An jenem Tag, als der Abend kam, sagte Jesus zu seinen Jünger: „Lasst uns ans andere Ufer fahren.“ Nachdem sie die Menschenmenge gehen gelassen hatten, nahmen sie ihn mit, so wie er im Boot war. Auch andere Boote begleiteten sie.(ERF Bibleserver)
Dieser kurze, aber kraftvolle Vers zeichnet ein eindrückliches Bild von der Menschlichkeit Jesu Christi und seinem unermüdlichen Einsatz für die Mission. Nach einem langen Tag des Lehrens hält Jesus nicht an, um sich auszuruhen oder zu erholen – er fährt weiter zum nächsten Einsatzort, genau so, wie er war.(ERF Bibleserver)
Der Ausdruck „so wie er war“ zeigt uns, dass Jesus wirklich Mensch war. Er fühlte Müdigkeit, Hunger und seelische Anstrengung. Das steht im Einklang mit der Lehre von der Inkarnation, wonach der Sohn Gottes Mensch wurde, ohne seine Göttlichkeit aufzugeben (Johannes 1,14).
Auch in Johannes 4 sehen wir ein weiteres Beispiel:
„…und Jesus, vom Reisen müde, setzte sich an den Brunnen.“ (Johannes 4,6 LUT)(bibelkommentare.de)
Jesus war körperlich erschöpft – genau wie wir es wären. Doch als die samaritanische Frau kam, stellte er nicht seine körperlichen Bedürfnisse in den Vordergrund. Er wandte sich zuerst ihren tiefen geistlichen Bedürfnissen zu.
Als seine Jünger später mit Essen zurückkamen, sagte er:
„Ich habe Speise zu essen, die ihr nicht kennt.“ (Johannes 4,32)(bibelkommentare.de)
Das zeigt eine bedeutende theologische Wahrheit: Jesus setzte den Willen des Vaters über seine eigenen Bedürfnisse – ein Zeichen seines völligen Gehorsams (vgl. Philipper 2,6‑8).
In Markus 4 bittet Jesus nicht um eine Pause, bevor er weiterfährt. Sein Wunsch, noch am Abend ans andere Ufer zu gehen, unterstreicht die Dringlichkeit der göttlichen Mission. Sein Handeln wurde nicht von Bequemlichkeit oder Routine gelenkt, sondern von göttlicher Führung und Zielstrebigkeit.
Dass die Jünger ihn „so wie er war“ mitnahmen, erinnert uns daran, dass Dienst nicht immer perfekt oder bequem beginnt. Das Evangelium wird nicht durch menschliche Vollkommenheit verbreitet, sondern durch Glauben und Gehorsam.
Während der Überfahrt war Jesus so erschöpft, dass er im Boot einschlief, selbst als ein Sturm losbrach:
„Er aber war hinten im Boot und schlief auf einem Kissen.“ (Markus 4,38 LUT)(ERF Bibleserver)
Dies zeigt nicht nur die körperliche Belastung seines Dienstes, sondern auch sein tiefes Vertrauen in den Vater.
Jesus ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit (Hebräer 13,8). Dieselbe Bereitschaft und Dringlichkeit, die ihn damals angetrieben hat, wirken auch heute noch.
Als Christen neigen wir oft dazu zu denken, wir müssten vollständig vorbereitet oder perfekt sein, bevor Gott uns gebrauchen kann – mit langer Vorbereitung, Fasten, Gebet, Bibelwissen oder Ausbildung. Zwar haben diese Dinge Wert und Nutzen, aber sie sind nicht notwendige Voraussetzungen, damit Gott handelt. Gott fragt in erster Linie nach Verfügbarkeit und Gehorsam.
Gott wirkt oft durch unsere Schwäche, nicht durch unsere Stärke (2. Korinther 12,9). Er ruft uns dazu auf, im Glauben zu leben, nicht nach dem, was wir sehen (2. Korinther 5,7). So wie die Jünger Jesus „so wie er war“ ins Boot nahmen, so sind auch wir aufgerufen, Jesus so anzunehmen, wie er ist – und ihm zu folgen, im Vertrauen darauf, dass er durch uns wirkt.
Als Jesus die Zwölf aussandte, gab er ihnen keine Reichtümer oder Vorräte, sondern seine Vollmacht und sich selbst:
„Ihr sollt weder Gold noch Silber noch Kupfer in euren Gürteln haben; … kein zweites Hemd, keine Schuhe und keinen Wanderstock; denn der Arbeiter ist seiner Nahrung wert.“ (Matthäus 10,9‑10 LUT)(ERF Bibleserver)
Das zeigt ein Prinzip: missionarische Abhängigkeit – völliges Vertrauen auf Gottes Versorgung und Gegenwart und nicht auf materielle Vorbereitung.
Heute fordert Jesus uns nicht zu komplizierten Vorbereitungen oder Perfektion auf. Er sagt schlicht: „Nimm mich so, wie ich bin – und geh.“ Er ist bereit, dich in deine Familie, an deinen Arbeitsplatz, in deine Gemeinde, in dein Missionsfeld zu begleiten – wohin immer er dich führt.
Die Geschichte von Jesus, der „so wie er war“ mitgenommen wurde, ist nicht nur ein historisches Detail, sondern ein Prinzip der Nachfolge. Sind wir bereit, Christus mit derselben Dringlichkeit und demselben Vertrauen zu folgen? Sind wir bereit zu dienen, selbst wenn nicht alle Bedingungen perfekt sind?
„Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit …“ (Matthäus 6,33)
Hören wir auf zu warten. Hören wir auf zu zögern. Nehmt Jesus – so wie er ist – und folgt ihm in alles hinein, wozu er euch berufen hat.
Möge der Herr uns Herzen schenken, die bereit und willig sind, ihm in jeder Zeit und in jeder Situation zu dienen.
Gott segne dich.
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