Frage: Wo befindet sich die antike Stadt Antiochia heute, und welche geistlichen Lektionen können wir daraus lernen?
Antwort:Die Stadt Antiochia, heute als Antakya bekannt, liegt im Süden der modernen Türkei, nahe der Grenze zu Nordsyriens.
Eine Stadt von großer geistlicher BedeutungAntiochia spielt eine zentrale Rolle in der Geschichte der frühen Kirche. Hier nahmen zum ersten Mal viele Heiden (Nichtjuden) das Evangelium von Jesus Christus an. Obwohl die Kirche in Jerusalem begann, wurden die Nachfolger Jesu in Antiochia zum ersten Mal „Christen“ genannt. Dieser Name war nicht nur ein Titel – er drückte eine neue Identität aus, die in der Zugehörigkeit zu Christus verwurzelt war.
Apg 11,26 (Lutherbibel 2017):„Und er fand ihn und brachte ihn nach Antiochia. Und es geschah, dass sie ein ganzes Jahr bei der Gemeinde zusammenkamen und eine große Zahl von Menschen lehrten. Und die Jünger wurden zuerst in Antiochia Christen genannt.“
Dies zeigt, dass das Christentum, obwohl es in einem jüdischen Umfeld begann, schnell über die jüdischen Grenzen hinauswuchs. Die Kirche in Antiochia wurde zu einem geistlichen Tor, durch das das Evangelium zu den Nationen gelangen konnte.
Antiochia war auch ein Zentrum geistlicher Aktivität. Apostel, Propheten und Lehrer wirkten dort, und die Stadt war der Ausgangspunkt von Paulus’ erster Missionsreise, die das Evangelium schließlich nach Europa und in die ganze Welt brachte.
Apg 13,1–2 (Lutherbibel 2017):„In der Gemeinde zu Antiochia aber waren Propheten und Lehrer: Barnabas, Simeon, genannt Niger, Lukas aus Kyrene, Manaen … und Saulus. Als sie dem Herrn dienten und fasteten, sprach der Heilige Geist: ‚Sondert mir nun Barnabas und Saulus aus zu dem Werk, zu dem ich sie berufen habe.‘“
Paulus und Barnabas, vom Heiligen Geist geleitet, gingen von Antiochia aus als Pioniere der weltweiten Mission. Nach einer ihrer Reisen kehrten sie zurück, um Zeugnis von Gottes Gnade zu geben:
Apg 14,26 (Lutherbibel 2017):„Von dort fuhren sie nach Antiochia, wo sie der Gnade Gottes für das Werk empfohlen worden waren, das sie vollbracht hatten.“
Gnade, Mission und AusdauerAus Antiochia können wir wichtige geistliche Lektionen lernen:
Gnade gilt allen Menschen.Das Evangelium kennt keine kulturellen oder ethnischen Grenzen. Paulus schreibt:
Gal 3,28 (Lutherbibel 2017):„Da ist weder Jude noch Grieche … denn ihr alle seid einer in Christus Jesus.“
Die Kirche muss missionsorientiert sein.Die Gemeinde von Antiochia blickte nicht nur nach innen. Sie sandte Menschen aus, um das Evangelium zu predigen. Wahre geistliche Reife führt immer zu Evangeliumshandeln.
Geistliche Erweckung kann verloren gehen, wenn sie nicht bewahrt wird.Heute ist Antiochia überwiegend muslimisch, und nur wenige Christen leben noch dort. Ein Ort, der einst geistliches Erwachen hervorbrachte, ist nun geistlich dunkel – eine deutliche Warnung für alle Gläubigen.
Offb 3,11 (Lutherbibel 2017):„Siehe, ich komme bald! Halte fest, was du hast, damit dir niemand die Krone nehme.“
Geistliche Größe garantiert keine Beständigkeit.Jesus warnte:
Mk 10,31 (Lutherbibel 2017):„Viele aber, die die Ersten, werden die Letzten sein, und die Letzten die Ersten.“
Das gilt für Kirchen und Nationen ebenso wie für Einzelne. Ein Ort kann stark im Geist beginnen, aber ohne Treue kann sein Licht verblassen.
Jüngste Tragödie in AntiochiaAm 6. Februar 2023 wurde Antiochia (Antakya) von einem verheerenden Erdbeben getroffen, eines der tödlichsten der letzten Zeit. Mehr als 55.000 Menschen starben, viele Häuser wurden zerstört. Dieses Ereignis erinnert uns daran, wie zerbrechlich das Leben ist und wie wichtig es ist, mit Ewigkeitsperspektive zu leben.
Hebr 12,28 (Lutherbibel 2017):„Da wir nun ein unerschütterliches Reich empfangen, lasst uns dankbar sein und Gott damit gefällig dienen in Ehrfurcht und Gottesfurcht.“
Antiochia ist sowohl Inspiration als auch Warnung:Eine Stadt, die einst Missionare in die Welt sandte, ist heute geistlich im Rückgang. Als Gläubige müssen wir an unserem Glauben festhalten, das Evangelium weiterverbreiten und unser geistliches Rennen gut beenden.
2. Tim 4,7 (Lutherbibel 2017):„Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe den Glauben bewahrt.“
Möge Gott uns helfen, treu und fruchtbar bis zum Ende zu bleiben.
Schalom.
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