Title 2025

„Sie ließen das Volk gehen und nahmen ihn mit, wie er im Boot war.“(Markus 4,36 LUT)

An jenem Tag, als der Abend kam, sagte Jesus zu seinen Jünger: „Lasst uns ans andere Ufer fahren.“ Nachdem sie die Menschenmenge gehen gelassen hatten, nahmen sie ihn mit, so wie er im Boot war. Auch andere Boote begleiteten sie.(ERF Bibleserver)

Dieser kurze, aber kraftvolle Vers zeichnet ein eindrückliches Bild von der Menschlichkeit Jesu Christi und seinem unermüdlichen Einsatz für die Mission. Nach einem langen Tag des Lehrens hält Jesus nicht an, um sich auszuruhen oder zu erholen – er fährt weiter zum nächsten Einsatzort, genau so, wie er war.(ERF Bibleserver)

Die Menschlichkeit und das Opfer Jesu

Der Ausdruck „so wie er war“ zeigt uns, dass Jesus wirklich Mensch war. Er fühlte Müdigkeit, Hunger und seelische Anstrengung. Das steht im Einklang mit der Lehre von der Inkarnation, wonach der Sohn Gottes Mensch wurde, ohne seine Göttlichkeit aufzugeben (Johannes 1,14).

Auch in Johannes 4 sehen wir ein weiteres Beispiel:

„…und Jesus, vom Reisen müde, setzte sich an den Brunnen.“
(Johannes 4,6 LUT)(bibelkommentare.de)

Jesus war körperlich erschöpft – genau wie wir es wären. Doch als die samaritanische Frau kam, stellte er nicht seine körperlichen Bedürfnisse in den Vordergrund. Er wandte sich zuerst ihren tiefen geistlichen Bedürfnissen zu.

Als seine Jünger später mit Essen zurückkamen, sagte er:

„Ich habe Speise zu essen, die ihr nicht kennt.“
(Johannes 4,32)(bibelkommentare.de)

Das zeigt eine bedeutende theologische Wahrheit: Jesus setzte den Willen des Vaters über seine eigenen Bedürfnisse – ein Zeichen seines völligen Gehorsams (vgl. Philipper 2,6‑8).

Die Dringlichkeit der Mission

In Markus 4 bittet Jesus nicht um eine Pause, bevor er weiterfährt. Sein Wunsch, noch am Abend ans andere Ufer zu gehen, unterstreicht die Dringlichkeit der göttlichen Mission. Sein Handeln wurde nicht von Bequemlichkeit oder Routine gelenkt, sondern von göttlicher Führung und Zielstrebigkeit.

Dass die Jünger ihn „so wie er war“ mitnahmen, erinnert uns daran, dass Dienst nicht immer perfekt oder bequem beginnt. Das Evangelium wird nicht durch menschliche Vollkommenheit verbreitet, sondern durch Glauben und Gehorsam.

Während der Überfahrt war Jesus so erschöpft, dass er im Boot einschlief, selbst als ein Sturm losbrach:

„Er aber war hinten im Boot und schlief auf einem Kissen.“
(Markus 4,38 LUT)(ERF Bibleserver)

Dies zeigt nicht nur die körperliche Belastung seines Dienstes, sondern auch sein tiefes Vertrauen in den Vater.

Was lehrt uns das?

Jesus ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit (Hebräer 13,8). Dieselbe Bereitschaft und Dringlichkeit, die ihn damals angetrieben hat, wirken auch heute noch.

Als Christen neigen wir oft dazu zu denken, wir müssten vollständig vorbereitet oder perfekt sein, bevor Gott uns gebrauchen kann – mit langer Vorbereitung, Fasten, Gebet, Bibelwissen oder Ausbildung. Zwar haben diese Dinge Wert und Nutzen, aber sie sind nicht notwendige Voraussetzungen, damit Gott handelt. Gott fragt in erster Linie nach Verfügbarkeit und Gehorsam.

Gott wirkt oft durch unsere Schwäche, nicht durch unsere Stärke (2. Korinther 12,9). Er ruft uns dazu auf, im Glauben zu leben, nicht nach dem, was wir sehen (2. Korinther 5,7). So wie die Jünger Jesus „so wie er war“ ins Boot nahmen, so sind auch wir aufgerufen, Jesus so anzunehmen, wie er ist – und ihm zu folgen, im Vertrauen darauf, dass er durch uns wirkt.

Warte nicht – geh jetzt

Als Jesus die Zwölf aussandte, gab er ihnen keine Reichtümer oder Vorräte, sondern seine Vollmacht und sich selbst:

„Ihr sollt weder Gold noch Silber noch Kupfer in euren Gürteln haben; … kein zweites Hemd, keine Schuhe und keinen Wanderstock; denn der Arbeiter ist seiner Nahrung wert.“
(Matthäus 10,9‑10 LUT)(ERF Bibleserver)

Das zeigt ein Prinzip: missionarische Abhängigkeit – völliges Vertrauen auf Gottes Versorgung und Gegenwart und nicht auf materielle Vorbereitung.

Heute fordert Jesus uns nicht zu komplizierten Vorbereitungen oder Perfektion auf. Er sagt schlicht:
„Nimm mich so, wie ich bin – und geh.“
Er ist bereit, dich in deine Familie, an deinen Arbeitsplatz, in deine Gemeinde, in dein Missionsfeld zu begleiten – wohin immer er dich führt.

Der Ruf zur Bereitschaft

Die Geschichte von Jesus, der „so wie er war“ mitgenommen wurde, ist nicht nur ein historisches Detail, sondern ein Prinzip der Nachfolge.
Sind wir bereit, Christus mit derselben Dringlichkeit und demselben Vertrauen zu folgen? Sind wir bereit zu dienen, selbst wenn nicht alle Bedingungen perfekt sind?

„Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit …“
(Matthäus 6,33)

Hören wir auf zu warten. Hören wir auf zu zögern. Nehmt Jesus – so wie er ist – und folgt ihm in alles hinein, wozu er euch berufen hat.

Möge der Herr uns Herzen schenken, die bereit und willig sind, ihm in jeder Zeit und in jeder Situation zu dienen.

Gott segne dich.

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Was bedeutet „Jeder soll seine eigene Schuld tragen“? (3. Mose 5,17)


Frage: Was meint Gottes Wort, wenn es heißt: „Jeder soll seine eigene Schuld tragen“?

Antwort: Schauen wir uns die Schriftstellen genauer an.

  1. Mose 5,17 sagt:

„Wenn jemand sündigt, indem er etwas tut, das nach den Geboten des HERRN nicht getan werden soll, und er merkt es nicht, so ist er dennoch schuldig und wird seine Schuld tragen.“

Dieser Vers unterstreicht das Prinzip der individuellen Verantwortung  jeder Mensch ist vor Gott für seine eigenen Sünden verantwortlich, egal ob sie aus Vorsatz oder Unwissenheit begangen wurden. Theologisch entspricht dies der Lehre von der persönlichen Verantwortung (Hesekiel 18,20):

„Die Seele, die sündigt, die soll sterben. Der Sohn soll nicht die Schuld des Vaters tragen, und der Vater soll nicht die Schuld des Sohnes tragen.“

Auch 3. Mose 24,15-16 betont dies:

„Wer Gott lästert, der soll des Todes sterben. Wer den Namen des HERRN lästert, der soll getötet werden.“

Hier wird deutlich, wie ernst eine Sünde gegen die Heiligkeit Gottes ist: Der Schuldige trägt die Verantwortung allein.


Vergeltungsgerechtigkeit im Alten Testament

Das mosaische Gesetz beruhte auf dem Prinzip des lex talionis („Vergeltung nach Maß“), wie in 2. Mose 21,23-25 beschrieben:

„Wenn aber Schaden entsteht, so sollst du geben Leben für Leben, Auge für Auge, Zahn für Zahn, Hand für Hand, Fuß für Fuß.“

Dieses Prinzip sollte übermäßige Strafe verhindern und sicherstellen, dass Gerechtigkeit verhältnismäßig erfolgt. Es zeigt Gottes Gerechtigkeit und Heiligkeit in der Aufrechterhaltung von Ordnung (5. Mose 19,21).

  1. Mose 24,17-20 wiederholt diese Idee:

„Wer einen Menschen tötet, soll des Todes sterben. Wer ein Tier tötet, soll es vergelten, Leben für Leben. Wer seinem Nächsten Schaden zufügt, dem soll geschehen, wie er getan hat: Bruch für Bruch, Auge für Auge, Zahn für Zahn.“


Keine Verantwortung für Strafe unter Gottes Auftrag

Bei bestimmten Vergehen, wie Gotteslästerung oder Götzendienst, trugen die Vollstrecker von Gottes Urteil keine Schuld. Der Lästerer wurde gesteinigt (3. Mose 24,14-16), doch die Vollstrecker waren nicht mitschuldig.

Dies zeigt den Unterschied zwischen göttlicher Gerechtigkeit und menschlicher Rache. Die Strafe wurde von Gott angeordnet, daher trug nur der Schuldige die Verantwortung. So ist gemeint: „Wer stirbt, trägt seine eigene Schuld“  Schuld und Sünde übertragen sich nicht auf die Vollstrecker.


Die Schuld eines Unschuldigen tragen

Wenn jemand einen Unschuldigen tötete, trugen die Täter die Schuld am Mord und mussten bestraft werden (4. Mose 35,30):

„Wer einen Menschen tötet, der soll des Todes sterben.“

Dies wird als „Blut eines anderen tragen“ bezeichnet (1. Mose 9,5-6) und betont die Heiligkeit des menschlichen Lebens, das nach Gottes Bild geschaffen ist (Imago Dei).


Neues Testament: Gerechtigkeit und Vergebung

Im Neuen Testament bleibt das Prinzip der persönlichen Verantwortung bestehen (Römer 14,12):

„So wird nun jeder von uns für sich selbst Rechenschaft geben vor Gott.“

Die Herangehensweise an Gerechtigkeit ändert sich jedoch grundlegend.

Jesus lehrt in Matthäus 5,38-39:

„Ihr habt gehört, dass gesagt ist: ‚Auge um Auge, Zahn um Zahn.‘ Ich aber sage euch: Widersteht nicht dem Bösen; sondern wer dich auf die rechte Wange schlägt, dem biete auch die andere dar.“

Dies zeigt die Reichsethik der Vergebung und Gnade, die strikte Vergeltung ersetzt.

Paulus betont in Römer 12,19:

„Rächt euch nicht selbst, meine Lieben, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes; denn es steht geschrieben: ‚Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der Herr.‘“

So verbietet das Neue Testament persönliche Rache und betont Gottes Gerechtigkeit und Barmherzigkeit.


Fazit:
Möge der Herr uns helfen, verantwortlich und demütig vor Ihm zu leben und auf Seine Gerechtigkeit und Barmherzigkeit zu vertrauen.


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Was ist der Unterschied zwischen Leben und ewigem Leben laut der Bibel?

Wenn wir von „Leben“ sprechen, meinen wir meist das natürliche, körperliche Leben  die Fähigkeit zu atmen, zu wachsen, zu essen und sich zu bewegen. Dieses Leben teilen alle Lebewesen: Menschen, Tiere und Pflanzen. Es ist das Leben des Körpers.

Die Bibel bestätigt dieses natürliche Leben:

„Ein Gerechter sorgt für das Leben seiner Tiere; aber das Herz der Gottlosen ist grausam.“
Sprüche 12,10 (LUT2017)

Dieses Leben ist das biologische Leben, das Gott den Lebewesen gegeben hat. Es ist notwendig für das Überleben, aber es ist zeitlich begrenzt und auf diese irdische Existenz beschränkt.


Was ist Leben? Geistliches und ewiges Leben

Die Bibel offenbart eine tiefere Art von Leben: das ewige Leben, das man am besten als geistliches Leben versteht. Dieses Leben ist nicht nur körperliche Existenz, sondern eine Lebensqualität, die aus der persönlichen Beziehung zu Gott durch Jesus Christus entsteht.

„Der Dieb kommt nur, um zu stehlen und zu töten und zu verderben. Ich aber bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“
Johannes 10,10 (LUT2017)

Hier stellt Jesus das natürliche Leben dem überströmenden, erfüllten Leben gegenüber, das Er gibt  ein Leben voller Freude, Sinn und ewiger Bedeutung.


Körperliches Leben vs. Geistliches Leben

Leben bezeichnet das körperliche Leben, das alle Lebewesen teilen (vgl. Genesis 2,7; Psalm 104,29–30). Pflanzen und Tiere leben, besitzen jedoch kein ewiges Leben.

Ewiges Leben ist das geistliche Leben der Seele, das für immer besteht und nur durch die wiederhergestellte Beziehung zu Gott in Jesus Christus möglich ist.

„Und dies ist das ewige Leben: dass sie dich, den allein wahren Gott, erkennen, und den du gesandt hast, Jesus Christus.“
Johannes 17,3 (LUT2017)

Ewiges Leben ist also nicht einfach unendliche Existenz, sondern die persönliche Erkenntnis Gottes, verbunden mit einer lebendigen Beziehung zu Ihm.


Warum ist das wichtig?

Jeder, der nicht in Christus ist, hat zwar körperliches Leben, aber kein ewiges Leben. Er lebt zwar physisch, ist aber geistlich tot:

„Und er hat euch tot gemacht durch eure Übertretungen und Sünden …“
Epheser 2,1 (LUT2017)

Wer Christus annimmt, erhält ewiges Leben, das über den physischen Tod hinausgeht:

„Wer an den Sohn glaubt, hat ewiges Leben; wer aber dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt auf ihm.“
Johannes 3,36 (LUT2017)


Hast du ewiges Leben in dir?

Ist Jesus Christus wirklich Teil deines Lebens, oder lebst du nur körperlich?

Ohne Christus endet das Leben mit dem Tod. Mit Christus jedoch geht das Leben ewig weiter  in einer engen, persönlichen Beziehung zu Gott.

Der Herr kommt!


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„Du wirst das Haupt sein und nicht der Schwanz“ – Was bedeutet das wirklich?

In 5. Mose 28,13 gibt Gott seinem Bundesvolk eine kraftvolle und tiefgehende Verheißung:

„Und der HERR wird dich zum Haupt machen und nicht zum Schwanz; und du wirst immer nur aufwärts steigen und nicht hinab, wenn du gehorsam bist den Geboten des HERRN, deines Gottes, die ich dir heute gebiete, dass du sie hältst und tust.“
(Lutherbibel 2017)


Was bedeutet es, „das Haupt und nicht der Schwanz“ zu sein?

Diese Aussage ist ein bildhafter Ausdruck, der im Abschnitt über die Segnungen in Deuteronomium 28 steht. Dort beschreibt Gott die Folgen des Gehorsams gegenüber seinem Bund.

  • Das Haupt steht für Leitung, Vorrang, Einfluss und göttliche Gunst.

  • Der Schwanz hingegen symbolisiert Unterordnung, Schande, Benachteiligung und Abhängigkeit.

Gott macht hier deutlich, dass sein Volk durch Gehorsam seine Herrlichkeit widerspiegeln soll. Wer sich seinem Willen unterordnet, wird erhoben; wer sich widersetzt, muss die Konsequenzen tragen. Dieses Prinzip zieht sich durch die ganze Bibel:
Gehorsam bringt Segen – Ungehorsam bringt Fluch (vgl. 5. Mose 30,15–20).


Warum heißt es nicht „das Haupt und nicht der Fuß“?

Auffällig ist, dass die Schrift nicht vom Gegensatz zwischen Haupt und Fuß spricht, sondern zwischen Haupt und Schwanz. Das Bild stammt offensichtlich aus der Tierwelt, denn Tiere besitzen sowohl einen Kopf als auch einen Schwanz.

  • Das Haupt steht für Richtung, Entscheidungen und Versorgung. Es nimmt Nahrung auf und führt den Körper.

  • Der Schwanz befindet sich ganz am Ende, folgt nur und ist sinnbildlich mit Niedrigkeit und Unreinheit verbunden.

Theologisch zeigt dieses Bild zwei Lebenshaltungen:

  • Menschen, die Gott fürchten und ihm gehorchen
    Sie übernehmen Verantwortung, stehen unter Gottes Segen und haben positiven Einfluss auf ihre Umgebung
    (vgl. Matthäus 5,14–16).

  • Menschen, die Gottes Wege ablehnen
    Sie werden von den Umständen und vom Geist dieser Welt bestimmt, statt von Gottes Weisheit geleitet zu werden.

Dieses Reich-Gottes-Prinzip bestätigt Jesus in Matthäus 6,33:

„Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch dies alles zufallen.“
(Lutherbibel 2017)


Der Bundeszusammenhang: Segen bei Gehorsam, Fluch bei Ungehorsam

Das ganze Kapitel 5. Mose 28 stellt die Segnungen des Bundes (Verse 1–14) den Flüchen bei Ungehorsam (Verse 15–68) gegenüber.
Die Verheißung, das Haupt und nicht der Schwanz zu sein, ist an Bedingungen geknüpft. Sie ist kein Automatismus, sondern setzt treuen Gehorsam voraus.

Später wird die ernste Umkehrung dieser Verheißung beschrieben:

„Der Fremdling, der bei dir ist, wird immer höher über dich kommen, und du wirst immer tiefer sinken. Er wird dir leihen, du aber wirst ihm nicht leihen; er wird das Haupt sein, und du wirst der Schwanz sein.“
(5. Mose 28,43–44; Lutherbibel 2017)

Das zeigt deutlich: Wer Gottes Gebote missachtet, verliert nicht nur den Segen, sondern auch Stellung, Einfluss und Würde.


Geistliche Anwendung für heute

Diese Verheißungen galten ursprünglich Israel im Alten Bund. Doch die geistlichen Grundsätze gelten auch heute für uns im Neuen Bund durch Jesus Christus.

Wir sind zum Gehorsam berufen – nicht um Erlösung zu verdienen, sondern als Frucht eines veränderten Lebens
(vgl. Epheser 2,10; Johannes 14,15).

Gott möchte, dass sein Volk Licht und Vorbild in dieser Welt ist – Menschen, die seine Gerechtigkeit, Wahrheit und Barmherzigkeit widerspiegeln. Wir sind berufen, voranzugehen statt hinterherzulaufen, zu prägen statt uns prägen zu lassen.

Wie es in Römer 12,2 heißt:

„Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist: das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.“
(Lutherbibel 2017)

Wer nach Gottes Wort lebt, steht wie das Haupt: gefestigt, weise, fruchtbar und unter Gottes Gunst.


Wähle deine Position

„Das Haupt“ zu sein bedeutet mehr als äußeren Erfolg oder Status. Es heißt, unter Gottes Herrschaft und Segen zu leben.
Wenn wir diesen Platz der Berufung, des Einflusses und der Bestimmung einnehmen wollen, müssen wir auf Gottes Stimme hören, seinem Wort folgen und die Götzen und Denksysteme dieser Welt ablehnen.

„Ich nehme heute Himmel und Erde gegen euch zu Zeugen: Ich habe euch Leben und Tod, Segen und Fluch vorgelegt. Wähle das Leben …“
(5. Mose 30,19; Lutherbibel 2017)

Lasst uns das Leben wählen.
Lasst uns im Gehorsam wandeln.
Lasst uns als das Haupt leben – und nicht als der Schwanz.

Der Herr helfe uns dabei. Amen.

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Werden wir einander im Himmel wiedererkennen?

Einer der tröstlichsten Gedanken über den Himmel ist die Vorstellung, dass wir mit unseren geliebten Menschen wiedervereint werden. Doch viele fragen sich: Werden wir uns im Himmel wirklich wiedererkennen? Auch wenn die Bibel keine Schritt-für-Schritt-Antwort auf diese Frage gibt, deuten mehrere Bibelstellen klar darauf hin, dass wir uns in Gottes Gegenwart tatsächlich erkennen werden.

1. Unsere Identität bleibt erhalten

Die Bibel lehrt, dass wir zwar eine Verwandlung unseres Körpers erleben werden, unsere Identität jedoch erhalten bleibt. In 1. Korinther 15,42–44 beschreibt Paulus die Auferstehung der Toten und erklärt, wie unsere vergänglichen Körper in verherrlichte Körper verwandelt werden:

„So ist auch die Auferstehung der Toten: Es wird gesät verweslich, und wird auferweckt unverweslich. Es wird gesät in Unehre, und wird auferweckt in Herrlichkeit. Es wird gesät in Schwachheit, und wird auferweckt in Kraft. Es wird gesät ein natürlicher Leib, und wird auferweckt ein geistlicher Leib.“
(1. Korinther 15,42–44 LUT)

Obwohl unser Leib verwandelt und vollkommen gemacht wird, bleibt das Wesen unserer Persönlichkeit – unsere Erinnerungen, unser Charakter, unsere Beziehungen – bestehen. Es spricht also vieles dafür, dass wir einander erkennen werden, selbst in unserer verherrlichten Gestalt.

2. Das Beispiel von Mose und Elia

Ein eindrucksvolles Beispiel für Wiedererkennung finden wir in der Verklärung Jesu in Matthäus 17. Mose und Elia erscheinen gemeinsam mit Jesus, und die Jünger erkennen sie sofort, obwohl sie ihnen nie zuvor begegnet waren:

„Und er wurde vor ihnen verklärt, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie das Licht. Und siehe, da erschienen ihnen Mose und Elia, die redeten mit ihm.“
(Matthäus 17,2–3 LUT)

Das zeigt: Auch nach der Verwandlung in einen verherrlichten Zustand ist Wiedererkennung möglich. Wenn die Jünger Mose und Elia erkannten, gibt uns das Hoffnung, dass auch wir unsere Lieben wiedererkennen werden.

3. Die Verheißung der Wiedervereinigung

In 1. Thessalonicher 4,16–17 tröstet Paulus die Gläubigen, die um Verstorbene trauern, mit der Verheißung, dass bei der Wiederkunft Christi die Toten auferstehen und die Lebenden mit ihnen vereint werden:

„Denn er selbst, der Herr, wird, wenn der Befehl ertönt, wenn die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erschallt, herabkommen vom Himmel, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen. Danach werden wir, die wir leben und übrig bleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden auf den Wolken dem Herrn entgegen in die Luft; und so werden wir bei dem Herrn sein allezeit.“
(1. Thessalonicher 4,16–17 LUT)

Diese Verheißung einer Wiedervereinigung legt nahe, dass wir nicht nur mit dem Herrn zusammen sein werden, sondern auch mit unseren geliebten Menschen – und das impliziert, dass wir sie erkennen werden.

4. Das Beispiel Jesu nach der Auferstehung

Nach seiner Auferstehung wurde Jesus von seinen Jüngern erkannt, obwohl sein Leib verherrlicht war. In Johannes 20,16 begegnet Maria Magdalena dem auferstandenen Jesus – sie erkennt ihn zunächst nicht, doch als er sie beim Namen nennt, weiß sie sofort, wer er ist:

„Spricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und spricht zu ihm auf Hebräisch: Rabbuni! – das heißt: Meister.“
(Johannes 20,16 LUT)

Diese Begegnung zeigt: Auch nach seiner Verherrlichung war Jesus erkennbar. Das gibt uns Hoffnung, dass auch wir im Himmel einander wiedererkennen werden.

5. Vollständige Erkenntnis und Verstehen

In 1. Korinther 13,12 schreibt Paulus, dass wir im Himmel klar und vollständig erkennen werden:

„Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunklen Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin.“
(1. Korinther 13,12 LUT)

Diese Aussage deutet darauf hin, dass wir im Himmel eine vollkommene Erkenntnis haben werden – auch in Bezug auf unsere Beziehungen. Wenn wir vollkommen erkennen werden, ist es nur logisch, dass wir einander auch wiedererkennen.


Fazit

Auch wenn die Bibel nicht jedes Detail offenbart, gibt es doch genügend Hinweise darauf, dass wir uns im Himmel wiedererkennen werden. Unsere Identität bleibt erhalten, und wir werden mit unseren Lieben wiedervereint. Die Beispiele von Mose und Elia, die Auferstehung Jesu sowie die Verheißungen von Wiedervereinigung und vollkommener Erkenntnis zeichnen ein hoffnungsvolles Bild dieser Wahrheit.

Diese Hoffnung ist einer der größten Trostgründe für Gläubige – besonders in Zeiten des Abschieds. Die Zusage der Wiedervereinigung erinnert uns daran, dass der Tod uns nicht für immer trennt. Eines Tages werden wir mit denen, die wir lieben, in der Gegenwart Gottes sein – in ewiger Freude und Gemeinschaft.


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Den Unterschied zwischen Gesetz und Prinzip in der Bibel verstehen

In der Bibel ist es wichtig, zwischen einem Gesetz (hebräisch: Tora oder Mischpat) und einem Prinzip, einer Satzung oder Ordnung (hebräisch: Chuqqah oder Piqqudim) zu unterscheiden. Obwohl beide eng miteinander verbunden sind, sind sie nicht dasselbe.

Ein Gesetz ist ein direkter, verbindlicher Befehl Gottes – eine moralische oder zeremonielle Anordnung, die befolgt werden muss.

Ein Prinzip hingegen beschreibt die konkreten Anweisungen und Regelungen, die zeigen, wie dieses Gesetz praktisch umgesetzt werden soll.

Diese Unterscheidung hilft uns zu erkennen, wie Gott sowohl offenbart, was Er von uns erwartet, als auch wie wir Seinen Willen ausleben sollen.


Biblisches Beispiel: Das Passah

In 2. Mose 12 befiehlt Gott den Israeliten, das Passah zu feiern – das ist das Gesetz. Gleichzeitig gibt Er sehr detaillierte Prinzipien, die erklären, wie dieses Gebot gehalten werden soll.

„Dieser Monat soll bei euch der erste Monat sein, ja der erste Monat des Jahres… Am zehnten Tage dieses Monats nehme ein jeder ein Lamm für ein Haus.“
(2. Mose 12,2–3; Lutherbibel 2017)

Das Gesetz lautet: „Ihr sollt das Passah halten.“
Die dazugehörigen Prinzipien beinhalten unter anderem:

  • Es muss am vierzehnten Tag des ersten Monats gefeiert werden,
  • ein fehlerloses Lamm soll ausgewählt und geschlachtet werden,
  • das Lamm soll im Feuer gebraten werden,
  • es soll mit ungesäuertem Brot und bitteren Kräutern gegessen werden.

Diese Einzelheiten sind keine zusätzlichen Gesetze, sondern Ordnungen, die festlegen, wie das eine Gebot richtig erfüllt wird.

„Darum sollt ihr diese Ordnung einhalten als eine Satzung für dich und deine Kinder für immer.“
(2. Mose 12,24; Lutherbibel 2017)


Gesetz und Prinzip gemeinsam gültig: 4. Mose 9,14

„Eine Ordnung soll bei euch gelten für den Fremdling wie für den Einheimischen.“
(4. Mose 9,14; Lutherbibel 2017)

Dieser Vers macht deutlich, dass sowohl das Gesetz als auch seine Prinzipien für alle gleichermaßen galten – für Israeliten wie für Fremde. Gehorsam gegenüber Gott bedeutete nicht nur, das Gebot zu kennen, sondern auch darauf zu achten, wie es praktisch gelebt werden sollte.


Anwendung im Neuen Bund: Das Gesetz Christi

Im Neuen Testament stehen Gläubige nicht mehr unter dem mosaischen Gesetz (vgl. Galater 3,24–25), sondern unter dem Gesetz Christi, das in der Liebe zusammengefasst ist.

„Denn das ganze Gesetz ist in einem Wort erfüllt: ›Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.‹“
(Galater 5,14; Lutherbibel 2017)

Doch auch die Liebe hat Prinzipien – konkrete Ausdrucksformen, die zeigen, wie wahre, göttliche Liebe aussieht.

„Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf…“
(1. Korinther 13,4–5; Lutherbibel 2017)

Diese Aussagen sind Prinzipien der Liebe. Sie zeigen uns, wie wir das Gesetz Christi im Alltag praktisch ausleben können. Liebe bleibt in der Bibel nicht vage oder undefiniert – Gott erklärt uns klar, wie wir lieben sollen.


Biblisches Muster: Vorschrift auf Vorschrift

Gott offenbart Seinen Willen häufig schrittweise – durch Gesetze und durch die Prinzipien, die sie erklären und tragen.

„Denn es heißt: Vorschrift auf Vorschrift, Vorschrift auf Vorschrift, Satzung auf Satzung, Satzung auf Satzung, hier ein wenig, dort ein wenig…“
(Jesaja 28,13; Lutherbibel 2017)

Dieser Vers spiegelt die pädagogische Vorgehensweise der Schrift wider: Gott lehrt uns Schritt für Schritt und führt uns zu einem reifen, gefestigten Verständnis.


Das Verständnis des Unterschieds zwischen Gesetz und Prinzip vertieft unseren Wandel mit Gott. Das Gesetz gibt das Gebot vor; die Prinzipien zeigen uns die richtige Anwendung. Vom Alten bis zum Neuen Testament hat Gott stets nicht nur äußeren Gehorsam gesucht, sondern einen bewussten, verständigen und von Herzen kommenden Dienst.

Lasst uns deshalb sowohl die Gebote Christi studieren als auch die Prinzipien, die uns lehren, sie täglich auszuleben.

Komm, Herr Jesus!
(Offenbarung 22,20; Lutherbibel 2017)

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Ist Gott souverän?

Eine der grundlegendsten Überzeugungen im christlichen Glauben ist die Souveränität Gottes. Aber was bedeutet es eigentlich, wenn wir sagen, dass Gott souverän ist? Hat er wirklich die Kontrolle über alles – vom riesigen Universum bis hin zu den kleinsten Details unseres Lebens? Die Bibel zeigt uns ein klares Bild eines Gottes, der mit vollkommener Autorität über alles herrscht. Wenn wir dieses Wahrheit verstehen, verändert sich unsere Sicht auf die Welt – und auf unseren Platz darin.


Was bedeutet Gottes Souveränität?

Gottes Souveränität bedeutet, dass er der höchste Herrscher über die gesamte Schöpfung ist. Er hat absolute Autorität, nichts geschieht außerhalb seines Willens. Doch seine Souveränität ist nicht nur Macht – sie ist auch Weisheit, Liebe und Zielgerichtetheit.

Wenn wir von Gottes Souveränität sprechen, meinen wir:

  • Seine allumfassende Macht über Himmel und Erde.

  • Seine legitime Autorität, über alles zu herrschen.

  • Seinen vollkommenen Willen, durch den er alles nach seinem Plan lenkt.


Was sagt die Bibel über Gottes Souveränität?

Von der Schöpfung bis zur Vollendung der Zeit bezeugt die Bibel, dass Gott in allem das Sagen hat:

Psalm 103,19 (LUT 2017):
„Der HERR hat seinen Thron im Himmel errichtet, und sein Reich herrscht über alles.“

Gottes Herrschaft ist umfassend und gegenwärtig – er regiert wirklich.

Daniel 4,32 (LUT 2017):
„Alle, die auf Erden wohnen, sind wie nichts zu rechnen. Er macht’s, wie er will, mit dem Heer des Himmels und mit denen, die auf Erden wohnen. Und niemand kann seiner Hand wehren oder zu ihm sagen: Was machst du?“

Gottes Macht ist unantastbar – niemand kann ihm widersprechen.

Jesaja 45,9 (LUT 2017):
„Weh dem, der mit seinem Schöpfer hadert, eine Scherbe unter irdenen Scherben! Spricht denn der Ton zu seinem Töpfer: Was machst du?“

Als Schöpfer hat Gott das Recht, mit seiner Schöpfung zu tun, was er will.

Römer 8,28 (LUT 2017):
„Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind.“

Gottes souveräne Herrschaft ist liebevoll – er gebraucht selbst schwierige Umstände zu unserem Guten.

Epheser 1,11 (LUT 2017):
„In ihm sind wir auch zu Erben eingesetzt worden, die wir dazu vorherbestimmt sind nach dem Vorsatz dessen, der alles wirkt, was er beschlossen hat.“

Gottes Pläne sind durchdacht und zielgerichtet – nichts geschieht zufällig.


Gottes Souveränität in der Schöpfung

Die Schöpfung selbst bezeugt Gottes souveräne Macht. In 1. Mose 1 spricht Gott – und es geschieht. Licht, Leben, Ordnung – alles entsteht allein durch sein Wort.

Kolosser 1,16–17 (LUT 2017):
„Denn in ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare […]; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen. Und er ist vor allem, und es besteht alles in ihm.“

Gott ist nicht nur der Schöpfer – er trägt und erhält alles.


Gottes Souveränität in der Geschichte

Nicht nur die Schöpfung, auch die Geschichte ist Ausdruck göttlicher Herrschaft. Die Bibel zeigt: Gott lenkt den Lauf der Geschichte, regiert über Nationen und erfüllt seine Verheißungen.

Psalm 115,3 (LUT 2017):
„Unser Gott ist im Himmel; er kann schaffen, was er will.“

Sprüche 21,1 (LUT 2017):
„Des Königs Herz ist in der Hand des HERRN wie Wasserbäche, er lenkt es, wohin er will.“

Selbst die Entscheidungen von Herrschern sind letztlich in Gottes Hand.


Wie passt Gottes Souveränität zu unserem freien Willen?

Viele stellen sich die Frage: Wenn Gott souverän ist, haben wir dann überhaupt freien Willen? Die Bibel lehrt beides: Gott ist souverän – und wir sind verantwortlich für unsere Entscheidungen.

5. Mose 30,19–20 (LUT 2017):
„Ich habe euch Leben und Tod, Segen und Fluch vorgelegt, dass du das Leben erwählst, damit du lebst […]“

Wir sind aufgerufen zu wählen – und doch bleibt Gott souverän.

Philipper 2,12–13 (LUT 2017):
„[…] schaffet, dass ihr selig werdet, mit Furcht und Zittern. Denn Gott ist’s, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.“
Gott wirkt in uns – aber nicht ohne uns.


Was bedeutet Gottes Souveränität für unser Leben?

Gottes Souveränität ist nicht nur ein theologischer Begriff – sie ist eine tägliche Quelle von Trost und Hoffnung:

  • Wir dürfen ihm vertrauen, auch wenn unser Leben aus den Fugen gerät.

  • Wir dürfen wissen, dass sein Plan gut ist, auch wenn wir ihn nicht verstehen (vgl. Römer 8,28).

  • Wir finden Frieden inmitten des Leids, weil Gott auch das Schwerste gebrauchen kann – zu seiner Ehre und zu unserem Guten.


Fazit

Die Souveränität Gottes verändert alles. Sie erinnert uns daran, dass wir nicht alles kontrollieren müssen – weil derjenige, der alles geschaffen hat, regiert. Diese Wahrheit gibt uns Hoffnung, Frieden und die Bereitschaft, unser Leben seiner Führung zu übergeben. Wenn wir verstehen, dass Gott souverän ist, können wir mit einem tiefen Vertrauen leben: Was auch immer geschieht – Gott hat alles in seiner Hand

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Was ist der Unterschied zwischen Heiligkeit und Herrlichkeit?

Zu verstehen, worin der Unterschied zwischen Heiligkeit und Herrlichkeit liegt, ist entscheidend, um die Natur Gottes und sein Wirken in unserem Leben zu begreifen. Obwohl diese Begriffe oft zusammen verwendet werden, sind sie nicht dasselbe. Schauen wir uns an, was jeder Begriff bedeutet und wie sie sich aus biblischer und theologischer Perspektive zueinander verhalten.


1. Was ist Heiligkeit?

Heiligkeit bezieht sich auf moralische Reinheit, Absonderung von der Sünde und Hingabe an Gott. Das hebräische Wort für „heilig“ (qadosh) bedeutet „abgesondert“. Im Neuen Testament hat der griechische Begriff hagios eine ähnliche Bedeutung.

Heilig zu sein bedeutet, rein, unbefleckt und für Gottes Zwecke abgesondert zu sein. Dies gilt sowohl für physische Dinge (wie den Tempel oder Opfer) als auch für Menschen, die Gott folgen.

„Als gehorsame Kinder, lasst euch nicht von den Leidenschaften eurer früheren Unwissenheit leiten, sondern wie der, der euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr in allem Wandel heilig sein.“
— 1. Petrus 1,14–15

Ein heiliger Mensch ist jemand, der durch das Blut Jesu gereinigt wurde und sich bewusst dafür entscheidet, in Gottes Gehorsam zu leben und die Sünde abzulehnen.


2. Was ist Herrlichkeit?

Herrlichkeit (Hebräisch: kabod; Griechisch: doxa) bezeichnet die sichtbare oder offenbarte Schönheit, Pracht oder Größe Gottes. Sie ist der Glanz, der aus seiner Natur und Heiligkeit hervorgeht. Einfach gesagt: Herrlichkeit ist das, was aus der Heiligkeit hervorscheint – der sichtbare Ausdruck von Gottes Vollkommenheit.

Ein Beispiel: Wenn Gold gereinigt wird, glänzt es. Dieser Glanz ist seine Herrlichkeit. Ebenso erzeugt Gottes Heiligkeit einen überwältigenden Strahl – seine Herrlichkeit.

„Nach sechs Tagen nahm Jesus Petrus und Jakobus und Johannes, seinen Bruder, mit sich… und er wurde vor ihnen verklärt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne und seine Kleider wurden weiß wie das Licht.“
— Matthäus 17,1–2

Hier wurde die innere Heiligkeit Jesu nach außen hin als Herrlichkeit sichtbar – ein strahlendes Licht, das offenbarte, wer er ist.


3. Heiligkeit erzeugt Herrlichkeit

Wir müssen dieses Prinzip verstehen: Heiligkeit kommt zuerst, und die Herrlichkeit fließt aus ihr. Wahre Herrlichkeit gibt es ohne Heiligkeit nicht. Wenn jemand heilig ist – von der Sünde gereinigt, im Geist wandelnd und für Gott abgesondert – wird die Herrlichkeit Gottes im Leben dieser Person sichtbar, auch wenn sie nicht physisch erkennbar ist.

Jesus, der vollkommen heilig war, offenbarte die Herrlichkeit Gottes in allem, was er tat. Ebenso spiegeln Gläubige, die Heiligkeit anstreben, Gottes Herrlichkeit in ihrem Leben wider.

„Wir alle aber, die wir mit aufgedecktem Gesicht die Herrlichkeit des Herrn anschauen, werden verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit.“
— 2. Korinther 3,18


4. Gottes Herrlichkeit entspringt seiner vollkommenen Heiligkeit

Gottes Herrlichkeit ist untrennbar mit seiner Heiligkeit verbunden. In Jesajas Vision rufen die Seraphim immer wieder Gottes Heiligkeit aus – und verkünden dann, dass die Erde erfüllt ist von seiner Herrlichkeit:

„Heilig, heilig, heilig ist der HERR Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll.“
— Jesaja 6,3

Die Heiligkeit Gottes ist hier die Grundlage seiner überwältigenden Herrlichkeit. Sogar die Engel verbergen ihr Gesicht vor seiner strahlenden Gegenwart (Jesaja 6,2), was zeigt, dass seine Herrlichkeit Ehrfurcht gebietet und mächtig ist.


5. Können Menschen Gottes Heiligkeit und Herrlichkeit widerspiegeln?

Absolut. Durch das heilende Werk Christi und des Heiligen Geistes sind Gläubige berufen, heilige Leben zu führen – und dadurch Gottes Herrlichkeit in einer dunklen Welt widerzuspiegeln.

„Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Eigentum Gottes, damit ihr die Tugenden dessen verkündet, der euch aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht berufen hat.“
— 1. Petrus 2,9

Und im Alten Testament:

„Die Heiligen im Lande, die sind die Vornehmen, an ihnen hat meine Lust.“
— Psalm 16,3

Heiligkeit ist nicht nur möglich – sie wird von allen erwartet, die zu Christus gehören. Durch diese Heiligkeit strahlt Gottes Licht (seine Herrlichkeit) durch uns in die Welt.


Heiligkeit bedeutet, rein, sauber und für Gott abgesondert zu sein. Herrlichkeit ist der Glanz, der aus dieser Heiligkeit hervorgeht. Ohne Heiligkeit kann es keine wahre Herrlichkeit geben. Aber wenn wir in Heiligkeit wandeln, wird Gottes Herrlichkeit in uns und durch uns sichtbar werden.

Lasst uns daher Heiligkeit anstreben – nicht nur aus persönlicher Frömmigkeit, sondern damit die Herrlichkeit Gottes in unserem Leben offenbar wird.

„Jagt nach dem Frieden mit allen und nach der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird.“
— Hebräer 12,14

Möge der Herr uns helfen, heilige Leben zu führen, die seine Herrlichkeit widerspiegeln.


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Was unterscheidet Gottes Zorn von seinem Grimm?

Einleitung

Die Wörter „Zorn“ und „Grimm“ werden zwar oft synonym verwendet, doch die Bibel macht eine klare Unterscheidung  insbesondere im Hinblick auf Gottes Wesen und Sein Handeln. Wenn wir diesen Unterschied verstehen, erhalten wir einen tieferen Einblick in Gottes Gerechtigkeit, Barmherzigkeit  und wie wir als Gläubige emotional und spirituell reagieren sollten.

Beginnen wir mit Psalm 6,1 (Lutherbibel 2017):

„HERR, strafe mich nicht in deinem Zorn und züchtige mich nicht in deinem Grimm.“
Dieser Vers verdeutlicht, dass Gottes Zorn und Grimm zwar beides Reaktionen auf Sünde sind, aber ganz unterschiedliche Funktionen haben.


Was ist Zorn?

Zorn (hebräisch ’aph, griechisch orge) bezeichnet in der Bibel meist eine gerechte emotionale Reaktion auf Sünde oder Ungerechtigkeit. Er ist nicht automatisch sündhaft.

Menschlicher Zorn:

Menschlicher Zorn kann gerecht oder sündhaft sein  je nachdem, wie er zum Ausdruck kommt.

Epheser 4,26 (Lutherbibel 2017):

„Zürnt ihr, so sündigt nicht; lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen.“

Gott erlaubt uns, Zorn über Unrecht zu empfinden  aber wir sollen ihn nicht zur Sünde werden lassen.

Gottes Zorn:

Gottes Zorn ist immer heilig und beherrscht; er zeigt sein Missfallen gegenüber Sünde und Rebellion, doch gleichzeitig ist er geduldig, zielgerichtet und maßvoll.
2. Mose 34,6 (Lutherbibel 2017):

„[…] barmherzig und gnädig und geduldig und von großer Güte und Treue.“

Dies verdeutlicht: Gott handelt nicht jähzornig, sondern erst nach langer Geduld.


Was ist Grimm?

Grimm (hebräisch chemah, griechisch thymos oder orge in gesteigerter Form) ist Zorn, der sich in Gericht und Strafe manifestiert also gerichtete Vergeltung oder Rache.

Grimm als Zorn in Aktion:

Zorn bleibt innerlich  Grimm hingegen ist Zorn, der in Handlung, Urteil oder Strafe übergeht.

Nahum 1,2–3 (Lutherbibel 2017):

„Der HERR ist ein eifernder und vergeltender Gott, ja, ein Vergelter ist der HERR und zornig. Der HERR vergilt seinen Widersachern; er wird es seinen Feinden nicht vergessen. Der HERR ist geduldig und von großer Kraft; vor dem niemand unschuldig ist.“

Grimm zeigt sich also, wenn Gottes lange Geduld erschöpft ist und er zu Gericht schreitet.


Menschlicher Grimm vs. Gottes Grimm

Menschen sind fehlbar  was oft dazu führt, dass Zorn in unkontrollierten Grimm umschlägt. Die Bibel mahnt:

Jakobus 1,19–20 (Lutherbibel 2017):

„Seid schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn; denn der Zorn des Menschen tut nicht, was vor Gott recht ist.“

Gottes Grimm hingegen ist vollkommen gerecht, nie übertrieben, sondern durch göttliche Gerechtigkeit begründet. Wenn er richtet, ist das immer verdienstvoll und gerecht.


Biblische Beispiele für Gottes Grimm

Zur Zeit Noahs:

1. Mose 6,5–7 schildert, dass Gottes Grimm über die verderbte Menschheit kommt – und er die Erde durch die Sintflut richtet.

Sodom und Gomorra:

1. Mose 19,24 berichtet: „Da ließ der HERR Schwefel und Feuer regnen auf Sodom und Gomorra.“

Zukünftiges Gericht:

Offenbarung 16,1 ruft auf: „Gießt aus die Schalen des Zorns Gottes über die Erde!“
Und 2. Petrus 3,7 beschreibt die Aufspahrung der Welt „für das Feuer am Tag des Gerichts und des Verderbens der Gottlosen“.

Grimm richtet sich oft gegen ganze Gemeinschaften, kann aber auch individuell sein.


Grimm über individuelle Sünde

Wenn Menschen bewusst und unbereut sündigen, bringen sie sich selbst in Gefahr unter Gottes Grimm zu fallen:

Kolosser 3,5–6 (Lutherbibel 2017):

„So tötet nun die Glieder, die auf Erden sind … und um solcher Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens.“

Dies zeigt: Gottes Grimm ist nicht nur historisch, sondern auch gegenwärtig und zukünftig wirksam.


 von Gottes Grimm

Gottes Grimm offenbart fundamentale Wahrheiten:

Heiligkeit Gottes:

Er kann Sünde nicht ewig dulden.

Gerechtigkeit Gottes:

Er straft Böses angemessen.

Geduld Gottes:

Grimm kommt erst, wenn Gnade abgelehnt wurde.

Souveränität Gottes:

Er richtet ohne Ansehen der Person.

Gottes Grimm sollte uns zur Buße, Ehrfurcht und Dankbarkeit für seine rettende Gnade in Christus führen.

Römer 5,9 (Lutherbibel 2017):

„Um wie viel mehr werden wir nun durch ihn bewahrt vor dem Zorn?“

Nur wer in Christus ist, wird dem endgültigen Grimm Gottes entgehen.


Wie sollen wir reagieren?

  • Seid langsam zum Zorn (Jakobus 1,19).
  • Lasst Zorn nicht in Sünde umschlagen (Epheser 4,26).
  • Rächt euch nicht selbst (Römer 12,19).
  • Furchtet Gottes Grimm und lebt gehorsam (Hebräer 10,26–27).

Sprüche 15,1 (Lutherbibel 2017):

„Eine sanfte Antwort wendet Zorn ab; ein hartes Wort erregt Grimm.“


Fazit

Lass uns in Ehrfurcht vor Gottes Heiligkeit, in Dankbarkeit für seine Gnade und in Selbstbeherrschung leben. Gott ist langsam im Zorn, doch sein Grimm ist real  und nur in Christus gibt es Rettung.

Römer 2,5 (Lutherbibel 2017):

„Durch deine Verstocktheit und dein unbußfertiges Herz häufst du dir selbst Zorn auf den Tag des Grimms und der Offenbarung des gerechten Gerichts Gottes.“

**Der HERR helfe uns.**

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STEIG SCHNELL HERUNTER


Lukas 19,1–6
„Und er ging nach Jericho hinein und zog hindurch.
Und siehe, da war ein Mann mit Namen Zachäus, ein Oberzöllner, und er war reich.
Und er wollte Jesus sehen, wer er sei, und konnte es nicht wegen der Volksmenge; denn er war klein von Gestalt.
Da lief er voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, um ihn zu sehen; denn dort sollte er vorbeikommen.
Und als Jesus an die Stelle kam, blickte er auf und sprach zu ihm: Zachäus, steig schnell herunter! Denn ich muss heute in deinem Haus einkehren.
Und er stieg schnell herunter und nahm ihn mit Freude auf.“

Jesus kann dein Haus nicht betreten, solange du nicht vom Feigenbaum herabsteigst.

Der „Feigenbaum“ steht für alles, was sich über Jesus erhebt:
Der Stolz auf Reichtum ist ein Feigenbaum,
der Stolz auf deine Position ist ein Feigenbaum,
der Stolz auf Schönheit ist ein Feigenbaum,
… und vieles mehr.

Wenn ein Mensch versucht, Jesus aus einer erhöhten Position zu begegnen – mit Stolz oder Überlegenheit – dann wird Christus sich nicht darauf einlassen.

Zachäus hätte von oben, vom Baum herab, nicht wirklich mit dem Herrn sprechen können. Er musste schnell heruntersteigen.
Diese Stimme Jesu hatte Autorität – sie drang bis ins Herz Zachäus’ ein und brachte ihn dazu, nicht nur vom Baum herunterzusteigen, sondern auch von seinem ganzen Stolz.
Denn er war ein einflussreicher und reicher Mann.

Als er bereit war, herunterzusteigen – innerlich wie äußerlich – verließ ihn der Stolz auf seinen Besitz, der Stolz auf seine Stellung, und er wurde ein anderer Mensch: demütig. Und Jesus trat in sein Haus ein.

Er gab die Hälfte seines Vermögens den Armen und zahlte denen, die er betrogen hatte, das Vierfache zurück.

Lukas 19,6–10
„Und er stieg schnell herab und nahm ihn mit Freude auf.
Und als sie es sahen, murrten sie alle und sprachen: Bei einem Sünder ist er eingekehrt.
Zachäus aber trat vor den Herrn und sprach: Siehe, Herr, die Hälfte meines Vermögens gebe ich den Armen, und wenn ich jemand betrogen habe, so gebe ich es vierfach zurück.
Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Haus Heil widerfahren, denn auch er ist ein Sohn Abrahams.
Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und zu retten, was verloren ist.

Auch du – steig heute vom „Feigenbaum“ herunter.
Der Stolz auf deine Bildung kann ein Hindernis sein, damit Christus mit dir geht.
Der Stolz auf Geld kann ein Hindernis sein, damit Jesus in dein Herz einzieht.
Stolz auf deine Position oder dein Aussehen ebenso.

Aber Demut bringt Gnade.

Jakobus 4,6
„Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.“

Möge der Herr uns helfen.

Teile diese gute Nachricht mit anderen!


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