Matthäus 4,8–10 (Luther 2017)

Wieder nahm ihn der Teufel mit auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt und deren Herrlichkeit und sprach zu ihm:
„Dies alles will ich dir geben, wenn du dich niederwirfst und mich anbetest.

Jesus aber sprach zu ihm:
„Weiche, Satan! Denn es steht geschrieben:
›Du sollst den Herrn, deinen Gott, anbeten und ihm allein dienen.‹“

Damit bestätigt die Bibel, dass nur Gott allein wahrer Anbetung würdig ist.


Was bedeutet das für unser Gebet?

Sich niederzuwerfen kann ein ausdrucksstarkes Zeichen der Demut vor Gott sein – besonders in Gebeten der Reue, der Bitte um Gnade oder des Dankes. Es zeigt ein demütiges und unterwürfiges Herz. Aber es ist keine vorgeschriebene Regel, dass jedes Gebet von körperlicher Niederwerfung begleitet werden muss. Gebet wird nicht dadurch „gültig“ oder „akzeptiert“, nur weil man sich körperlich niederwirft. Es ist vielmehr eine persönliche, vom Heiligen Geist inspirierte Ausdrucksform der Anbetung und Hingabe.


Möge der Herr uns helfen

 

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