Hat Gott die Sünde erschaffen, weil Er alles erschaffen hat?

Hat Gott die Sünde erschaffen, weil Er alles erschaffen hat?

Das ist eine tiefgehende und sehr wichtige Frage. Um sie richtig zu beantworten, müssen wir zwei grundlegende Wahrheiten festhalten:

  • Gott ist der Schöpfer aller Dinge.
  • Gott ist heilig und kann weder sündigen noch Sünde erschaffen.

Diese beiden Aussagen widersprechen sich nicht, sondern ergänzen einander. Schauen wir uns das genauer an.


1. Gott schuf alles – aber nicht jedes Ergebnis

Ja, Gott hat alles erschaffen. Die Bibel sagt eindeutig:

„Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.“
(Johannes 1,3 – Lutherbibel 2017)

Das umfasst Himmel, Erde und alles Lebendige. Doch das bedeutet nicht, dass Gott jede einzelne Handlung, Entscheidung oder jedes menschliche Produkt direkt hervorgebracht hat – besonders nicht das, was Seinem Wesen widerspricht.

Ein paar einfache Beispiele machen das deutlich:

  • Gott schuf die Bäume, aber nicht Möbel oder Papier – das sind menschliche Erfindungen.
  • Gott schuf Eisen und Mineralien, aber keine Autos oder Waffen – auch das ist menschliches Werk.
  • Gott gab Mehl, Wasser und Öl, aber kein Chapati oder Pilau – diese entstehen durch menschliches Zusammenfügen der Zutaten.

Genauso hat Gott dem Menschen den freien Willen gegeben. Doch dieser freie Wille kann entweder zum Gehorsam oder zur Rebellion genutzt werden. Sünde entsteht dort, wo sich der Mensch bewusst gegen Gott entscheidet. Sie ist kein von Gott geschaffenes „Ding“, sondern die Verdrehung und der Missbrauch von etwas Gutem, das Gott geschaffen hat.


2. Sünde ist eine menschliche (und engelhafte) Verderbung des Guten

Gott schuf sowohl Engel als auch Menschen mit Entscheidungsfreiheit. Ohne freien Willen wären Liebe, Gehorsam und echte Beziehung zu Gott nicht möglich. Doch Freiheit bringt auch Verantwortung – und die Möglichkeit des Ungehorsams.

Satan war ursprünglich ein heiliger Engel, entschied sich jedoch für Stolz und Rebellion:

„Du warst ohne Tadel in deinem Wandel von dem Tag an, als du geschaffen wurdest, bis sich Bosheit an dir fand.“
(Hesekiel 28,15)

Auch Adam und Eva lebten in einer vollkommenen Schöpfung, entschieden sich aber, Gottes Gebot zu übertreten:

„An dem Tage, da du von ihm isst, musst du des Todes sterben.“
(1. Mose 2,17)

Die Sünde kam also durch menschliche Entscheidung in die Welt – nicht durch Gottes Absicht.

„Darum, wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und der Tod durch die Sünde, so ist der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, weil sie alle gesündigt haben.“
(Römer 5,12)


3. Gott kann keine Sünde erschaffen – weil Er heilig ist

Die Vorstellung, Gott habe die Sünde erschaffen, widerspricht Seinem Wesen. Die Schrift ist hierin eindeutig:

„Gott ist Licht, und in ihm ist keine Finsternis.“
(1. Johannes 1,5)

„Du bist zu rein von Augen, als dass du Böses ansehen könntest; dem Unrecht kannst du nicht zusehen.“
(Habakuk 1,13)

„Denn du bist nicht ein Gott, dem gottloses Wesen gefällt; wer böse ist, bleibt nicht vor dir.“
(Psalm 5,5)

Wäre Gott der Urheber der Sünde, wäre Er nicht mehr gerecht und rein. Doch die Bibel bezeugt klar: Gott ist vollkommen heilig und hasst die Sünde.


4. Sünde wird weiterhin hervorgebracht

Auch heute entstehen ständig neue Formen des Bösen. Jesus selbst hat dies vorausgesagt:

„Und weil die Ungerechtigkeit überhandnehmen wird, wird die Liebe in vielen erkalten.“
(Matthäus 24,12)

Paulus bestätigt das:

„…sie erfinden Böses…“
(Römer 1,30)

Das erklärt den moralischen Verfall unserer Welt – und warum Gottes Gericht unausweichlich ist, wenn der Mensch nicht umkehrt.


5. Der einzige Ausweg aus der Sünde ist Jesus Christus

Kein Mensch kann sich selbst aus der Macht der Sünde befreien. Doch Gott hat in Seiner Gnade einen Rettungsweg geschaffen:

„Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.“
(Römer 5,8)

Das Heil schließt ein:

  • Umkehr und Abwendung von der Sünde (Buße) – (Apostelgeschichte 3,19)
  • Taufe auf den Namen Jesu Christi – (Apostelgeschichte 2,38)
  • Empfang des Heiligen Geistes, der zu einem heiligen Leben befähigt – (Römer 8,13–14)

In Christus werden wir nicht nur vergeben, sondern erneuert und verwandelt.

„Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“
(2. Korinther 5,17)


6. Gottes Ruf zur Heiligkeit

Gottes Wille für Seine Kinder ist eindeutig:

„Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.“
(Matthäus 5,48)

Das bedeutet nicht absolute Fehlerlosigkeit, sondern geistliche Reife, Aufrichtigkeit und ein Leben, das Gott geweiht ist. Wir sind berufen, Seine Heiligkeit in einer sündigen Welt widerzuspiegeln.


Schlussgedanke

Gott hat die Sünde nicht erschaffen.
Die Sünde entstand, als Engel und Menschen ihre von Gott gegebene Freiheit missbrauchten. Doch durch Jesus Christus gibt es Befreiung – von der Macht und von der Strafe der Sünde.

Lasst uns die Heiligkeit wählen, im Geist wandeln und uns auf die Wiederkunft unseres Herrn vorbereiten.

Der Herr kommt!

Print this post

Über den Autor

Ester yusufu editor

Schreibe eine Antwort