Was sind Traditionen?

Was sind Traditionen?

 


Was sind Traditionen?
Traditionen sind Bräuche, Lehren oder religiöse Praktiken, die aus menschlicher Quelle stammen und nicht aus dem Wort Gottes. Sie werden oft von Generation zu Generation weitergegeben und prägen, wie Menschen ihren Glauben verstehen und ausleben.

Einige Traditionen erscheinen harmlos oder sogar hilfreich, während andere der Bibel widersprechen und Gläubige von der wahren Lehre abbringen können.


1. Harmlos vs. schädlich

Die Bibel verurteilt nicht alle Traditionen. Es gibt Traditionen, die zwar nicht biblisch vorgeschrieben sind, aber dennoch in einer Weise gelebt werden können, die Christus ehrt – vorausgesetzt, sie ersetzen oder überlagern Gottes Gebote nicht.

Beispiel für eine harmlose Tradition: Feier der Auferstehung
Ein Beispiel ist die Feier der Auferstehung Jesu Christi (Ostern). In der Bibel wird kein bestimmter Tag vorgeschrieben, an dem wir diese Feier begehen sollen. Wer sich jedoch bewusst mit Dankbarkeit und geistlichem Verständnis an Christi Auferstehung erinnert, sündigt nicht. Gleichzeitig ist es auch nicht falsch, diesen Tag nicht zu feiern.

Paulus behandelt Ähnliches in

Römer 14,5–6 (NKJV):
„Der eine hält einen Tag höher als den anderen; der andere hält jeden Tag gleich. Jeder sei voll überzeugt in seinem eigenen Sinn. Wer den Tag hält, der hält ihn für den Herrn…“

Dies zeigt die christliche Freiheit in nicht-wesentlichen Fragen – sogenannte „nicht-erlösende“ Traditionen.


2. Gefährliche oder unbiblische Traditionen

Während einige Traditionen neutral sind, gibt es andere, die geistlich schädlich sind, insbesondere wenn sie der klaren biblischen Lehre widersprechen. Jesus tadelte religiöse Führer oft dafür, dass sie an solchen Traditionen festhielten.

Beispiel: Verehrung von Heiligen und Eucharistie-Rituale
Im römischen Katholizismus werden die Verehrung von Heiligen und die Eucharistie als wiederholtes Opfer praktiziert. Die Bibel zeigt jedoch deutlich, dass Jesu Opfer einmalig und endgültig war (Hebräer 10,10–12).

Hebräer 10,14 (NKJV):
„Denn durch ein Opfer hat er für immer die geheiligt, die geheiligt werden.“

Auch die Verehrung von Heiligen oder die Verwendung von Statuen und Ikonen widerspricht Gottes Gebot:

2. Mose 20,4–5 (NKJV):
„Du sollst dir kein geschnitztes Bild machen… Du sollst dich nicht vor ihnen niederwerfen noch ihnen dienen. Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott…“

Dies ist eine Form von Götzendienst, selbst wenn sie religiös gemeint ist. Wahre Anbetung gilt allein Gott – durch Christus und im Geist (Johannes 4,24).

Beispiel: Kindertaufe
Eine weitere unbiblische, aber weit verbreitete Tradition ist die Taufe von Säuglingen. Im Neuen Testament folgt die Taufe immer auf persönliche Buße und Glauben – eine bewusste Entscheidung, Christus nachzufolgen.

Markus 16,16 (NKJV):
„Wer glaubt und getauft wird, wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden.“

 

Apostelgeschichte 2,38 (NKJV):
„Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi…“

Säuglinge können weder Buße tun noch glauben, daher widerspricht ihre Taufe dem biblischen Modell. Jesus segnete zwar Kinder durch Handauflegung (Markus 10,13–16), taufte sie jedoch nicht.


3. Jesu Lehre über Traditionen

Jesus warnte davor, menschliche Traditionen über Gottes Wort zu stellen. Religiöse Führer seiner Zeit taten genau das, und er tadelte sie scharf:

Markus 7,7–9,13 (NKJV):
„Vergeblich beten sie mich an, indem sie Menschengebote lehren als Lehren. Indem ihr das Gebot Gottes beiseitelegt, haltet ihr die Tradition der Menschen… Ihr lehnt das Gebot Gottes ab, um eure Tradition zu bewahren… Ihr macht das Wort Gottes durch eure Tradition wirkungslos…“

Ein konkretes Beispiel war die Missachtung des „Korban“-Gebots, bei dem jemand seinen Besitz „Gott geweiht“ erklärte, um seinen Eltern nicht helfen zu müssen. Das widersprach dem fünften Gebot, Vater und Mutter zu ehren (2. Mose 20,12).

Solche Traditionen heben Gottes Gesetz auf und ersetzen göttliche Wahrheit durch religiösen Schein.


4. Paulus’ Warnung vor menschlicher Philosophie

Paulus warnte die frühe Kirche davor, sich von menschlichen Traditionen und Philosophie gefangen nehmen zu lassen, die nicht in Christus gegründet sind.

Kolosser 2,8–9 (ESV):
„Seht zu, dass niemand euch durch Philosophie und leere Täuschung gefangen nimmt, nach menschlicher Überlieferung, nach den Elementarkräften der Welt und nicht nach Christus. Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig.“

Viele Traditionen mögen weise oder religiös erscheinen, können aber leicht zu einer Falle werden, die von der Einfachheit des Evangeliums ablenkt (2. Korinther 11,3).


✅ Fazit

Wir brauchen keine menschlichen Traditionen, um ein gottgefälliges Leben zu führen oder Gott zu erkennen. Viele Traditionen hindern sogar daran, die Wahrheit zu sehen.
Gläubige sind aufgerufen, allein nach dem Wort Gottes zu leben und nicht nach menschlichen Bräuchen.

Lasst uns daher jede Tradition an der Schrift prüfen und nur festhalten, was mit Christus übereinstimmt.

1. Thessalonicher 5,21 (NKJV):
„Prüft alles, das Gute behaltet.“

Möge der Herr uns Erkenntnis schenken, um menschliche Traditionen, die der Wahrheit widersprechen, abzulehnen, und uns Gnade geben, Seinem unveränderlichen Wort treu zu bleiben.

Print this post

Über den Autor

Dorcas Kulwa editor

Schreibe eine Antwort