Title Februar 2025

Was ist der Unterschied zwischen Wein und starkem Getränk?

In 1. Samuel 1,15 begegnen wir einem ergreifenden Moment: Hanna, die in tiefer Not vor dem HERRN betet, wird vom Priester Eli füNein, mein Herr“, erwiderte Hanna, „ich bin eine Frau von beschwertem Gemüt. Ich habe weder Wein noch starkes Getränk getrunken, sondern mein Herz vor dem HERRN ausgeschüttet.“
(1. Samuel 1,15 – Lutherbibel 2017)

Diese Szene klärt nicht nur ein Missverständnis, sondern offenbart auch einen tieferen geistlichen Zusammenhang:
Wein und starkes Getränk waren in der Bibelzeit zwei unterschiedliche Dinge – mit verschiedener Bedeutung im Alltag wie auch im Glauben.

Schauen wir uns diesen Unterschied genauer an – und was er uns heute lehrt.


1. Wein (hebräisch: yayin) Ein Zeichen von Freude, Bund und Segen

Im alten Israel wurde Wein ausschließlich durch die Gärung von Trauben hergestellt. Er war ein wichtiger Bestandteil des sozialen und religiösen Lebens und galt als Symbol für Freude, Segen und Gottes Güte.

➤ Wein im täglichen Leben

Wein gehörte zu Festen, Hochzeiten und besonderen Anlässen.
Als bei der Hochzeit zu Kana der Wein ausging, verwandelte Jesus Wasser in Wein (Johannes 2).
Dieses erste Wunder war ein Hinweis auf die überfließende Freude und Fülle des Reiches Gottes ein Symbol für das neue Leben, das Er bringt.

➤ Wein im Gottesdienst

Auch im religiösen Leben Israels spielte Wein eine Rolle, etwa beim Passahfest. Beim letzten Abendmahl nahm Jesus den Kelch und sprach:

„Trinkt alle daraus; das ist mein Blut des Bundes, das vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden.“
(Matthäus 26,27–28)

Damit verband Er das Symbol des Weines mit Seinem Opfer und erfüllte die alttestamentlichen Bilder in vollkommener Weise.

➤ Wein als göttlicher Segen

Die Bibel beschreibt Wein oft als Gabe Gottes, die das Herz erfreut:

„…und Wein, der des Menschen Herz erfreut, und Öl, das sein Angesicht glänzen macht, und Brot, das des Menschen Herz stärkt.“
(Psalm 104,15)

Doch die Schrift warnt auch: Wenn Wein missbraucht wird, kann er zur Versuchung und Torheit führen.

„Der Wein macht Spötter, starkes Getränk macht wild; und keiner, der davon taumelt, wird weise.“
(Sprüche 20,1)


2. Starkes Getränk (hebräisch: shekar) Ein Symbol für Ausschweifung und Kontrollverlust

Im Unterschied zum Wein wurde starkes Getränk aus Getreide (etwa Gerste) oder Früchten wie Datteln oder Granatäpfeln hergestellt. Es hatte einen höheren Alkoholgehalt und war nicht Teil des Gottesdienstes in Israel.

➤ Gebrauch im Übermaß

Starkes Getränk wurde häufig mit Trunkenheit und Gottlosigkeit verbunden. Es stand für Unbeherrschtheit und geistliche Verwirrung.
Darum gebot Gott den Priestern, es während ihres Dienstes im Heiligtum nicht zu trinken:

„Du und deine Söhne sollt weder Wein noch starkes Getränk trinken, wenn ihr in die Stiftshütte geht, damit ihr nicht sterbt. Das sei eine ewige Ordnung für alle eure Nachkommen.“
(3. Mose 10,9)

Es war Ausdruck von Ausschweifung, nicht von Anbetung eher ein Symbol des Weltlichen als des Heiligen.


Was bedeutet das für uns heute?

Auch wenn die Getränke heute anders sind, bleibt das geistliche Prinzip dasselbe:
Gott verurteilt nicht den Genuss, sondern den Kontrollverlust.
Trunkenheit trennt uns von Seiner Gegenwart und schwächt unsere geistliche Wachsamkeit.

„Und sauft euch nicht voll Wein, woraus ein unordentliches Wesen folgt, sondern lasst euch vom Geist erfüllen.“
(Epheser 5,18)

Paulus stellt hier einen klaren Gegensatz auf:
Wo Wein betäubt, belebt der Heilige Geist.
Wo starkes Getränk Unruhe stiftet, schenkt der Geist Frieden, Freude und Selbstbeherrschung (Galater 5,22–23).


➤ Hannas Beispiel

Hanna zeigt, was wahre Anbetung bedeutet: Klarheit, Aufrichtigkeit und Hingabe.
Sie war nicht betrunken sie war vom Geist ergriffen.
Ihr Gebet war so innig, dass es nach außen wie Trunkenheit aussah doch in Wahrheit war es geistliche Tiefe und völlige Hingabe an Gott.


Ein Aufruf an Christen heute

Anstatt die Betäubung dieser Welt zu suchen, sind wir berufen, uns vom Heiligen Geist erfüllen zu lassen Er ist unser Tröster, unser Beistand und unsere Kraftquelle.

Wir brauchen keinen Wein oder starken Trank, um Frieden, Mut oder Freude zu empfinden wir haben Christus!
Er ist unser „neuer Wein“, wie Er selbst sagt:

„Niemand füllt neuen Wein in alte Schläuche; sonst zerreißt der neue Wein die Schläuche… neuen Wein füllt man in neue Schläuche, so bleiben beide erhalten.“
(Lukas 5,37–38)


Was sollen wir also tun?

  • Bete – aufrichtig und aus ganzem Herzen, wie Hanna.Lies das Wort Gottes und sinne darüber nach.Bete an – nicht aus Gewohnheit, sondern in Wahrheit und Geist.Vermeide alles, was dein geistliches Empfinden trübt – sei es Wein oder etwas anderes.
  • Lass dich täglich vom Heiligen Geist erfüllen.

Schlussgedanke

Gott möchte nicht nur unsere Gewohnheiten verändern, sondern unsere Herzen verwandeln.
Alles, was uns von Ihm wegzieht – ob Wein, starkes Getränk oder andere Dinge –, ist es nicht wert.

Denn das, was Er uns gibt – das Leben im Geist – ist unendlich besser als alles, was diese Welt bieten kann.

„Lasst euch erfüllen – nicht von den Dingen dieser Welt, sondern von der Fülle Christi.“

Gott segne dich reichlich!


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Die besonderen Rollen der zwölf Stämme Israels

Die zwölf Stämme Israels stammen von den zwölf Söhnen Jakobs ab. Ihre Namen sind: Ruben, Simeon, Levi, Juda, Dan, Naftali, Gad, Ascher, Issachar, Sebulon, Joseph (durch Ephraim und Manasse) und Benjamin.

Gott bestimmte jedem Stamm bestimmte Aufgaben im Volk Israel – von Anbetung und priesterlichem Dienst bis hin zu militärischer Verteidigung und Regierung. Diese Rollen zeigen Gottes souveränen Plan für sein Volk und wie er Heiligkeit, Gerechtigkeit und Ordnung unter ihnen bewahren wollte.

Ruben
Rolle & Theologie: Ruben war Jakobs Erstgeborener und traditionell berechtigt auf das Erstgeburtsrecht, das Führung und priesterliche Verantwortung umfasste (1. Mose 49,3–4). Durch seine Sünde – er lag mit der Nebenfrau seines Vaters (1. Mose 35,22) – wurde ihm dieses Recht entzogen. Dies zeigt, dass Segen und Stellung im Reich Gottes von Gehorsam und Heiligkeit abhängen (Psalm 37,23).

Militärische Rolle: Trotz des Verlusts des Erstgeburtsrechts lieferte Rubens Stamm weiterhin militärische Stärke und bewachte Israels östliche Grenze (4. Mose 2,10–16).

Simeon
Rolle & Theologie: Simeons Stamm wurde wegen seiner gewalttätigen und ungerechten Handlungen in Sichem verringert (1. Mose 34). Dies erfüllte Jakobs Prophezeiung, dass Simeon und Levi zerstreut und geteilt würden (1. Mose 49,5–7). Das Urteil zeigt Gottes Gerechtigkeit und seine Ablehnung von unkontrollierter Gewalt (Römer 12,19).

Militärische Rolle: Sie dienten weiterhin als Krieger, verloren jedoch an geistlichem Einfluss.

Levi
Rolle & Theologie: Die Leviten wurden von Gott für den priesterlichen Dienst erwählt (4. Mose 3,12–13). Sie dienten im Heiligtum und Tempel, brachten Opfer dar und lehrten Gottes Gesetz (2. Mose 32,26–29). Sie erhielten kein eigenes Land, aber Städte in ganz Israel (4. Mose 35). Ihr Dienst symbolisiert Gottes Heiligkeit und die Notwendigkeit der Sühne (Hebräer 7,23–27).

Juda
Rolle & Theologie: Juda wurde zum führenden Stamm, aus dem Könige hervorgingen (2. Samuel 7,16) und der Messias, Jesus Christus, kommen sollte (1. Mose 49,10; Lukas 3,33). Juda steht für Führung, königliche Autorität und Anbetung. Seine Bedeutung zeigt Gottes Treue zu seinen Bundessprüchen (Psalm 89,3–4).

Militärisch & Politisch: Juda war das politische und militärische Herz Israels.

Dan
Rolle & Theologie: Dan erhielt eine richterliche Aufgabe (1. Mose 49,16–18), um Gottes Gesetz durchzusetzen. Später aber führten sie Götzendienst ein (Richter 18), was die Gefahr zeigt, von Gottes Geboten abzuweichen (5. Mose 13,12–18).

Militärische Rolle: Dan diente als Nachhut (4. Mose 10,25).

Naftali
Rolle & Theologie: Bekannt für Stärke und Redegewandtheit (1. Mose 49,21), trug Naftali sowohl zu militärischen Erfolgen (Richter 4,6–10) als auch zu geistlicher Beratung bei. Ihr Land lag in Galiläa, wo Jesus die Prophezeiung Jesajas erfüllte (Matthäus 4,13–16) und Gottes Plan offenbarte, Heilung durch unscheinbare Orte zu bringen.

Gad
Rolle & Theologie: Gad war ein kriegerischer Stamm, der Israels östliche Grenze bewachte (1. Mose 49,19). Ihre Stärke zeigt Gottes Schutz über sein Volk (Psalm 18,34).

Ascher
Rolle & Theologie: Ascher war ein wohlhabender Handelsstamm, gesegnet mit Überfluss (1. Mose 49,20). Dies spiegelt Gottes Fürsorge und Segen für treue Diener wider (5. Mose 28,11).

Issachar
Rolle & Theologie: Issachar war bekannt für Weisheit und das Verständnis der Zeiten (1. Chronik 12,32). Dies lehrt uns, die Bedeutung von Unterscheidungskraft und Gehorsam gegenüber Gottes Plan zu erkennen (Prediger 3,1).

Sebulon
Rolle & Theologie: Durch ihre Lage am Meer wurden Sebulon zu geschickten Händlern und Kriegern (1. Mose 49,13), was Gottes Segen im Handel und in der strategischen Verteidigung zeigt.

Joseph (Ephraim und Manasse)
Rolle & Theologie: Josephs Nachkommen erhielten Stärke und Führungsverantwortung (1. Mose 49,22–26). Besonders Ephraim wurde das politische Zentrum des Nordreichs, ein Symbol für Gottes bewahrende Kraft trotz der Teilung Israels (1. Könige 12).

Benjamin
Rolle & Theologie: Benjamin war klein, brachte aber mächtige Krieger hervor (Richter 20,16) und bedeutende Führer wie König Saul und den Apostel Paulus. Das zeigt, dass Gottes Kraft in Schwäche vollkommen wird (1. Korinther 1,27–29).

Zentrale Lektion: Gottes Aufgaben und Segnungen hängen nicht vom menschlichen Status ab, sondern von seinem souveränen Willen und seiner Treue. Wie Jesus lehrte: „So werden die Letzten die Ersten und die Ersten die Letzten sein“ (Matthäus 20,16).

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Warum sollten wir der Bibel glauben, obwohl sie von Menschen geschrieben wurde?

Frage:
Die Bibel wurde von Menschen geschrieben  von Paulus, Petrus, Mose, David und vielen anderen. Wie können wir sicher sein, dass das, was Menschen aufgeschrieben haben, wirklich wahr ist? Was, wenn es nur ihre eigenen Gedanken waren? Warum sollten wir ein solches Buch glauben, das doch durch Menschenhände entstand?

Antwort:
Bevor wir diese Frage beantworten, wollen wir zunächst die Worte unseres Herrn betrachten:

Johannes 14,11:
„Glaubt mir, dass ich im Vater bin und der Vater in mir; wenn nicht, so glaubt mir doch um der Werke willen.“

Jesus selbst gibt uns hier einen Schlüssel: Wenn wir Mühe haben, allein seinen Worten zu glauben, dann sollen wir auf seine Werke sehen. Die Wunder und Zeichen bezeugen seine Wahrheit.

Das ist göttliche Weisheit! Auch wenn wir den Worten vielleicht nicht sofort vertrauen, können wir die Werke prüfen. Erweisen sie sich als echt und wirksam, dann können wir glauben.

Genau so verhält es sich mit den Schreibern der Bibel. Wenn wir zweifeln, ob sie wirklich von Gott inspiriert waren, dann sollten wir die Wirkung ihrer Botschaft betrachten: Sie verändert bis heute Menschenleben, bringt Heilung, Befreiung und neues Leben hervor.

Ein Vergleich macht es deutlich:
Stell dir vor, du liest ein Physikbuch, in dem Wissenschaftler Formeln aufgeschrieben haben, wie man ein Flugzeug baut. Zunächst ist es schwer, ihren Worten blind zu vertrauen  vielleicht haben sie sich geirrt. Aber wenn jemand tatsächlich ein Flugzeug nach diesen Formeln baut und es fliegt, dann weißt du: Die Aussagen sind wahr.

So ist es mit der Bibel. Vielleicht sagst du: „Das sind nur die Worte von Paulus oder Petrus.“ Aber wenn Millionen Menschen diese Worte anwenden und die gleichen Ergebnisse erleben, die die Apostel beschrieben haben, dann ist das der Beweis, dass es die Wahrheit ist.

Die Apostel schrieben zum Beispiel, dass im Namen Jesu Dämonen weichen. Das erleben bis heute viele Menschen  und es bestätigt die Schrift.
Sie verkündeten auch:

Apostelgeschichte 2,38:
„Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des Heiligen Geistes.“

Unzählige Gläubige haben das erlebt: Sie wurden getauft, empfingen den Heiligen Geist und können es bezeugen. Auch du kannst das prüfen.

Wenn nun jemand sagt: „Die Wissenschaftler, die das Fliegen beschrieben haben, haben gelogen“, während Flugzeuge am Himmel sichtbar sind  dann zweifelt man an seiner geistigen Gesundheit. Genauso ist es, wenn jemand die Botschaft der Apostel bestreitet, während ihre Wirkung überall sichtbar ist.

Darum heißt es:

2. Petrus 1,20–21:
„Und das sollt ihr vor allem wissen, dass keine Weissagung in der Schrift aus eigener Auslegung geschieht. Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht worden, sondern getrieben von dem Heiligen Geist haben Menschen im Namen Gottes geredet.“

Die Bibel ist also nicht einfach ein Menschenwerk. Sie ist Gottes Wort, vermittelt durch Menschen, die vom Heiligen Geist geleitet wurden. Wenn du bisher dachtest, sie sei nur ein menschliches Buch, dann ändere heute deine Sichtweise: Lies die Bibel im Vertrauen darauf, dass Gott selbst durch sie zu dir spricht.

Der Herr segne 

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Überblick über den Brief an Timotheus II

Der zweite Brief an Timotheus wurde vom Apostel Paulus an seinen geistlichen Sohn Timotheus geschrieben, während Paulus in Rom gefangen war (vgl. 2. Timotheus 1,17). Es ist der letzte erhaltene Brief von Paulus und dient als ein herzliches apostolisches Mahnschreiben, das voll von seelsorgerlicher Anleitung, Ermutigung und Warnungen ist. Der Brief ist sowohl sehr persönlich als auch lehrhaft und bereitet Timotheus darauf vor, den treuen Dienst angesichts kommender Herausforderungen fortzusetzen.

Wichtige Themen:

  • Ein Aufruf zu Ausdauer und Treue im Dienst

  • Warnungen vor verschiedenen Arten von Dienern

  • Gefährliche Zeiten in den letzten Tagen

  • Paulus’ letzte Gedanken und die Hoffnung auf den Lohn


1. Ein Aufruf an Timotheus, stark und treu im Dienst zu sein

Paulus beginnt den Brief mit der Ermahnung an Timotheus, die geistliche Gabe, die Gott ihm durch das Auflegen seiner Hände gegeben hat, wieder zu entfachen:

„Deshalb erinnere ich dich daran, dass du die Gnadengabe Gottes, die in dir ist durch das Auflegen meiner Hände, anzufachen hast. Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.“
— 2. Timotheus 1,6–7 (Luther 2017)

Paulus vergleicht den Dienst mit einem Feuer, das immer wieder neu entfacht und gepflegt werden muss. Er ermutigt Timotheus, stark zu bleiben, sich des Evangeliums nicht zu schämen und bereit zu sein, für Christus zu leiden (1,8).

Wie ein Soldat, Athlet und Bauer (2. Timotheus 2,3–7)
Paulus benutzt drei lebendige Bilder, um zu zeigen, wie Timotheus den Dienst angehen soll:

  • Soldat: Fokussiert und nicht abgelenkt durch zivile Angelegenheiten (V. 4)

  • Athlet: Wettkämpft nach den Regeln, um die Krone zu gewinnen (V. 5)

  • Bauer: Fleißig arbeitend und als Erster die Früchte seiner Arbeit genießend (V. 6)

Diese Bilder stehen für Disziplin, Hingabe und Ausdauer.

„Denk darüber nach, was ich sage! Der Herr wird dir dazu Verstand geben.“
— 2. Timotheus 2,7 (Luther 2017)

Den Wortlaut richtig handhaben
Paulus fordert Timotheus auf, sich als ein von Gott bewährter Arbeiter zu erweisen, der das Wort der Wahrheit recht handhabt:

„Strebe danach, dich vor Gott als bewährt zu erweisen, als ein Arbeiter, der sich nicht zu schämen braucht, der das Wort der Wahrheit recht teilt.“
— 2. Timotheus 2,15 (Luther 2017)

Dies unterstreicht die Bedeutung gesunder Lehre und Integrität im Dienst.

Moralische Zucht
Timotheus soll jugendliche Leidenschaften meiden und nach Gerechtigkeit, Glauben, Liebe und Frieden streben (2,22). Er soll jederzeit bereit sein, das Wort zu predigen – ob es gerade passt oder nicht:

„Predige das Wort, sei bereit zur Zeit und außer Zeit, überführe, tadle, ermahne mit aller Geduld und Lehre.“
— 2. Timotheus 4,2 (Luther 2017)

Der Dienst erfordert Ausdauer, moralische Integrität und ständige Bereitschaft.


2. Porträts von Mitarbeitern: Warnungen und Ermutigungen

Paulus beschreibt verschiedene Menschen, denen Timotheus im Dienst begegnen wird:

  • Die Treuen: Onesiphorus und sein Haus sowie Lukas, die Paulus treu geblieben sind (1,16–17; 4,11).

  • Die auf Mission anderswo: Kreszens und Titus (4,10b), die aus legitimen Gründen getrennt wurden.

  • Die Paulus verlassen haben: Demas, der „die jetzige Welt liebte“ und Paulus verließ (4,10a), ein Warnzeichen für falsche Prioritäten.

  • Falsche Lehrer: Hymenäus und Philetus, die von der Wahrheit abwichen und andere irreführten (2,17–18).

  • Aktive Gegner: Alexander, der Silberschmied, der Paulus großen Schaden zufügte (4,14). Paulus warnt Timotheus vor solchen Leuten.

Diese Beispiele dienen als reale Lektionen für den Dienst: Ermutigung zur Standhaftigkeit, Warnung vor falschen Lehrern und Betonung gesunder Lehre.


3. Gefährliche Zeiten in den letzten Tagen

Paulus beschreibt eindrücklich die „letzten Tage“ und ihre Kennzeichen:

„Du aber sollst dies wissen, dass in den letzten Tagen schwierige Zeiten eintreten werden: Die Menschen werden selbstsüchtig sein, geldgierig, prahlerisch, hochmütig, lästerhaft…“
— 2. Timotheus 3,1–5 (Luther 2017)

Er zählt neunzehn Eigenschaften auf, die die Menschen in diesen Zeiten kennzeichnen: Selbstsucht, Lieblosigkeit, sittliche Verwahrlosung und religiöse Heuchelei (Form der Frömmigkeit, doch ohne Kraft).

„Vor solchen Menschen wende dich ab!“
— 2. Timotheus 3,5 (Luther 2017)

Paulus warnt, dass der Widerstand gegen die Wahrheit zunehmen wird. Er vergleicht falsche Lehrer mit Jannes und Jambres, den Zauberern, die Moses widerstanden (3,8). Das zeigt, dass der Kampf gegen die Wahrheit alt ist, sich aber verschärfen wird.


4. Am Evangelium und apostolischer Lehre festhalten

Timotheus wird angewiesen:

  • In dem zu bleiben, was er von Paulus gelernt hat und was ihm vertraut ist (3,14–15).

  • Die Wahrheit an zuverlässige Personen weiterzugeben, die wiederum andere lehren können (2,1–2).

  • Sich von sinnlosen Streitigkeiten und zerstreuten Meinungsverschiedenheiten fernzuhalten (2,16; 23–26).

Diese Anweisungen betonen den Generationenauftrag der Nachfolge und die Notwendigkeit, Reinheit in Lehre und Verhalten zu bewahren.


5. Paulus’ letzte Gedanken: Ein Leben ausgegossen

Paulus schließt den Brief mit einem bewegenden Abschied, in dem er sein Leben und seinen Dienst reflektiert:

„Denn ich werde schon als Trankopfer ausgesagt, und die Zeit meines Abschieds ist nahe. Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe den Glauben bewahrt.“
— 2. Timotheus 4,6–7 (Luther 2017)

Er blickt auf die „Krone der Gerechtigkeit“ voraus, die der Herr ihm verleihen wird – nicht nur ihm, sondern allen, die sich nach seinem Kommen sehnen (4,8).

Das bekräftigt die Hoffnung auf ewigen Lohn für alle treuen Gläubigen und ermutigt Timotheus, im Glauben standzuhalten.


Fazit
Der zweite Timotheusbrief ist ein kraftvoller pastoraler Brief, der Theologie, persönliche Ermahnung und prophetische Einsichten vereint. Er ruft alle christlichen Leiter und Gläubigen dazu auf:

  • Treu zu bleiben trotz Leiden

  • Gesunde Lehre zu bewahren

  • Das Evangelium weiterzugeben

  • Vor falschen Lehrern und der moralischen Lage der letzten Tage wachsam zu sein

  • Mit dem Blick auf die Ewigkeit zu leben

Paulus’ Beispiel ermutigt jeden Gläubigen, seinen Lauf gut zu vollenden und voller Erwartung auf das Kommen des Herrn zu leben.


 

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WEN SOLLTEN WIR MEHR SEHEN, WENN WIR DIE BIBEL LESEN?


Wen siehst du am meisten, wenn du die Bibel liest?
Ist es Mose? Oder Elia? Vielleicht Elisa oder ein anderer Prophet?
Welche Geschichten predigst du am liebsten aus der Bibel?

Wenn es vor allem die Bilder und Taten von Menschen sind, die dir vor Augen treten, dann besteht die Möglichkeit, dass deine Augen noch nicht ganz geöffnet wurden…

Heute wollen wir gemeinsam betrachten, wen wir beim Lesen der Heiligen Schrift eigentlich sehen und verkündigen sollten.

Lass uns die folgenden Worte unseres Herrn Jesus Christus betrachten:

Lukas 24,25-27:
„Da sprach er zu ihnen: O ihr Toren, wie ist euer Herz so träge zu glauben allem, was die Propheten geredet haben!
Musste nicht der Christus dies erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen?
Und er fing an von Mose und allen Propheten und legte ihnen aus, was in allen Schriften von ihm gesagt war.“

Jesus beginnt hier nicht damit, Mose oder Elia für ihre Stärke und Taten zu rühmen. Nein! Er beginnt damit, sich selbst zu offenbaren – durch alle Schriften hindurch.

Auch Samson und seine Tapferkeit lobt er nicht um ihrer selbst willen – sondern zeigt durch seine Geschichte sein eigenes Werk.

Ebenso tut er es mit Salomo: Er rühmt nicht seine Frauen oder seinen Reichtum, sondern offenbart durch sein Leben die Wahrheit über sich selbst.

Durch das Leben, die Worte und Schriften aller Propheten offenbarte er sich selbst.


Schauen wir uns einige prophetische Schriftstellen an, die auf Jesus hinweisen:


📖 Mose schrieb über JESUS:

5. Mose 18,15:
„Einen Propheten wie mich wird dir der HERR, dein Gott, erwecken aus deiner Mitte, aus deinen Brüdern; auf ihn sollt ihr hören.“


📖 Auch der Prophet Samuel sprach von JESUS:

1. Samuel 2,35:
„Ich aber will mir einen treuen Priester erwecken, der tun wird, was in meinem Herzen und in meiner Seele ist; dem will ich ein beständiges Haus bauen, und er wird allezeit vor meinem Gesalbten einhergehen.“


📖 Jesaja kündigte JESUS als Friedensfürst an:

Jesaja 9,6:
„Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friedefürst.“

→ Siehe auch Jesaja 7,14.


📖 Micha prophezeite den Geburtsort JESU:

Micha 5,2:
„Und du, Bethlehem Ephrata, die du klein bist unter den Tausenden in Juda – aus dir soll mir der hervorgehen, der Herrscher über Israel sein soll; dessen Ursprung ist von Anfang, von Ewigkeit her.“


📖 David sah den leidenden MESSIAS:

Psalm 22,18:
„Sie teilen meine Kleider unter sich und werfen das Los um mein Gewand.“
→ Vergleiche mit Matthäus 27,35


📖 Hosea sprach ebenfalls von JESUS:

Hosea 11,1:
„Als Israel jung war, gewann ich ihn lieb, und ich rief meinen Sohn aus Ägypten.“
→ Siehe Matthäus 2,14–15


📖 Jeremia kündigte das Weinen um Kinder an – erfüllt in JESUS‘ Zeit:

Jeremia 31,15:
„So spricht der HERR: Eine Stimme wird in Rama gehört, Klage, bitteres Weinen – Rahel weint um ihre Kinder und will sich nicht trösten lassen, weil sie nicht mehr sind.“
→ Vergleiche mit Matthäus 2,18


📖 Sacharja sah JESUS auf einem Esel einziehen:

Sacharja 9,9:
„Juble laut, Tochter Zion! Jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir, gerecht und siegreich ist er, demütig und reitend auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin.“
→ Siehe Matthäus 21,5


📖 Daniel sah JESUS als Sohn des Menschen in Herrlichkeit:

Daniel 7,13–14:
„Ich sah in den Nachtgesichten, und siehe, es kam einer mit den Wolken des Himmels wie eines Menschen Sohn … ihm wurde Herrschaft und Ehre und Königtum gegeben … sein Reich ist ein ewiges Reich, das nicht vergeht.“


📖 Maleachi prophezeite das Kommen des Herrn:

Maleachi 3,1:
„Siehe, ich sende meinen Boten, der den Weg vor mir her bereiten soll; und plötzlich wird zu seinem Tempel kommen der Herr, den ihr sucht.“


📖 Jona war ein Bild auf JESUS:

→ Siehe Matthäus 12,40


📖 Hesekiel sprach über das neue Herz und den Geist – das Werk JESU:

→ Lies Hesekiel 36,26–27 und vergleiche mit Johannes 15,26


📖 Amos sprach von der Finsternis am Tag des Herrn:

→ Lies Amos 8,9, vergleiche mit Matthäus 24,29


📖 Joel prophezeite die Ausgießung des Geistes – erfüllt durch JESUS:

→ Lies Joel 2,28–32


📖 Auch Hiob erkannte JESUS als Erlöser:

Hiob 19,25:
„Ich weiß, dass mein Erlöser lebt.“


Alle Propheten sahen JESUS voraus und schrieben über ihn, lange vor seiner irdischen Erscheinung.

Das zeigt uns:
JESUS CHRISTUS ist das Zentrum des Glaubens, das Zentrum aller Lehre.

Wenn wir die Bibel lesen und JESUS mehr erkennen als irgendeinen anderen,
dann haben wir begonnen, geistlich zu sehen. Dann können wir sagen:
Wir verstehen die Heilige Schrift.

Lukas 24,44-45:
„Das sind meine Worte, die ich zu euch sagte, als ich noch bei euch war:
Alles muss erfüllt werden, was im Gesetz Moses, in den Propheten und in den Psalmen über mich geschrieben steht.
Da öffnete er ihnen das Verständnis, sodass sie die Schriften verstanden.“


Möge der Herr unsere Herzen und unseren Verstand öffnen, damit wir seinen Sohn JESUS erkennen.

Epheser 4,13:
„…bis wir alle zur Einheit des Glaubens und zur Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen, zum vollkommenen Mann, zum Maß der vollen Reife des Christus.“

Maranatha – der Herr kommt!

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