Was bedeutet „abknabbern“? (Hiob 30,3)

Was bedeutet „abknabbern“? (Hiob 30,3)

Hiob 30,2–3

„Wozu war mir die Kraft ihrer Hände nützlich, wenn ihre Stärke dahin war?
Von Not und Hunger abgemattet, knabberten sie bei Nacht die trockene Erde in öden Einöden.“

Hiob beschreibt hier Menschen, die völlig gebrochen sind – arm, schwach und ausgestoßen. Das Bild des „Abknabberns der trockenen Erde“ zeigt Menschen, die in hoffnungslosen Umständen ums Überleben kämpfen, ohne etwas als Lebensgrundlage außer karger, leerer Erde. Es ist ein Bild von Leiden, das Würde, Kraft und Lebenssinn raubt.

Doch diese Worte beschreiben nicht nur körperliches Elend. Sie sind auch ein Bild für das geistliche Leben derer, die außerhalb der Gegenwart Gottes leben – Menschen, die ihrer eigenen Kraft ausgeliefert sind oder von der Gesellschaft vergessen wurden. Sie zeigen die Konsequenz, wenn man sein Vertrauen eher auf den Menschen als auf Gott setzt.

Dieses Prinzip wird auch in Jeremia 17,5–6 deutlich:

5 „So spricht der HERR: Verflucht ist der Mann, der auf Menschen vertraut und Fleisch zu seinem Arm macht und dessen Herz sich vom HERRN abwendet!
6 Er wird sein wie ein Strauch in der Wüste und wird nicht sehen, wenn Gutes kommt. Er wird wohnen auf öder Steppe, im Salzland, wo niemand lebt.“

Wer nur auf menschliche Stärke vertraut – sei es die eigene oder die eines anderen – entfernt sich vom wahren Quell des Lebens. Wie die von Hiob beschriebenen Menschen wird auch unser Geist trocken, leer und auf der Suche nach Nahrung in leblosen Orten.

Doch wer sein Vertrauen auf den HERRN setzt, erlebt das genaue Gegenteil:

Jeremia 17,7–8
7 „Gesegnet ist der Mann, der auf den HERRN vertraut, dessen Zuversicht der HERR ist.
8 Er wird sein wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Wurzeln zum Bach hin ausstreckt …“

Lasst uns also nicht wie jene sein, die in geistlicher Wüste „die trockene Erde abknabbern“. Stattdessen möge unser volles Vertrauen auf dem HERRN ruhen, der allein lebendiges Wasser, Kraft und Wiederherstellung schenkt – zu jeder Zeit.

Komm, Herr Jesus!

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Über den Autor

Ester yusufu editor

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