by Ester yusufu | 22 Oktober 2024 08:46 p.m.10
Der Verfasser des Hebräerbriefes ist unbekannt, da der Brief selbst keinen Autor nennt (Hebräer 1,1). Dennoch sehen viele Bibelausleger im Apostel Paulus einen möglichen Verfasser. Dafür spricht unter anderem, dass der Autor Timotheus erwähnt, einen engen Mitarbeiter des Paulus (Hebräer 13,23):
„Ihr sollt wissen, dass der Bruder Timotheus freigelassen ist; mit ihm will ich euch sehen, wenn er bald kommt.“
Auch der abschließende Segensgruß „Die Gnade sei mit euch allen“ (Hebräer 13,25) ist charakteristisch für die paulinischen Briefe und unterstützt diese Annahme.
Andere Ausleger halten aufgrund des sprachlichen Stils auch Personen wie Apollos, Barnabas oder Silas für mögliche Autoren. Letztlich jedoch steht nicht die Identität des Schreibers im Mittelpunkt, sondern die geistliche Botschaft des Briefes.
Der Hebräerbrief ist ein seelsorgerlicher Lehrbrief, der sich vor allem an jüdische Christen richtet, die mit den jüdischen Ordnungen, Opfergesetzen und den Schriften des Alten Testaments vertraut waren. Er mahnt sie eindringlich, am Glauben festzuhalten (Hebräer 2,1):
„Darum sollen wir desto mehr achten auf das Wort, das wir hören, damit wir nicht am Ziel vorbeigleiten.“
Das zentrale Thema des Hebräerbriefes ist die Überlegenheit und Vollkommenheit Jesu Christi. Er wird als die endgültige Offenbarung Gottes und als Mittler eines neuen Bundes vorgestellt (Hebräer 1,3):
„Er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort … und hat sich gesetzt zur Rechten der Majestät in der Höhe.“
Christus ist größer als die Propheten: Gott hat früher durch die Propheten gesprochen, jetzt aber endgültig durch seinen Sohn (Hebräer 1,1–2).
Christus ist größer als die Engel: Jesus besitzt einen ewigen Thron und göttliche Autorität, die weit über der der Engel steht (Hebräer 1,13–14).
Christus ist größer als Mose und das levitische Priestertum: Er ist der vollkommene Hohepriester nach der Ordnung Melchisedeks und übertrifft den Dienst des alten Bundes (Hebräer 3,1–6; 7,1–28).
Das einmalige Opfer Christi: Während die Opfer des alten Bundes ständig wiederholt werden mussten, hat Jesus ein Opfer gebracht, das für immer gültig ist (Hebräer 10,11–14):
„Dieser aber hat ein Opfer für die Sünden dargebracht für immer und sich gesetzt zur Rechten Gottes.“
(Hebräer 10,12)
Diese Lehre zeigt Jesus als den Mittler eines neuen und besseren Bundes (Hebräer 8,6), der die Schatten und Vorbilder des alten Bundes erfüllt und übertrifft (Hebräer 10,1).
Der Hebräerbrief ist zugleich eine kraftvolle Ermahnung, im Glauben standhaft zu bleiben – besonders in Zeiten von Leid, Prüfungen und Verfolgung (Hebräer 12,1–3):
„Lasst uns ablegen alles, was uns beschwert, und die Sünde, die uns ständig umstrickt, und lasst uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist, und aufsehen zu Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens.“
Diese Aufforderung betont die Bedeutung des Ausharrens im Glauben. Gläubige werden ermutigt, durchzuhalten, indem sie ihren Blick auf Christus richten – auf sein Leiden, seine Treue und seinen Sieg.
Der Herr segne euch reichlich.
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