Er betete an, gestützt auf die Spitze seines Stabes

Er betete an, gestützt auf die Spitze seines Stabes

Hebräer 11,21 (Lutherbibel 2017)
„Durch den Glauben segnete Jakob auf seinem Sterbebett jeden der Söhne Josefs und betete an, gestützt auf die Spitze seines Stabes.“

Hast du schon einmal darüber nachgedacht, warum die Heilige Schrift dieses Detail so ausdrücklich erwähnt?
Warum heißt es, dass Jakob sich beim Anbeten auf die Spitze seines Stabes stützte?
Warum nicht auf eine Wand, ein Bett oder einen Stuhl?

Der Heilige Geist hat dieses Bild bewusst bewahrt, denn Jakobs letzte Handlung war voller tiefer, prophetischer Bedeutung.

Das Kreuz im Voraus angedeutet

Als Jakob die Söhne Josefs – Ephraim und Manasse – segnete, kreuzte er bewusst seine Hände. Er legte seine rechte Hand auf den jüngeren Ephraim und seine linke auf den älteren Manasse (1. Mose 48,14).
Josef wollte ihn korrigieren, doch Jakob antwortete:

1. Mose 48,19 (Lutherbibel 2017)
„Ich weiß es wohl, mein Sohn, ich weiß es wohl. Auch er soll ein Volk werden und groß sein; aber sein jüngerer Bruder soll größer werden als er, und sein Geschlecht soll eine Menge von Völkern werden.“

Durch das Kreuzen seiner Hände zeichnete Jakob prophetisch das Bild des Kreuzes vor – ein Geheimnis, das erst viel später in Christus seine volle Offenbarung fand. Durch ihn sollte die Gnade zuerst zu den Nationen, zu den Heiden, gelangen. Der Apostel Paulus erklärt dieses Geheimnis so:

Römer 11,11 (Lutherbibel 2017)
„Durch ihren Fall ist den Heiden das Heil zuteilgeworden, damit Israel eifersüchtig werde.“

Nichts an Jakobs Handeln war zufällig – es war vom Geist Gottes geführt.

Der Stab – Zeichen von Autorität, Hirtenamt und Pilgerschaft

In der Bibel steht der Stab immer wieder für drei zentrale Bedeutungen:

1. Königliche Autorität

Könige trugen ein Zepter als Zeichen ihrer Herrschaft. Vom Messias selbst wird gesagt, dass er mit eisernem Stab regieren wird:

Psalm 2,9 (Lutherbibel 2017)
„Du sollst sie mit eisernem Zepter zerschlagen, wie Töpfergefäße sollst du sie zerschmeißen.“

2. Die Fürsorge des Hirten

David bekennt voller Vertrauen:

Psalm 23,4 (Lutherbibel 2017)
„Dein Stecken und Stab trösten mich.“

Der Hirtenstab diente dazu, die Schafe zu leiten, zu schützen und zurechtzubringen. Für Jakob war der Stab ein Zeugnis dafür, dass er zu Gott gehörte – als eines seiner Schafe (vgl. Johannes 10,11: „Ich bin der gute Hirte“).

3. Das Zeichen des Pilgers auf dem Weg

In biblischer Zeit war der Stab untrennbar mit dem Leben eines Reisenden verbunden. Als Israel sich auf den Auszug aus Ägypten vorbereitete, gebot Gott:

2. Mose 12,11 (Lutherbibel 2017)
„So sollt ihr es essen: gegürtet an euren Lenden, Schuhe an euren Füßen und den Stab in eurer Hand; und ihr sollt es in Eile essen. Es ist des HERRN Passa.“

Auch Jesus sandte seine Jünger aus, um das Reich Gottes zu verkünden – mit nichts als einem Stab:

Markus 6,8 (Lutherbibel 2017)
„Und er gebot ihnen, dass sie nichts auf den Weg mitnehmen sollten als allein einen Stab: kein Brot, keine Tasche, kein Geld im Gürtel.“

Indem Jakob sich beim Anbeten auf seinen Stab stützte, bekannte er öffentlich:
Er hatte sein ganzes Leben als Fremdling und Pilger auf dieser Erde gelebt.

Leben als Fremdlinge und Gäste

Der Hebräerbrief beschreibt die Haltung der Glaubensväter so:

Hebräer 11,13 (Lutherbibel 2017)
„Diese alle sind im Glauben gestorben und haben die Verheißungen nicht erlangt, sondern sie nur von ferne gesehen und gegrüßt und bekannt, dass sie Gäste und Fremdlinge auf Erden sind.“

Jakob weigerte sich, diese Welt als seine endgültige Heimat zu betrachten. Sein Stab verkündete:
„Ich bin nur auf der Durchreise.“

Der Apostel Petrus richtet dieselbe Mahnung an die Gläubigen aller Zeiten:

1. Petrus 2,11 (Lutherbibel 2017)
„Liebe Brüder und Schwestern, ich ermahne euch als Fremdlinge und Pilger: Enthaltet euch von fleischlichen Begierden, die gegen die Seele streiten.“

Den Stab Gottes zu tragen bedeutet, mit Blick auf die Ewigkeit zu leben und im Glauben zu wandeln – nicht im Schauen (vgl. 2. Korinther 5,7).

Christus – unser Hirte und unser Stab

Letztlich weist der Stab in Jakobs Hand auf Christus selbst hin.
Er ist der gute Hirte (Johannes 10,11) und zugleich der, der seinen Jüngern Vollmacht gibt:

Lukas 10,19 (Lutherbibel 2017)
„Seht, ich habe euch Macht gegeben, zu treten auf Schlangen und Skorpione und über alle Gewalt des Feindes.“

Wie der Stab des Mose Israel Befreiung brachte, als er über das Schilfmeer erhoben wurde (2. Mose 14,16), so brachte das Kreuz Christi – der wahre, erhobene Stab – Erlösung für die Nationen.

Ein abschließender Gedanke

Jakobs letzte Handlung war kein Zeichen von Schwäche – sie war reine Anbetung.
Gestützt auf seinen Stab bezeugte er, dass sein ganzes Leben von Gott getragen worden war. Seine Söhne sahen vielleicht nur einen alten Mann, der sich an einen Stock lehnte. In Wahrheit aber bekannte er seinen Glauben an den Hirten, der ihn von Anfang bis zum Ende geführt hatte.

Frage dich selbst:

  • Gehe ich täglich mit dem Stab des Hirten – Christus Jesus – an meiner Seite?
  • Lebe ich als Pilger oder so, als wäre diese Welt meine dauerhafte Heimat?
  • Trägt mein Leben das Zeichen des Kreuzes, so wie es sich im Segen Jakobs zeigte?

Jedes wahre Kind Gottes trägt seinen Stab.
Er ist das Zeichen unserer Identität und das Zeugnis unseres Weges.

Shalom.


 

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Über den Autor

Doreen Kajulu editor

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