Frage:
Ist es richtig, dass ein Christ Geld leiht – sei es von einer Bank oder einer anderen Person? Und wie sollen wir Verse wie 5. Mose 15,6 verstehen, in dem es heißt:
„Denn der HERR, dein Gott, wird dich segnen, wie er dir verheißen hat. Du wirst vielen Völkern leihen, aber selbst nicht borgen; du wirst über viele Völker herrschen, aber sie werden nicht über dich herrschen.“
Antwort:Dieser Vers ist kein Gebot, das das Leihen verbietet, sondern eine Verheißung des Segens. Er beschreibt eine ideale Situation, in der Gottes Volk so gesegnet und in seinem Wohlwollen steht, dass es nicht auf Kredite angewiesen ist – sondern selbst leihen und führen kann.
Um das besser zu verstehen, betrachten wir zwei häufige Gründe, warum Menschen Geld leihen, und was die Bibel dazu sagt:
1. Leihen aus Not oder KriseOft leihen Menschen Geld, wenn sie in einer Notsituation sind – etwa bei Einkommensverlust, medizinischen Notfällen oder fehlenden Grundbedürfnissen. In solchen Zeiten kann ein Darlehen helfen, zu überleben.
Mose 15,6 erinnert uns daran, dass Gott, wenn wir gehorsam leben, unser Versorger ist – unser Jehova Jireh (1. Mose 22,14). Er möchte nicht, dass seine Kinder ständig in finanzieller Not leben. Wie Psalm 37,25 sagt:
„Ich bin jung gewesen und alt geworden, doch habe ich den Gerechten nie verlassen gesehen, noch seine Kinder betteln.“
Wenn ein Gläubiger also ständig leihen muss, um über die Runden zu kommen, ist es vielleicht Zeit, innezuhalten und Gott um Hilfe zu bitten. Dies kann ein Ruf sein, in Haushalterschaft, Glauben und Vertrauen auf Gottes Versorgung zu wachsen.
2. Leihen für Wachstum, Investitionen oder ExpansionGanz anders ist es, wenn jemand nicht aus Not, sondern strategisch leiht – zum Beispiel für ein Geschäft, ein Projekt oder Investitionen.
Die Bibel verurteilt diese Art des Leihens nicht. Das Gleichnis von den Talenten zeigt in Matthäus 25,27, dass es sinnvoll ist, Geld gewinnbringend einzusetzen:
„Darum hättest du mein Geld den Bankern geben sollen; und bei meiner Rückkehr hätte ich es mit Zinsen zurückerhalten.“
Leihen für Wachstum, wenn es klug und verantwortungsvoll geschieht, ist Ausdruck guter Haushalterschaft. Es ist wie das Pflanzen von Samen mit der Erwartung einer Ernte. Viele wohlhabende Menschen – auch Christen – nutzen Kredite oder Finanzierung nicht aus Mangel, sondern als Werkzeug zur Vermehrung.
Wichtig ist die Motivation, die Haushalterschaft und das Vertrauen auf Gott – nicht das Finanzinstrument selbst.
Die Bibel verbietet das Leihen nicht ausdrücklich, warnt aber vor Schulden:
Sprüche 22,7„Der Reiche herrscht über die Armen, und wer borgt, ist Knecht des Schuldners.“
Dieser Vers zeigt, dass Schulden zu Abhängigkeit führen können. Darum sollten Christen weise, diszipliniert handeln und Gottes Rat suchen, bevor sie Kredite aufnehmen.
Jesus kam, um Freiheit zu bringen – geistlich und praktisch: „den Gefangenen Befreiung zu verkünden“ (Lukas 4,18). Ein Christ sollte weder in finanzieller Knechtschaft leben noch Angst haben, finanzielle Mittel weise und gottgefällig einzusetzen.
Dürfen Christen also leihen?Ja – aber mit Weisheit und dem richtigen Herzen:
Wer aus ständiger Knappheit leiht, sollte Gott als Versorger tiefer suchen.
Wer für Wachstum leiht, sollte klug planen, verantwortungsvoll handeln und seine Pläne dem Herrn anvertrauen (Sprüche 16,3).
Leihen ist nicht automatisch schlecht – es kommt auf den Grund und die Art an.
Römer 13,8„Seid niemandem etwas schuldig, außer dass ihr einander liebt; denn wer den anderen liebt, hat das Gesetz erfüllt.“
Dieser Vers zeigt, dass wir, soweit möglich, frei von finanziellen Lasten leben sollen – die Liebe steht jedoch immer über allem. Wenn Leihen hilft, Gott und anderen effektiver zu dienen, ist es keine Sünde.
Möge Gott uns in allen Dingen führen – besonders in unseren Finanzen.Der Herr kommt.
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