„Aber ich muss mit einer Taufe getauft werden“ (Lukas 12,50) – Was meinte Jesus damit?

„Aber ich muss mit einer Taufe getauft werden“ (Lukas 12,50) – Was meinte Jesus damit?

1. Der Zusammenhang und die Bedeutung von Lukas 12,50

In Lukas 12,49–50 sagt Jesus:

„Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu werfen; was wollte ich lieber, als dass es schon brennte! Aber ich muss mit einer Taufe getauft werden, und wie bin ich bedrängt, bis sie vollzogen ist!“
(Lukas 12,49–50; Lutherbibel 2017)

Jesus spricht hier nicht von der Wassertaufe. Diese hatte er bereits zu Beginn seines öffentlichen Wirkens empfangen (Matthäus 3,13–17). Vielmehr benutzt er den Begriff „Taufe“ bildlich, um auf ein bevorstehendes Ereignis hinzuweisen: sein Leiden, sein Sterben und seine Auferstehung.

Diese Taufe beschreibt das vollständige Eintauchen Jesu in Leid und Tod zum Heil der Welt. Das griechische Wort baptízō bedeutet wörtlich eintauchen oder untertauchen. Jesus wusste, dass er bald ganz in das Leiden hineingehen würde, das notwendig war, um Gottes Erlösungsplan zu erfüllen.


2. Die Taufe des Kreuzes: Tod, Begräbnis und Auferstehung

Der Tod Jesu war kein bloßer Märtyrertod, sondern ein stellvertretendes Sühnopfer. Er starb an unserer Stelle und trug unsere Schuld (Jesaja 53,5–6; 2. Korinther 5,21).
Durch sein Begräbnis wurde die Sünde mit ihm begraben, und durch seine Auferstehung wurde uns neues Leben eröffnet.

„So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf dass, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln.“
(Römer 6,4)

„Mit ihm seid ihr begraben worden in der Taufe; mit ihm seid ihr auch auferweckt durch den Glauben aus der Kraft Gottes, der ihn auferweckt hat von den Toten.“
(Kolosser 2,12)

Darum sagt Jesus, dass er innerlich bedrängt sei. Das Kreuz bedeutete nicht nur körperliche Qual, sondern auch die geistliche Last, die Sünde der ganzen Welt zu tragen.


3. Unsere Identifikation mit Christus durch die Wassertaufe

Die Wassertaufe ist weit mehr als ein religiöses Symbol. Sie ist ein geistlicher Akt der Identifikation mit dem Tod, dem Begräbnis und der Auferstehung Jesu Christi. Sie bringt zum Ausdruck:

  • das Sterben des alten Menschen (Römer 6,6),
  • das Begrabenwerden mit Christus (Kolosser 2,12),
  • das Aufstehen zu einem neuen Leben in Christus (2. Korinther 5,17).

„Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes.“
(Apostelgeschichte 2,38)

Durch die Taufe werden die Sünden abgewaschen (Apostelgeschichte 22,16), und der Gläubige wird geistlich mit Christus vereint.


4. Die geistliche Wirklichkeit nach der Taufe

Nach der Taufe tritt der Gläubige in eine neue geistliche Stellung ein:

„Auch euch, die ihr tot wart durch Übertretungen … hat er mit Christus lebendig gemacht … und hat uns mit auferweckt und mit eingesetzt im Himmel in Christus Jesus.“
(Epheser 2,5–6)

Diese Worte zeigen, dass wir im geistlichen Sinn bereits mit Christus erhöht sind und Anteil an seinem Sieg und seiner Autorität haben.


5. Geboren aus Wasser und Geist

Jesus selbst betonte die grundlegende Bedeutung davon in Johannes 3,5:

„Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht geboren wird aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen.“

Die Geburt aus Wasser weist auf die Taufe hin, die Geburt aus dem Geist auf das neue Leben durch den Heiligen Geist (Titus 3,5; Apostelgeschichte 10,44–48). Beides gehört untrennbar zur echten Wiedergeburt.

Als Jesus sagte: „Ich muss mit einer Taufe getauft werden“, sprach er prophetisch von seinem Leiden, seinem Tod, seinem Begräbnis und seiner Auferstehung – dem Kern des Evangeliums (1. Korinther 15,3–4).

„Der Menschensohn muss viel leiden und verworfen werden von den Ältesten und Hohenpriestern und Schriftgelehrten und getötet werden und am dritten Tage auferstehen.“
(Lukas 9,22)

Darum ist die Wassertaufe heute mehr als nur ein äußeres Zeichen. Sie ist eine Teilnahme am Evangelium, ein öffentliches Glaubensbekenntnis und Ausdruck einer tiefen geistlichen Wirklichkeit:
das Ende des alten Lebens und der Beginn eines neuen Lebens in Christus.

„Maranatha – Unser Herr, komm!“
(1. Korinther 16,22)

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Über den Autor

Ester yusufu editor

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