Ein wichtiger Impuls für Prediger, Diener Gottes und für jeden, der missionarisch wirken soll
Biblische Alltagswelt des Fischens
In biblischen Ländern war Fischfang ein alltäglicher Beruf, vor allem rund um den See Genezareth. (Bibeltiere)
Jesus nutzt diese vertraute Bildwelt, um geistliche Wahrheiten zu vermitteln – das macht seine Lehre zugänglich und praxisnah.
Der Fisch als Symbol der Kirche und des Evangeliums
Der Fisch (griechisch Ichthys) wurde in der frühen Kirche als Geheimzeichen verwendet. Die Buchstaben ΙΧΘΥΣ (Icthys) stehen für „Iesous Christos Theou Yios Soter“ – „Jesus Christus, Gottes Sohn, Retter“. (JuraForum.de)
Damit drückt der Fisch nicht nur Zugehörigkeit zu Christus aus, sondern auch einen grundlegenden Kern des christlichen Glaubens. (Jesus-Info.de)
Außerdem war der Fisch ein Symbol für die Taufe, weil er mit Wasser verbunden ist – Wasser steht in der Theologie für Leben, Reinigung und Neuanfang. (Jesus-Info.de)
Theologische Bedeutung des Meeres
In vielen theologischen Deutungen wird das „Meer“ (Wasser) als Metapher für die unerlöste Welt oder die Finsternis des Lebens ohne Christus verstanden. (LJA)
Das „Netz“, das ins Meer geworfen wird (Matthäus 13,47–49), symbolisiert das Evangelium, das alle Arten von Menschen erfasst, unabhängig von Herkunft oder Lebenssituation. (St. Petrus Augsburg)
In diesem Sinne ist die Mission (das „Fischen“) nicht zufällig, sondern ein zentraler Auftrag der Jünger: Menschen aus der Welt in das Reich Gottes zu holen.
Theologische Tiefe der Zahl „153“In Johannes 21,‑, nachdem Jesus auferstanden ist, fängt Petrus 153 Fische. Manche Theologen sehen in dieser Zahl eine symbolische Bedeutung: In der Antike sollen bis zu 153 Fischarten bekannt gewesen sein – das könnte bedeuten, dass „Menschen aller Art“ (also aus allen Nationen, Völkern) Teil des Netzes Gottes werden sollen. (Gem Wue)
Diese Deutung unterstreicht die universale Dimension der Mission: Es ist nicht nur eine begrenzte Gruppe, die gefangen wird, sondern Menschen aus allen Lebensbereichen.
Biblische Berufung der Jünger Jesus ruft Simon Petrus und Andreas mit den Worten:
Matthäus 4,19 (Luther) – „Kommt her zu mir, ich will euch zu Menschenfischern machen.“
Ähnlich in Markus 1,17 und Lukas 5,10, wo Jesus sagt, dass sie Menschen fangen werden. Diese Berufung ist metaphorisch, nicht wörtlich: Es geht um geistliche Seelengewinnung, nicht um wörtliches Fischen.
Der Unterschied: irdisches vs. geistliches Fischen
Petrus war ursprünglich „Fische-Fischer“ – er fing buchstäblich Fische, ein irdischer Beruf. (bibelkommentare.de)
Aber als „Menschenfischer“ fängt er Menschen, die „geistlich tot“ sind, damit Gott in ihnen neues Leben schafft. (bibelkommentare.de)
Wichtig: Das „Fangen“ geschieht nicht durch manipulative Methoden oder rhetorischen Druck, sondern durch das Wirken des Evangeliums und durch Gottes Gnade.
Mission als BerufungDer Menschenfischer-Ruf ist kein Nebenjob. Für die Jünger war es ihre identitätsstiftende Mission: Sie sollten nicht nur Jünger sein, sondern auch aktiv Menschen für das Reich Gottes gewinnen.
Diese Berufung gilt nicht nur den zwölf Aposteln: In vielen theologischen Auslegungen wird dieser Ruf auf alle Gläubigen ausgeweitet („Du bist berufen, Menschenfischer zu sein“). (Chrischona Marthalen)
Dennoch braucht dieses „Fischen“ Demut, Geduld und Abhängigkeit von Jesus – nicht menschlich-strategisches Netzwerfen.
Biblisches Beispiel: Jona
Jona flieht vor dem Auftrag Gottes, was schließlich dazu führt, dass er „von einem großen Fisch verschlungen“ wird. (Jona 1,17)
Theologisch gesehen steht der Fisch hier nicht nur für einen konkreten Fisch, sondern auch für eine tiefere spirituelle Realität: Wenn man Gottes Auftrag entkommt, kann man in geistliche Isolation gerate, „gefressen“ von den Mächten dieser Welt.
Bedeutung des „Bauches des Fisches“
Dieser Zustand kann Folgendes symbolisieren:
geistliche Trockenheit
Verlust der Berufung
Verstrickung in weltliche Systeme
Unterdrückung durch weltliche Kräfte oder Ideologien
Das zeigt, dass die weltlichen Einflüsse sogar Diener Gottes in Gefangenschaft bringen können, wenn sie nicht fest in ihrem göttlichen Ruf stehen.
Standhaftigkeit in der Nachfolge
Der Dienst eines Menschenfischers verlangt, dass man auf Gottes Stimme hört, sich sendet lässt und nicht aus eigenem Ehrgeiz handelt.
Wenn Jesus sendet, dann mit seiner Autorität, seinem Wort und seiner Liebe. Wer seinen eigenen Weg geht, riskiert, in die Tiefen der Welt gezogen zu werden.
Die Rolle des Wortes Gottes
2. Timotheus 4,2 (Luther) – „Predige das Wort; sei bereit zu lehren…“
Das Evangelium ist das „Netz“, mit dem Menschen gefangen werden. Es ist nicht nur ein Werkzeug, sondern die eigentliche Kraftquelle der Mission.
Missionsverständnis aus der Trinität
Theologisch gesehen ist das Fischen von Menschen ein trinitarisches Werk: Der Vater sendet, der Sohn ruft („Kommt zu mir!“), der Heilige Geist wirkt in den Herzen der Menschen.
Der Fisch symbolisiert auch die Dreifaltigkeit durch das Akronym Ichthys (siehe oben) – und erinnert uns daran, dass die Mission nicht nur menschliches Werk ist, sondern göttlich eingebettet.
Eschatologische Perspektive
Im Gleichnis vom Netz (Matthäus 13,47–49) wird ein Endgericht angedeutet: Am Ende der Zeitalter werden Engel die „schlechten Fische“ (die Bösen) von den „guten Fische“ (den Gerechten) trennen.
Das bedeutet: Mission hat nicht nur Gegenwartsrelevanz, sondern auch Zukunftsbedeutung – es geht um ewiges Heil, nicht nur um kurzfristige Bekehrung.
Selbstreflexion
Frage dich regelmäßig: Bin ich in meinem Dienst ein wahrer Menschenfischer – oder lasse ich mich von weltlichen „Fischen“ fangen?
Prüfe deine Motivation: Will ich Menschen gewinnen für Gott oder für mich selbst (Ehrgeiz, Anerkennung)?
Abhängigkeit von Gott
Bitte Gott um Sendung und Befähigung. Glaube, dass das „Netz“ – das Evangelium – kraftvoll ist, aber nur durch ihn wirkt.
Vertraue nicht auf menschliche Methoden allein, sondern auf das Wirken des Heiligen Geistes in den Herzen der Menschen.
Langfristige Perspektive
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