Lass uns zuerst den Bibeltext anschauen:
Johannes 5,45–47 (Lutherbibel 2017 / Einheitsübersetzung):„Meint nicht, dass ich euch vor dem Vater verklagen werde; der euch verklagt, ist Mose, auf den ihr eure Hoffnung gesetzt habt. Denn wenn ihr Mose glaubtet, so würdet ihr auch mir glauben; denn er hat von mir geschrieben. Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubt, wie werdet ihr meinen Worten glauben?“
Auf den ersten Blick könnte es so wirken, als stünde Mose irgendwo im Himmel und klagte Menschen vor Gott an. Aber das ist nicht gemeint. Jesus spricht hier nicht davon, dass Mose als Person vor Gott steht und Anklage erhebt – vielmehr meint Er die Worte und Schriften Moses: das Gesetz, das Mose den Israeliten gegeben hat. Diese Worte beweisen und überführen die Menschen.
Das bedeutet: Moses Schriften selbst sind es, die Zeugnis ablegen und anklagen, nicht Mose als Person.
Denn Jesus sagt weiter: „Wenn ihr Mose glaubtet, so würdet ihr auch mir glauben; denn er hat von mir geschrieben.“ Damit macht Jesus klar, dass die Schriften des Mose auf Ihn hinweisen. Und wer diese Schriften ablehnt, weist letztlich auch Jesus zurück.
An einer anderen Stelle erklärt Jesus, wie Seine Worte Gericht sein werden:
Johannes 12,47–49 (in sinngemäßer deutscher Übersetzung):Jesus sagt, dass Er nicht gekommen sei, um die Welt zu richten, sondern sie zu retten. Aber wer Seine Worte ablehnt, hat seinen Richter bereits: das Wort, das Er gesprochen hat, wird ihn am letzten Tag richten. Dies ist nicht Jesus als willkürlicher Richter, sondern Gottes Wahrheit, die spricht und richtet.
Das zeigt, dass Gottes Wort – ob im Alten oder Neuen Testament – Zeugnis für uns ablegt und Grundlage des Gerichts ist.
In ähnlicher Weise erklärt Paulus:
Römer 2,16:„An jenem Tag wird Gott die Geheimnisse der Menschen durch Christus Jesus richten, gemäß meinem Evangelium.“
Das heißt: alle inspirierten Schriften – von Mose über die Propheten bis zu den Aposteln – sind Gottes Wort und werden maßgeblich für das Gericht sein.
Paulus macht auch deutlich, dass geistliche Gaben und Wissen ohne Liebe wertlos sind (vgl. 1 Kor 13,1–2). Gottes Wort deckt nicht nur Sünde auf, sondern zeigt auch, wie wir lebendig im Glauben und in Liebe leben sollen.
Daher wirkt Gottes Wort bereits jetzt:
Darüber hinaus kann Satan die Wahrheit von Gottes Wort (und unser eigenes Versäumnis, danach zu leben) im himmlischen Gericht als Anklage verwenden, wenn jemand behauptet, an Jesus zu glauben, aber bewusst weiterhin Gottes Gebote missachtet.
Stell dir ein Gericht vor: Jemand sagt, er sei gerettet, aber er lebt wissentlich in Sünde. Dann kann Gottes Wort selbst – das genaue, klare Wort der Bibel – vorgebracht werden, um zu zeigen, dass dieser Mensch Gottes Gebote verletzt hat.
Wenn jemand Gottes Wort kennt und trotzdem bewusst dagegen lebt, gibt es keine Ausrede vor Gott. Und genau darum kann Gottes Wort sowohl beruhigen als auch anklagen.
Die Bibel – die 66 vom Heiligen Geist inspirierten Bücher – ist der letzte Maßstab des Gerichts. Wenn du Christus noch nicht als deinen Retter angenommen hast, gibt Gott dir heute die Möglichkeit zur Umkehr.
Gott bietet jedem Vergebung, neues Leben und den Heiligen Geist an – an alle, die Jesus vertrauen, Buße tun und sich taufen lassen. So können wir sicher sein, im ewigen Leben bei Gott zu sein und der gerechten Anklage des Wortes zu entgehen.
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