by furaha nchimbi | 14 Dezember 2024 08:46 p.m.12
Der Jakobusbrief beginnt mit einer klaren Vorstellung des Schreibers:
„Jakobus, Knecht Gottes und des Herrn Jesus Christus, den zwölf Stämmen in der Zerstreuung: Grüße!“
Jakobus 1,1 (LUT 2017)
Der Jakobus, der diesen Brief verfasst hat, ist nicht Jakobus, der Sohn des Zebedäus und Bruder des Johannes (Markus 3,17). Es handelt sich vielmehr um Jakobus, den Halbbruder Jesu (Galater 1,19; Matthäus 13,55). Obwohl er zunächst nicht an Jesus glaubte (Johannes 7,5), wurde er nach der Begegnung mit dem auferstandenen Christus (1. Korinther 15,7) zu einer der zentralen Leitfiguren der frühen Gemeinde in Jerusalem (Galater 2,9).
Sein Einfluss wird besonders im Apostelkonzil von Apostelgeschichte 15 sichtbar. Während Petrus zunehmend in die Mission unter den Nationen ging (Apostelgeschichte 12,17), übernahm Jakobus die seelsorgerliche Verantwortung für die jüdischen Christen in Jerusalem, die unter Verfolgung, Armut, Hungersnöten (Apostelgeschichte 11,28–30) und sozialer Ausgrenzung litten. Vor diesem Hintergrund gewinnen seine Ermahnungen, in Anfechtungen standzuhalten und einen echten Glauben zu leben, besondere Bedeutung.
Der Jakobusbrief ruft zu einem wahren, durch Taten bestätigten Glauben auf einem Glauben, der sich nicht nur in Worten äußert, sondern im alltäglichen Leben sichtbar wird. Jakobus formuliert es unmissverständlich:
„So ist auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, tot in sich selber.“
Jakobus 2,17 (LUT 2017)
Paulus lehrt, dass der Mensch „durch den Glauben ohne des Gesetzes Werke gerecht wird“ (Römer 3,28). Jakobus widerspricht dem nicht, sondern ergänzt: Echter Glaube bleibt nicht ohne sichtbare Frucht (Jakobus 2,18.26). Der Brief beantwortet die Frage:
Wie sieht lebendiger Glaube im praktischen Alltag aus?
Ursprünglich an die „zwölf Stämme in der Zerstreuung“ (Jakobus 1,1) gerichtet also an jüdische Christen im Exil ist seine Botschaft doch zeitlos und für alle Gläubigen gültig.
Jakobus beginnt mit dem Aufruf:
„Haltet es für lauter Freude, wenn ihr in mancherlei Anfechtungen fallt.“
Jakobus 1,2 (LUT 2017)
Denn die Erprobung des Glaubens führt zu geistlicher Reife (Verse 3–4).
Er stellt klar, dass Prüfungen von Gott kommen können, Versuchungen jedoch nicht:
„Niemand sage, wenn er versucht wird: Ich werde von Gott versucht.
Denn Gott kann nicht versucht werden zum Bösen, und er selbst versucht niemand.“
Jakobus 1,13 (LUT 2017)
Versuchung entsteht aus der eigenen Begierde (Verse 14–15). Gott hingegen ist die Quelle „jeder guten Gabe“ (Vers 17).
Wer Weisheit braucht, soll Gott vertrauensvoll darum bitten (1,5–6).
Die Weisheit von oben ist:
„…zuerst rein, dann friedsam, gütig, lässt sich etwas sagen, ist voller Barmherzigkeit und guter Früchte…“
Jakobus 3,17 (LUT 2017)
Sie steht im scharfen Gegensatz zur irdischen, „sinnlichen, teuflischen“ Weisheit (Jakobus 3,15), die zu Neid, Streit und Unfrieden führt.
Jakobus verurteilt jede Art von Parteilichkeit in der Gemeinde:
„Wenn ihr aber die Person anseht, tut ihr Sünde und werdet vom Gesetz als Übertreter überführt.“
Jakobus 2,9 (LUT 2017)
Er erinnert daran, dass Gott gerade die Armen erwählt hat, reich im Glauben zu sein (2,5). Gleichzeitig warnt er die Reichen, die die Armen unterdrücken (Jakobus 5,1–6), vor dem kommenden Gericht.
Diese Lehre spiegelt die Grundbotschaft des Evangeliums:
Vor Gott sind alle Menschen gleichwertig (Galater 3,28).
„Seid aber Täter des Wortes und nicht Hörer allein.“
Jakobus 1,22 (LUT 2017)
Wahrer Glauben äußert sich in einem Leben der Barmherzigkeit:
Kontrolle der eigenen Worte (1,26; 3,1–12)
Fürsorge für „Waisen und Witwen in ihrer Trübsal“ (1,27)
Absonderung von weltlicher Unreinheit
Der Höhepunkt des Briefes lautet:
„So ist auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, tot.“
Jakobus 2,17 (LUT 2017)
Jakobus zeigt anhand von Abraham und Rahab (2,21–26), dass Glaube durch Taten bestätigt wird. Nicht als Grundlage der Rettung, sondern als deren sichtbarer Beweis.
Jakobus macht deutlich, dass Streit und Konflikte aus ungezügelten Begierden entstehen. Dann ruft er zur Umkehr:
„Gott widersteht den Hochmütigen; aber den Demütigen gibt er Gnade.“
Jakobus 4,6 (LUT 2017)
Und weiter:
„Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch.“
Jakobus 4,8 (LUT 2017)
Er warnt davor, über andere zu urteilen oder überheblich mit der Zukunft zu planen:
„Was ist euer Leben?
Es ist doch nur ein Dampf, der eine kleine Zeit währt und dann verschwindet.“
Jakobus 4,14 (LUT 2017)
Jakobus ruft zu Geduld auf und verweist dabei auf Hiob:
„Ihr habt gehört von der Geduld Hiobs und habt gesehen, zu welchem Ende es der Herr geführt hat.“
Jakobus 5,11 (LUT 2017)
Das Gebet nimmt einen zentralen Platz ein:
„Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist.“
Jakobus 5,16 (LUT 2017)
Er ruft dazu auf:
in allen Situationen zu beten (5,13–18)
und diejenigen zurückzuführen, die vom Glauben abgeirrt sind (5,19–20)
Jakobus schrieb diesen Brief unter der Führung des Heiligen Geistes, um die Gemeinde zu läutern, zu stärken und zum Handeln zu bewegen.
Echter Glaube bleibt nicht verborgen. Er wird sichtbar im Reden, im Handeln, im Leben.
„Denn wie der Leib ohne Geist tot ist, so ist auch der Glaube ohne Werke tot.“
Jakobus 2,26 (LUT 2017)
Möge der Herr dich segnen und deinen Glauben stärken.
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