Autorschaft und Hintergrund
Der Erste Korintherbrief ist eines der Schreiben des Apostels Paulus im Neuen Testament. Paulus verfasste diesen Brief um das Jahr 55 n. Chr., während er sich in Ephesus aufhielt (vgl. 1. Korinther 16,8). Er reagierte damit auf beunruhigende Berichte aus dem Haus der Chloe (1,11) sowie auf schriftliche Anfragen der Gemeinde in Korinth (7,1).
Korinth war eine reiche und moralisch zerrüttete Stadt, stark geprägt von griechischer Philosophie und römischer Kultur. Die Christen dort kämpften mit Spaltungen, sittlicher Verwahrlosung und theologischer Verwirrung — Themen, die Paulus direkt anspricht.
Paulus verfolgt das Ziel der Zurechtweisung und Erbauung der Gemeinde. Er behandelt praktische Gemeindeprobleme, moralisches Fehlverhalten, Missverständnisse über Geistesgaben und doktrinäre Irrtümer — besonders im Hinblick auf die Auferstehung und die Liebe.
Hier eine Übersicht der wichtigsten Themen:
In der Gemeinde hatten sich Parteien gebildet – einige hielten zu Paulus, andere zu Apollos oder Kephas.
„Ich meine aber dies, dass jeder von euch sagt: Ich bin des Paulus! Ich aber des Apollos! Ich aber des Kephas! Ich aber Christi! Ist Christus zerteilt?“— 1. Korinther 1,12–13
Paulus betont:Leiter sind nur Diener, durch die Menschen glauben (3,5) — Gott allein gibt das Wachstum (3,6–7).Christliche Einheit steht über menschlicher Parteinahme.
Paulus stellt die Botschaft vom Kreuz der vermeintlichen Weisheit der Welt gegenüber.
„Das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren gehen; uns aber, die wir gerettet werden, ist es Gottes Kraft.“— 1. Korinther 1,18
Christus ist die Weisheit und Kraft Gottes (1,24).Göttliche Erkenntnis ist geistlich und wird durch den Heiligen Geist verstanden (2,14).
Ein Fall schwerer sexueller Unmoral wird öffentlich toleriert — eine Sünde, die selbst Heiden verabscheuten.
„Und ihr seid aufgeblasen und habt nicht vielmehr Leid getragen, damit der aus eurer Mitte getan würde, der diese Tat begangen hat?“— 1. Korinther 5,2
Paulus fordert strikte Gemeindezucht, um die Heiligkeit der Gemeinde zu schützen — sogar, um den Sünder zur Rettung zurückzuführen (5,5).Rechtsstreitigkeiten sollen innerhalb der Gemeinde gelöst werden (6,1–8).
Paulus lehrt ausgewogen über Ehe und Ehelosigkeit.Ehe ist gut, aber Ehelosigkeit kann zu ungeteilter Hingabe an den Herrn führen (7,32–35).
„Der Mann leiste der Frau die eheliche Pflicht, ebenso aber auch die Frau dem Mann.“— 1. Korinther 7,3
Er behandelt Ehescheidung, Wiederheirat und den Umgang mit ungläubigen Partnern.
Es geht um Essen von Götzenopferfleisch.Freiheit ist erlaubt — aber Liebe begrenzt Freiheit.
„Seht aber zu, dass diese eure Freiheit nicht den Schwachen zum Anstoß werde!“— 1. Korinther 8,9
Paulus verzichtet selbst auf seine Rechte, um niemanden zu hindern, das Evangelium zu erreichen (9,12.22).
Paulus lehrt über göttliche Ordnung und Autorität.
„Christus ist des Mannes Haupt; der Mann aber ist des Weibes Haupt; Gott aber ist Christi Haupt.“— 1. Korinther 11,3
Er ermahnt zur würdigen Teilnahme am Abendmahl.
„Wer unwürdig von dem Brot isst oder aus dem Kelch des Herrn trinkt, der wird schuldig sein am Leib und Blut des Herrn.“— 1. Korinther 11,27
Viele Gaben — ein Geist — zum Nutzen aller (12,7).
Doch die Liebe überragt alle Gaben:
„Und hätte ich prophetische Gabe … hätte aber die Liebe nicht, so wäre ich nichts.“— 1. Korinther 13,1–2
Liebe hört niemals auf (13,8).Die Ausübung aller Gaben soll geordnet und zum Aufbau geschehen (14,26–40).
Der leibliche Auferstehungsglaube ist die Grundlage des Evangeliums.
„Ist Christus aber nicht auferweckt worden, so ist euer Glaube nichtig; so seid ihr noch in euren Sünden.“— 1. Korinther 15,17
Christus ist der Erstling der Entschlafenen (15,20).Bei der Wiederkunft werden alle verwandelt werden:
„In einem Nu, in einem Augenblick, bei der letzten Posaune …“— 1. Korinther 15,51–52
Jeden ersten Wochentag sollen Gläubige Gaben zurücklegen (16,1–2).
„Lasst alles bei euch in Liebe geschehen!“— 1. Korinther 16,14
Der 1. Korintherbrief ist ein Spiegel für die Gemeinde heute:
• Spaltungen• Unmoral• Unordnung im Gottesdienst• Missbrauch geistlicher Gaben• Lehren, die korrigiert werden müssen
Gottes Wunsch lautet: Einheit, Heiligkeit, Ordnung — und vor allem Liebe.
„Ihr aber seid Christi Leib, und jeder von euch ein Glied daran.“— 1. Korinther 12,27
Gott segne dich beim Lesen und Umsetzen dieser Wahrheiten.
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