Schlüsseltext
„Deine Treue währt von Geschlecht zu Geschlecht; du hast die Erde gegründet, und sie steht fest. Nach deinen Ordnungen bestehen sie bis heute; denn alles ist dein Knecht.“ — Psalm 119,90–91 (Lutherbibel 2017)
Psalm 119,91 bezeugt eine tiefgehende Wahrheit: Alles dient Gott. Diese Aussage verweist auf die biblische Lehre von Gottes Vorsehung. Gott regiert die gesamte Schöpfung mit Weisheit, Macht und Zielgerichtetheit. Nichts geschieht außerhalb seines Willens – alles dient letztlich seinen Absichten (vgl. Römer 8,28).
Beispiele aus der Schöpfung:
Die Schöpfung dient Gott nicht aus eigenem Willen, sondern dadurch, dass sie genau das ist, wozu Gott sie geschaffen hat. Sie weist auf seine Größe hin und wirkt an seinen Plänen mit – sei es im Segen, im Gericht oder in der Offenbarung seiner Macht (Hiob 37,12–13).
Heute verwenden manche Menschen Wasser, Öl, Salz, Erde oder andere Gegenstände im Gebet und schreiben ihnen eine geistliche Kraft zu. Häufig berufen sie sich dabei auf biblische Berichte, in denen Gott solche Dinge gebrauchte:
Doch diese Ereignisse waren einmalige göttliche Handlungen, keine übertragbaren geistlichen Methoden. Gott benutzte gewöhnliche Dinge auf außergewöhnliche Weise – für bestimmte Situationen und nach seinem souveränen Willen. Die Bibel lehrt jedoch nirgends, dass solche Gegenstände dauerhaft als Rituale oder Mittel zur Heilung und zum Segen eingesetzt werden sollen.
„Wer darf denn sagen, dass so etwas geschieht, wenn der HERR es nicht gebietet?“ — Klagelieder 3,37 (Lutherbibel 2017)
Wenn göttliches Handeln zu menschlicher Technik gemacht wird, führt das zu Ritualismus und Aberglauben – davor warnt die Schrift ausdrücklich (Kolosser 2,20–23).
Genau diesen Fehler beging Israel. Die bronzene Schlange war ursprünglich ein von Gott eingesetztes Mittel zur Heilung (4. Mose 21). Doch Jahrhunderte später begann das Volk, sie zu verehren. König Hiskia musste eingreifen:
„Er zerbrach die eherne Schlange, die Mose gemacht hatte; denn bis zu jener Zeit räucherten ihr die Israeliten.“ — 2. Könige 18,4 (Lutherbibel 2017)
Was Gott einmal gebraucht hatte, wurde zum Götzen. Dieses Muster wiederholt sich bis heute, wenn sogenannte „gesalbte Gegenstände“ benutzt werden, als hätten sie eine eigene Kraft – losgelöst von Gott selbst.
Wenn geschaffene Dinge den Platz einnehmen, der allein Gott zusteht, ist das Götzendienst (Römer 1,25). Das betrübt Gott und führt zur geistlichen Verführung.
Gott hat uns einen einzigen Weg, einen Mittler und einen Namen gegeben, durch den Rettung, Heilung und Erlösung geschieht:
„In keinem andern ist das Heil, auch ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden.“ — Apostelgeschichte 4,12 (Lutherbibel 2017)
„Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus.“ — 1. Timotheus 2,5 (Lutherbibel 2017)
Nicht Öl, Wasser, Salz oder Tücher retten oder heilen – Jesus Christus allein. Auf andere Dinge zu vertrauen bedeutet, den Glauben von Gott auf geschaffene Mittel zu verlagern.
„Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn.“ — Kolosser 3,17 (Lutherbibel 2017)
Unser Zugang zu Gott geschieht durch den Glauben an Jesus Christus – nicht durch Symbole, Gegenstände oder Rituale. Gebet, Anbetung und Dienst sollen christuszentriert sein, nicht objektzentriert.
Psalm 119,91 bedeutet nicht, dass materielle Dinge als Kanäle geistlicher Kraft oder als Mittel zur Gottesbegegnung dienen sollen. Ja, alle Dinge sind Gottes Knechte – aber sie verherrlichen Gott durch ihr Dasein, nicht, indem sie geistliche Vermittler werden.
Darum lasst uns:
„Kinder, hütet euch vor den Götzen.“ — 1. Johannes 5,21 (Lutherbibel 2017)
Möge der Herr uns von jeder Form des Götzendienstes befreien – sichtbar oder verborgen – und unseren Glauben fest in Jesus Christus gründen, dem Anfänger und Vollender unseres Glaubens (Hebräer 12,2).
Shalom.
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