Antwort:
Lass uns mit einer einfachen, aber entscheidenden Frage beginnen: Warum verbieten viele Internate ihren Schülern, Handys zu haben, Filme zu schauen, Videospiele zu spielen oder gar Karten zu spielen? Weil solche Beschäftigungen leicht von dem ablenken, was wirklich zählen sollte – dem Lernen. Statt ihre ganze Energie auf den Unterricht zu richten, verbringen manche Schüler Stunden damit, über einen Film nachzudenken oder eine Runde Kartenspiele Revue passieren zu lassen. Und langfristig leiden ihre Noten. Der Preis dafür ist nicht nur persönlich: Auch Familie, Schule und Gemeinschaft bleiben zurück.
Wenn schon Menschen – etwa Eltern und Lehrer – mit dieser Einsicht Kinder davor bewahren können, ihre Zeit zu verschwenden, wie viel mehr versteht dann Gott, was gut und richtig ist für Seine Kinder?
Die Bibel warnt uns eindringlich davor, die Welt so zu lieben, dass sie unser Herz von Gott wegzieht:
„Liebt nicht die Welt noch was in der Welt ist! Wenn jemand die Welt liebt, ist die Liebe des Vaters nicht in ihm. Denn alles, was in der Welt ist: die Begierde des Fleisches, die Begierde der Augen und der Hochmut des Lebens, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. Und die Welt vergeht mit ihrer Begierde; wer aber den Willen Gottes tut, bleibt in Ewigkeit.“ — 1. Johannes 2,15–17 (Lutherbibel)
Das heißt nicht, dass Spiele, Unterhaltung oder Ruhe an sich schlecht wären. Gott hat uns mit Gefühlen, mit einem Verstand und einem Körper geschaffen, die Freude brauchen – Er hat uns Ruhe, Musik und Glück geschenkt. In der Bibel finden wir das: Ruhe im Schöpfungsbericht (1. Mose 2,2‑3), Musik in den Psalmen, und Freude in vielen Texten. Aber es wird gefährlich, wenn diese guten Dinge unser geistliches Leben verdrängen.
Wir leben nur eine kurze Zeit auf dieser Erde. Wenn wir unsere Zeit mit vorübergehenden Vergnügungen füllen, laufen wir Gefahr, das zu vernachlässigen, was wirklich ewig zählt: unsere Beziehung zu Gott und unsere ewige Zukunft.
Als Christen sind wir in dieser Welt nicht wirklich „zu Hause“. Die Bibel sagt:
„Geliebte, ich ermahne euch als Fremdlinge und Pilger auf der Erde, dass ihr fleischliche Begierden meidet, die wider die Seele kämpfen.“ — 1. Petrus 2,11 (Lutherbibel)
Wir sind hier, um geistlich zu wachsen, Gott zu dienen und uns auf die Ewigkeit vorzubereiten – nicht für kurzweilige Unterhaltungen. In der Ewigkeit wartet mehr: eine Stadt, in der Gott bei seinem Volk wohnt, ein Ort voll Frieden, Freude und Anbetung (vgl. Offenbarung 21,1–4).
Wenn wir dort angekommen sind, wird es kein Fasten, keinen Kampf mit Versuchungen und kein Predigen mehr geben müssen. Es wird reine Ruhe sein, vollkommene Freude und ewiges Zusammensein mit Gott:
„Du zeigst mir den Weg zum Leben; Vor deinem Angesicht ist Fülle von Freude, zu deiner Rechten Wonne ewiglich.“ — Psalm 16,11 (Lutherbibel)
Manche sagen vielleicht: „Aber ist es nicht übertrieben, Spaß wie Karten spielen ganz zu meiden?“ Der Apostel Paulus gibt uns eine wichtige Perspektive:
„Alles ist mir erlaubt – aber nicht alles nützt. Alles ist mir erlaubt – aber ich will mich von nichts beherrschen lassen.“ — 1. Korinther 6,12 (Lutherbibel)
Nicht jede Aktivität ist automatisch Sünde. Aber wenn etwas deine Aufmerksamkeit so sehr fordert, dass es dir Zeit stiehlt, deine geistliche Leidenschaft erstickt oder dich beherrscht, dann ist es gefährlich. Kartenspiele können leicht zur Gewohnheit werden, vielleicht sogar Wege zu Glücksspiel, Konkurrenz oder Faulheit öffnen. Und im schlimmsten Fall können sie dein Verlangen nach Gott schwächen.
Frag dich selbst: Kann ich zwei Stunden Karten spielen, aber finde kaum zehn Minuten, um in der Bibel zu lesen? Kann ich eine Serie acht Stunden lang schauen, aber bin zu müde zum Beten oder zur Gemeinschaft? Das ist ein Hinweis darauf, dass deine geistlichen Prioritäten verschoben sind.
Die Bibel sagt:
„Lasst uns ablegen alles, was uns beschwert, und die Sünde, die uns so leicht umstrickt, und lasst uns laufen mit Geduld in dem Kampf, der uns bestimmt ist.“ — Hebräer 12,1 (Lutherbibel)
Das Leben ist kurz – die Ewigkeit ist lang. Wir sind aufgerufen, das Wesentliche nicht zu vernachlässigen. Es ist keine übertriebene Askese, weltliche Ablenkungen zu meiden – es ist kluge Lebensführung. Ein verantwortungsbewusster Schüler verzichtet auf Ablenkungen, um sich auf seine Ausbildung zu konzentrieren. Genauso sollte ein Christ sein Leben so gestalten, dass sein Glaube nicht ins Wanken gerät.
„Seht nun darauf, wie ihr mit Bedacht lebt, nicht als Unweise, sondern als Weise; kauft die Zeit aus, denn die Tage sind böse.“ — Epheser 5,15–16 (Lutherbibel)
Also, ist es richtig für einen Christen, Karten zu spielen? Aus theologischer und praktischer Sicht: Es ist nicht weise. Es ist nicht grundsätzlich sündhaft, aber es birgt ein hohes Potenzial zur Ablenkung, Zeitverschwendung und geistlichen Kälte. Der Teufel braucht nicht immer Sünde – manchmal genügen Ablenkungen.
Lasst uns wachsam sein, unser Herz auf Gott richten und unsere Zeit nutzen, um in dem zu wachsen, was zählt. Eine Krone des Lebens erwartet diejenigen, die standhaft bleiben:
„Richtet euer Denken auf die Dinge, die oben sind, nicht auf die, die auf Erden sind.“ — Kolosser 3,2 (Lutherbibel)
Sei klug. Sei wachsam. Sei gesegnet.
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