Das Wort Gottes wird mit einem Samen verglichen (Lukas 8,11). Ein Same trägt immer Leben in sich, und wenn er in einen Menschen gesät wird, beginnt dieses Leben in ihm sichtbar zu werden – entsprechend dem Wachstum dieses Samens. Während der Same weiter wächst, beginnt sich der Charakter des Menschen nach und nach zu verändern.
Es ist wichtig zu verstehen, dass diese Veränderung nicht durch menschliche Anstrengung zustande kommt. Vielmehr ist es der in uns gesäte Same, der die Verwandlung von einer Stufe zur nächsten bewirkt – entsprechend seinem Wachstum.
Unser Herr Jesus Christus veranschaulichte diese Wahrheit:
„Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mensch Samen aufs Land wirft und schläft und aufsteht, Nacht und Tag; und der Same geht auf und wächst – er weiß nicht wie. Denn die Erde bringt von selbst Frucht: zuerst den Halm, danach die Ähre, danach den vollen Weizen in der Ähre. Wenn aber die Frucht reif ist, schickt er sogleich die Sichel hin; denn die Ernte ist da.“ (Markus 4,26–29)
Dieses Gleichnis zeigt, wie das Wort Gottes im Menschen wächst. Es beginnt als Same, wenn jemand dem Wort erlaubt, in sein Herz einzudringen. Dies geschieht durch ein aufrichtiges Verlangen, das Wort täglich zu lernen, Gott zu erkennen und die Heilige Schrift zu studieren.
Wenn dieser Same die richtige Umgebung erhält – durch Nachsinnen, Gehorsam und geistlichen Hunger – beginnt er zu wachsen, langsam und oft unbemerkt. Der Mensch erlebt dann eine Veränderung in seinem Verhalten und Lebensstil. Dinge, die er früher liebte, verlieren zunehmend ihre Anziehungskraft.
Diese Veränderung kommt nicht aus eigener Kraft. Vielmehr stellt der Mensch fest, dass Wünsche nach Dingen wie Rauchen, Alkohol, sexueller Unmoral und einem unheiligen Lebensstil allmählich verschwinden. Er mag denken, er habe sich selbst dazu entschlossen – ohne zu erkennen, dass es das Wort (der Same) ist, das in ihm wirkt.
Während das Wort weiter wächst, wird es wie ein Blatt. In dieser Phase erweitert sich das Verständnis für Gott. Das geistliche Bewusstsein nimmt zu, und man beginnt, Schriftstellen zu verstehen, die zuvor unverständlich waren.
Dies entspricht dem Wirken des Heiligen Geistes:
„Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geist Gottes ist; es ist ihm eine Torheit… Der geistliche Mensch aber beurteilt alles.“ (1. Korinther 2,14–15)
Die nächste Stufe ist die Ähre. Hier reift der Gläubige und ist nicht mehr geistlich unbeständig.
„Damit wir nicht mehr unmündig seien und uns von jedem Wind der Lehre bewegen und umhertreiben lassen… Lasst uns aber die Wahrheit reden in Liebe und in allen Stücken zu dem hinwachsen, der das Haupt ist, Christus.“ (Epheser 4,14–15)
Auf dieser Stufe gilt:
Dies ist Ausdruck geistlicher Unterscheidungskraft durch den Heiligen Geist (Hebräer 5,14).
In dieser Phase wird der Same zu reifem Korn. Das Wort im Inneren befähigt den Gläubigen nun, Frucht zu bringen und anderen zu dienen.
„Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und meine Jünger werdet.“ (Johannes 15,8)
Hier zeigt sich:
Wie bei einer Geburt kann diese Frucht nicht erzwungen werden – sie kommt zur richtigen Zeit von selbst hervor.
Die letzte Stufe ist die Ernte, in der Gott jedem nach seinem Werk vergelten wird.
„Denn wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, damit jeder empfange, was er getan hat…“ (2. Korinther 5,10)
So, lieber Bruder / liebe Schwester:
Wenn du noch mit Sünden wie Trunkenheit, sexueller Unmoral, Rauchen, Klatsch oder Ehebruch kämpfst, kann das ein Hinweis darauf sein, dass der Same nicht richtig gepflegt wurde.
Das Wort Gottes muss kultiviert werden.
„Wer aus Gott geboren ist, der tut nicht Sünde; denn Gottes Same bleibt in ihm…“ (1. Johannes 3,9)
Das bedeutet nicht, dass Gläubige niemals sündigen, sondern dass sie nicht mehr unter der Herrschaft der Sünde leben, weil das Leben Gottes in ihnen wirkt (Römer 6,14).
Es ist mein Gebet, dass wir alle die Kraft des Wortes Gottes erkennen. Das Wort abzulehnen bedeutet, sich vom Leben selbst zu trennen.
„Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes kommt.“ (Matthäus 4,4)
Darum werde nicht müde, das Wort Gottes täglich zu studieren. Lies es weiter, denke darüber nach und lebe danach.
Auch wenn du keine sofortige Veränderung siehst – verstehe dies: Das Wort wirkt in dir, auch wenn du es noch nicht erkennen kannst.
Mit der Zeit wirst du zurückblicken und die Veränderung sehen – dein Heute wird anders sein als dein Gestern.
Möge Gott dich segnen.
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