Antwort: Schauen wir etwas genauer hin…
Matthäus 6,28–29 (ESV) „Und warum sorgt ihr euch um Kleidung? Betrachtet die Lilien…“
Wenn Jesus sagt, dass die Lilien „nicht spinnen“, bezieht Er sich auf den alten Herstellungsprozess von Kleidung – insbesondere auf das Spinnen von Fasern zu Fäden, die dann zu Stoffen verwoben wurden. In biblischen Zeiten wurde Kleidung mühsam von Hand gesponnen oder gewebt. Spinnen bedeutete, Fasern zu drehen, damit Faden oder Garn entstand – harte und zeitraubende Handarbeit.
2. Mose 39,28 (ESV) „Und der Turban aus feinem Leinen, die Kopfbedeckungen aus feinem Leinen und die Unterkleider aus gezwirntem Lein.“
3. Mose 13,52 (ESV) „Und er soll das Kleid verbrennen, es sei im Schuss oder im Kettefaden, aus Wolle oder Leinen, oder irgendeinen Gegenstand aus Fell, der befallen ist; denn es ist ein hartnäckiger Aussatz. Er soll im Feuer verbrannt werden.“
Diese Verse zeigen, wie viel Mühe die Herstellung von Kleidung damals gekostet hat. Es brauchte sowohl Weben (Schuss und Kette) als auch Spinnen – beides erforderte Geschick und harte Arbeit.
Im Gegensatz dazu stehen die Lilien des Feldes – Wildblumen, die einfach wachsen. Sie arbeiten nicht, sie verdienen nichts, sie spinnen nicht. Und doch kleidet Gott sie in eine Schönheit, die selbst die Pracht Salomos übertrifft, dessen Reichtum und Kleidung legendär waren.
Das ist der Kern von Jesu Aussage: Gott sorgt für Seine Schöpfung ohne ihr Mühen – und Er tut es mit überwältigender Schönheit und Fülle.
Wenn Gott also Blumen, die heute blühen und morgen verwelken, so herrlich kleidet, wie viel mehr wird Er für die sorgen, die nach Seinem Bild geschaffen sind und Seine Kinder heißen?
Theologischer Einblick: Gott als Versorger
Jesus lehrt hier, was Theologen die göttliche Vorsehung nennen – den Glauben, dass Gott souverän für die gesamte Schöpfung sorgt. Diese Wahrheit finden wir auch in anderen Schriftstellen:
Psalm 104,24 (ESV) „HERR, wie zahlreich sind deine Werke! Du hast sie alle mit Weisheit gemacht; die Erde ist voll deiner Geschöpfe.“
Philipper 4,19 (ESV) „Und mein Gott wird euch alles Nötige geben nach seinem Reichtum in Herrlichkeit in Christus Jesus.“
Römer 8,32 (ESV) „Er, der sogar seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern ihn für uns alle dahingegeben hat – wie sollte er uns mit ihm nicht auch alles schenken?“
Jesus lädt seine Jünger – und uns heute – ein, sich nicht von Sorgen über materielle Bedürfnisse (Essen, Trinken, Kleidung) verzehren zu lassen, sondern Gott als treuen Vater zu vertrauen, der genau weiß, was Seine Kinder brauchen.
Matthäus 6,30–33 (ESV) „Wenn nun Gott das Gras des Feldes so kleidet, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, wird er das nicht viel mehr für euch tun, ihr Kleingläubigen? Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? oder: Was werden wir trinken? oder: Womit werden wir uns kleiden? Denn nach all dem trachten die Heiden. Euer himmlischer Vater weiß aber, dass ihr das alles braucht. Trachtet vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, und dies alles wird euch hinzugefügt werden.“
Matthäus 6,30–33 (ESV)
„Wenn nun Gott das Gras des Feldes so kleidet, das heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird, wird er das nicht viel mehr für euch tun, ihr Kleingläubigen? Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? oder: Was werden wir trinken? oder: Womit werden wir uns kleiden? Denn nach all dem trachten die Heiden. Euer himmlischer Vater weiß aber, dass ihr das alles braucht. Trachtet vielmehr zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, und dies alles wird euch hinzugefügt werden.“
Geistliche Anwendung
Sorge ist die Frucht des Unglaubens. Jesus ruft uns zu einer höheren Lebensweise – einer reichgottes-orientierten Lebensweise – in der nicht Überleben, Wohlstand oder äußeres Erscheinungsbild an erster Stelle stehen, sondern das Reich Gottes und Seine Gerechtigkeit. Wenn wir so leben, folgt Versorgung.
Auch wenn ein Gläubiger durch Zeiten des Mangels oder der Prüfung geht, ist das keine Verlassenheit – es kann eine Zeit der Läuterung sein, ein Unterricht im Vertrauen oder Vorbereitung für eine größere Aufgabe. Aber Gott verlässt die Seinen niemals.
Hebräer 13,5 (ESV) „Denn er hat gesagt: Ich will dich nicht verlassen und nicht von dir weichen.“
Schlussfolgerung:
Als Jesus sagte, „die Lilien spinnen nicht“, stellte Er nicht nur eine botanische Tatsache fest. Er machte eine theologische Aussage:
Wenn euer himmlischer Vater die Lilien ohne ihr Zutun so herrlich kleidet, dann wird Er umso mehr für euch sorgen – wenn ihr Ihm vertraut.
Darum: Habt keine Angst – habt Glauben. Sucht zuerst Gottes Reich, und Er wird für alles andere sorgen.
Du kannst diese Botschaft gern weitergeben – sie trägt Kraft, Trost und Hoffnung in sich.
Print this post
Meinen Namen, meine E-Mail-Adresse und meine Website in diesem Browser für die nächste Kommentierung speichern.
Δ