Eine theologische Betrachtung zu Matthäus21,44
Matthäus 21,44 (Lutherbibel 2017): „Und wer auf diesen Stein fällt, der wird zerschmettert; auf wen aber er fällt, den wird er zermalmen.“
Matthäus 21,45 (Lutherbibel 2017): „Und als die Hohenpriester und Pharisäer seine Gleichnisse hörten, merkten sie, dass er von ihnen redete.“
Diese Worte Jesu stehen am Ende des Gleichnisses von den bösen Weingärtnern (Matthäus 21,33–46). Mit diesem Gleichnis konfrontiert Jesus die jüdischen religiösen Führer – die Hohenpriester und Pharisäer –, die seine messianische Vollmacht bewusst zurückwiesen.
Der „Stein“, von dem Jesus spricht, ist weit mehr als ein Bild. Er ist ein tief im Alten Testament verwurzeltes Symbol mit prophetischer und heilsgeschichtlicher Bedeutung. An diesem Stein entscheidet sich das Schicksal des Menschen.
Der „Stein“, den Jesus nennt, ist er selbst. Damit erfüllt er mehrere alttestamentliche Verheißungen:
Psalm 118,22 (Lutherbibel 2017): „Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden.“
Jesaja 8,14–15 (Lutherbibel 2017): „Er wird ein Heiligtum sein, aber auch ein Stein des Anstoßes und ein Fels des Ärgernisses für beide Häuser Israels … sodass viele an ihm straucheln, fallen und zerschmettert werden.“
Jesus Christus ist der Eckstein, das tragende Fundament des Heils (vgl. Epheser 2,20). Wer ihm vertraut, baut sicher. Wer ihn jedoch verwirft, stößt sich an ihm und kommt zu Fall. Es gibt keinen neutralen Boden: Man baut entweder auf diesem Stein – oder man zerbricht an ihm.
„Wer auf diesen Stein fällt, wird zerschmettert …“
Diese Aussage beschreibt eine persönliche Begegnung mit der Wahrheit Christi. Wer Jesus begegnet, sich seiner Autorität jedoch widersetzt, erfährt häufig innere Zerbrochenheit: Gewissensnot, Überführung, Schuld oder eine existenzielle Krise. Es ist ein geistliches Erschüttertwerden.
Doch diese Zerbrochenheit kann heilsam und rettend sein. Gott bricht den Stolz, die Selbstsicherheit und den Eigenwillen des Menschen, um Raum für Umkehr zu schaffen. Viele Menschen finden gerade durch dieses Zerbrechen zu Christus.
Ein eindrückliches Beispiel ist der Apostel Paulus: Auf dem Weg nach Damaskus wurde er innerlich zu Boden geworfen, bevor Gott ihn neu aufrichtete (Apostelgeschichte 9). Zerbruch wurde zum Anfang eines neuen Lebens.
Der zweite Teil des Verses spricht von einer endgültigen und unwiderruflichen Konsequenz:
„Auf wen aber er fällt, den wird er zermalmen.“
Hier geht es nicht mehr um heilende Zerbrochenheit, sondern um vollständige Vernichtung. Wer Christus dauerhaft und bewusst verwirft, stellt sich gegen Gottes rettendes Handeln – und begegnet ihm schließlich als Richter.
Diese Wahrheit findet sich bereits in der Vision des Propheten Daniel:
Daniel 2,34–35 (Lutherbibel 2017): „Da löste sich ein Stein ohne Zutun von Menschenhänden, traf das Bild an seinen Füßen … und zerschlug es … Der Stein aber wurde zu einem großen Berg und erfüllte die ganze Erde.“
Der Stein steht hier für das Reich Gottes, das durch Christus aufgerichtet wird und am Ende alle gottfeindlichen Mächte überwindet. Christus ist nicht nur Retter, sondern auch Richter der Welt.
Jesu Warnung blieb nicht ohne historische Konsequenzen. Die religiösen Führer, die ihn ablehnten, erlebten wenige Jahrzehnte später die Zerstörung Jerusalems durch die Römer im Jahr 70 n. Chr. Der Tempel wurde vernichtet, die religiöse Ordnung zerbrach.
Jesus hatte dies angekündigt:
Lukas 19,43–44 (Lutherbibel 2017): „Es werden Tage über dich kommen, da deine Feinde einen Wall um dich aufwerfen … und sie werden in dir keinen Stein auf dem andern lassen, weil du die Zeit nicht erkannt hast, in der du heimgesucht worden bist.“
Die Ablehnung des „Steins“ führte zum nationalen Zusammenbruch.
Jeder Mensch begegnet Jesus Christus – und muss sich entscheiden:
Die Schrift mahnt eindringlich:
2. Korinther 6,2 (Lutherbibel 2017): „Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils!“
Wenn Jesus Christus noch nicht das Fundament deines Lebens ist, dann ist jetzt der Zeitpunkt umzukehren. Lass zu, dass Gott deinen Stolz zerbricht und dein Herz neu formt. Nimm Christus nicht nur als moralischen Lehrer an, sondern als Herrn, Retter und Richter.
Römer 10,9 (Lutherbibel 2017): „Denn wenn du mit deinem Mund bekennst, dass Jesus der Herr ist, und in deinem Herzen glaubst, dass Gott ihn von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet.“
Warte nicht, bis der Stein auf dich fällt. Komm zu ihm – und baue dein Leben auf ihm.
Jesus Christus ist der feste Fels, der kostbare Eckstein. Ihn abzulehnen bedeutet geistlichen Untergang. Auf ihm zu bauen bedeutet Leben – heute und in Ewigkeit.
Der Herr segne dich.
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