Was bedeutet der Ausdruck „Hand anlegen“ in der Bibel, besonders in Esther 2,21?

by Dorcas Kulwa | 17 Juli 2025 08:46 a.m.07

 


Was bedeutet der Ausdruck „Hand anlegen“ in der Bibel, besonders in Esther 2,21?

Esther 2,21 (LUT):

„In jenen Tagen, als Mordechai am Tor des Königs saß, wurden zwei der Eunuchen des Königs, Bigthan und Teresch, die Torwächter, wütend und wollten König Ahasveros Hand anlegen.“

Erklärung:

Hier bedeutet „Hand anlegen“ nicht Segen oder Weihe, wie es an anderen Stellen in der Bibel vorkommt. Es geht vielmehr darum, jemandem Schaden zuzufügen, ihn anzugreifen oder sogar zu töten. Die beiden Eunuchen, Bigthan und Teresch, die als Torwächter dienten, planten die Ermordung von König Ahasveros. Die Bibel nennt nicht, wie sie es tun wollten (z. B. Vergiftung oder Angriff), doch die Formulierung „Hand anlegen“ macht ihre gewalttätige Absicht deutlich.

Dieser Ausdruck wird an mehreren Stellen in der Bibel verwendet, um Aggression oder Mordabsichten zu beschreiben. Er bedeutet mehr als nur körperliche Berührung – er drückt die Ausübung zerstörerischer Gewalt gegen jemanden aus, oft ungerecht.

Theologischer Hintergrund:

In der Bibel hat das „Handauflegen“ zwei Hauptbedeutungen:

Vergleich: David und Saul

Eine ähnliche Situation findet sich in 1 Samuel 24,4–7: David hatte die Chance, König Saul zu töten, der ihn ungerecht verfolgte. Doch David ließ es bleiben, weil Saul von Gott gesalbt war:

1 Samuel 24,6:

Da sprach er zu seinen Männern: ‚Der HERR verbiete mir, dass ich meinem Herrn, dem Gesalbten des HERRN, die Hand ausstrecke, um ihm Schaden zuzufügen.‘“

Hier zeigt sich, dass „die Hand ausstrecken“ wie „Hand anlegen“ bedeutet – ein Ausdruck für die Absicht, jemandem zu schaden. Im Unterschied zu den Verschwörern in Esther fürchtete David Gott und respektierte die Heiligkeit der von Gott eingesetzten Autorität, selbst wenn Saul im Unrecht war.

Spirituelle Anwendung:

Fazit:

In Esther 2,21 bedeutet „Hand anlegen“ konkret, jemandem Schaden zuzufügen oder ihn töten zu wollen. Die Stelle warnt vor Rebellion und Gewalt gegen von Gott eingesetzte Autorität. Im Vergleich zu Davids Zurückhaltung zeigt sich, dass Gottes Volk in Ehrfurcht, Geduld und Gehorsam gegenüber Gott handeln soll und auf seine Gerechtigkeit vertrauen darf.

„Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ – Römer 12,21

Möge der Herr dich reich segnen, während du in Weisheit und Erkenntnis wächst.

 

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