Eine Theologische Studie des Galaterbriefes und seines Autors

by Rogath Henry | 13 Dezember 2024 08:46 a.m.12

Der Galaterbrief ist einer der Briefe, die der Apostel Paulus an die Gemeinden in der Region Galatien (heutige Türkei) schrieb. Paulus verfasste diesen Brief, um einer ernsten theologischen Krise zu begegnen: Die Gemeinden wandten sich vom Evangelium der Gnade ab und nahmen einen legalistischen Ansatz zur Rettung an.

Bereits im ersten Vers stellt Paulus sich als Autor vor und betont seine göttliche Berufung — nicht von menschlicher Autorität, sondern direkt von Jesus Christus:

Galater 1,1 (ELB)
„Paulus, ein Apostel — nicht von Menschen noch durch Menschen, sondern durch Jesus Christus und Gott, den Vater, der ihn von den Toten auferweckt hat …“


Das Problem in Galatien

Paulus zeigt seine Bestürzung darüber, dass die Galater so schnell das von ihm verkündete Evangelium verlassen. Sie wurden von den sogenannten Judenchristen beeinflusst, die verlangten, dass Heidengläubige das mosaische Gesetz (insbesondere die Beschneidung) halten müssten, um gerettet zu werden.

Galater 1,6–7 (ELB)
„Ich erstaune darüber, dass ihr euch so schnell von dem abwendet, der euch durch die Gnade Christi berufen hat, und zu einem anderen Evangelium wendet — nicht dass es ein anderes gäbe …“

Paulus fordert sie deutlich heraus:

Galater 3,1 (ELB)
„O unvernünftige Galater! Wer hat euch verzaubert? Euch wurde doch Jesus Christus als gekreuzigt dargestellt.“


Erlösung durch Gnade durch Glauben

Paulus macht klar, dass das Fundament des christlichen Lebens der Glaube an Jesus Christus ist — nicht das Gesetz. Die Galater hatten im Glauben begonnen, versuchten nun aber, durch Werke vollendet zu werden.

Galater 3,3 (ELB)
„Seid ihr so unvernünftig? Nachdem ihr im Geist begonnen habt, werdet ihr nun im Fleisch vollendet?“

Dies entspricht der Aussage in Epheser 2,8–9 (ELB):

„Denn aus Gnade seid ihr durch den Glauben gerettet worden, und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme.“

Rechtfertigung geschieht durch den Glauben, so wie bei Abraham:

Galater 3,6–7 (ELB)
„So glaubte Abraham Gott, und es wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet. Kennt also, dass die, die im Glauben sind, Abrahams Kinder sind.“


Die Rolle des Gesetzes

Das Gesetz diente als Hüter bis Christus kam. Es zeigt Sünde auf, kann aber nicht retten.

Galater 3,24–25 (ELB)
„So ist das Gesetz unser Lehrer gewesen bis zu Christus, damit wir durch den Glauben gerechtfertigt würden. Nun aber ist der Glaube gekommen, und wir sind nicht mehr unter einem Lehrer.“

Wer sich auf das Gesetz verlässt, ist unter einem Fluch:

Galater 3,10 (ELB)
„Denn alle, die auf Werke des Gesetzes vertrauen, sind unter einem Fluch …“

Und wenn Gerechtigkeit durch das Gesetz käme, wäre Christi Tod vergeblich:

Galater 2,21 (ELB)
„… wenn Gerechtigkeit durch das Gesetz käme, dann wäre Christus vergeblich gestorben.“


Leben durch den Geist, nicht durch das Fleisch

Paulus beantwortet ein mögliches Missverständnis: Wird durch Gnade gesichert, dass wir tun können, was wir wollen? Nein. Gläubige haben das Fleisch gekreuzigt und leben nun durch den Geist.

Galater 5,24 (ELB)
„Die aber Christus Jesus angehören, haben das Fleisch samt seinen Leidenschaften und Begierden gekreuzigt.“

Das christliche Leben ist nicht gesetzlos, sondern vom Geist geleitet:

Galater 5,16 (ELB)
„Ich sage aber: Wandelt im Geist, so werdet ihr die Begierden des Fleisches nicht erfüllen.“

Er nennt die „Werke des Fleisches“ (Galater 5,19–21) und kontrastiert sie mit der Frucht des Geistes:

Galater 5,22–23 (ELB)
„Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung …“


Adoption und Gabe des Geistes

Gläubige sind Gottes Kinder, adoptiert durch Christus, und haben den Heiligen Geist empfangen:

Galater 4,6 (ELB)
„Weil ihr aber Kinder seid, hat Gott den Geist seines Sohnes in unsere Herzen gesandt, der ‚Abba, Vater!‘ ruft.“

Der Geist befähigt, gerecht zu leben — nicht durch menschliche Kraft, sondern durch göttliche Ermächtigung.


Zentrale Botschaft

Die Kernbotschaft des Galaterbriefes:

Galater 5,6 (ELB)
„Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe wirkt.“

Wir sind berufen, stets vom Heiligen Geist erfüllt zu sein:

Epheser 5,18 (ELB)
„Und berauscht euch nicht mit Wein, in dem Ausschweifung ist, sondern werdet voll Geistes …“


Abschließender Gedanke

Wer unter Gnade lebt und im Geist wandelt, überwindet Sünde. Das Gesetz wird nicht aus Pflicht, sondern aus Liebe erfüllt:

Römer 8,2–4 (ELB)
„Denn das Gesetz des Geistes des Lebens in Christus Jesus hat dich frei gemacht vom Gesetz der Sünde und des Todes … damit die Gerechtigkeit des Gesetzes in uns erfüllt werde, die wir nicht nach dem Fleisch wandeln, sondern nach dem Geist.“

Möge der Herr Sie segnen. Verkünden Sie diese gute Nachricht weiter.

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