1. Korinther 13,9–10
Denn wir erkennen nur stückweise, und wir weissagen nur stückweise.Wenn aber das Vollkommene kommt, wird das Stückwerk aufhören.
Die Bibel gibt uns eine klare Orientierung für unser Leben und zeigt uns, wie wir Gott verstehen und Sein Wirken in unserem Alltag einordnen sollen. Als Kind Gottes ist es wichtig zu wissen, was dir zu erkennen gegeben ist – und was dir (noch) nicht offenbart wurde.
Viele lesen diese Bibelstelle oberflächlich und versäumen es, ihren tieferen Sinn zu erfassen. Die Folge ist oft ein Leben voller innerer Unruhe und Enttäuschung, weil man denkt, Gott spreche nicht oder Gott antworte nicht.
Der Heilige Geist lehrt uns jedoch klar: Wir sind in dieser Zeit nicht dazu bestimmt, alles zu wissen. Es ist nicht Gottes Plan, dass wir auf dieser Erde vollständige Erkenntnis haben.
Uns wird nur ein Teil gezeigt. Man kann es mit einem Film vergleichen: Wir sehen den Trailer, einzelne Szenen und Hinweise – aber nicht den ganzen Film. Das vollständige Bild wird uns erst offenbart, wenn wir auf der anderen Seite angekommen sind.
So verhält es sich mit allen geistlichen Dingen. Wenn du Gott bittest, dir eine bestimmte Sache zu offenbaren – sei es über deine Gegenwart oder deine Zukunft – dann erwarte nicht, dass Er dir jedes Detail zeigt: was heute geschieht, morgen passiert oder in einem Jahr sein wird. Gott handelt nicht so. Er gibt uns Teiloffenbarungen, kleine Hinweise, die uns eine Richtung zeigen – aber nicht das vollständige Gesamtbild. Denn wir erkennen nur stückweise.
Wenn du prophetisch dienst und Gott dir etwas zeigt, dann gib genau das weiter, was dir gezeigt wurde – nicht mehr und nicht weniger. Füge keine eigenen Gedanken, Vermutungen oder Szenarien hinzu. Am Ende verwirrst du sonst entweder dich selbst oder die Menschen, zu denen du sprichst. Ganz gleich, wie geistlich jemand ist: Niemand weiß alles, und niemand bekommt jede Sache vollständig offenbart.
Genau das sehen wir auch im Leben von Johannes dem Täufer. Er hatte klare Erwartungen und eigene Vorstellungen – und obwohl er Jesus selbst bezeugt hatte, geriet er später ins Zweifeln.
Ein praktisches Beispiel: Eine Person geht zu einem Propheten, und dieser sieht in einer Vision eine Frau, die einen Jungen trägt. Wenn der Prophet nun versucht, besonders „geistlich“ zu wirken, beginnt er vielleicht, eigene Aussagen hinzuzufügen:„Der Herr zeigt mir, dass du bald einen Sohn bekommen wirst. Bereite seine Kleidung vor, bete dafür und bring ein Dankopfer dar.“
Doch vielleicht meinte Gott damit gar keine leibliche Geburt, sondern wollte zeigen, dass diese Frau dazu berufen ist, geistliche oder tatsächliche Waisenkinder zu versorgen. Das Bild des Kindes war symbolisch gemeint.
Die Folge: Die Frau setzt ihre ganze Hoffnung auf ein eigenes Kind. Jahre vergehen, nichts geschieht, und am Ende gilt der Prophet als Lügner. Dabei war nicht die Vision falsch, sondern die Überschreitung des prophetischen Maßes.
Hätte der Prophet stattdessen gesagt:„Der Herr hat mir dieses Bild gezeigt – mehr weiß ich nicht. Gott wird dir selbst die Bedeutung offenbaren“,dann hätte die Frau Raum gehabt, darüber zu beten und nachzudenken. Und wenn sich die Vision erfüllt, hätte sie die richtige Deutung erkannt.
Genauso ist es auch in deinem persönlichen Leben. Wenn du Gott um Bestätigung bittest, bekommst du oft keine vollständige Erklärung. Häufig gibt Gott nur ein Zeichen, einen Hinweis oder ein kleines Detail.
Wenn das geschieht, dann bemühe dich nicht zwanghaft, alles verstehen zu wollen. Handle im Vertrauen – und der Herr wird mit dir sein.
Im Glauben zu leben.
Gott hat uns nicht dazu berufen, aus dem Sehen heraus zu leben, sondern aus dem Glauben.
Alles, was du tust, tue im Glauben – denn dir ist jetzt noch nicht gegeben, alles vollkommen zu erkennen.
Auch im Zeugnisdienst kannst du nicht darauf warten, dass Gott dir zuerst den Straßennamen, das Aussehen der Person, ihre Kleidung und ihren Namen zeigt. Wenn du so wartest, wirst du nie losgehen.
Du gehst im Glauben – im Vertrauen auf das Wort:„Ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Welt.“Und genau so führt Gott dich unter vielen Menschen zu der Person, die Er für diesen Moment vorgesehen hat.
Darum merke dir: Wir erkennen nur stückweise, und wir weissagen nur stückweise.
Deshalb heißt es weiter:
1. Korinther 13,12
Jetzt sehen wir wie in einem Spiegel und nur undeutlich; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin.
Wandle im Glauben. Wenn dir Weisung, prophetisches Wort oder Information nur begrenzt gegeben wird, dann ist das oft das Zeichen, dass jetzt der Moment gekommen ist zu handeln – und nicht länger zu warten.
Der Herr segne dich.
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